Axel Mayer : Das Jahr 2014 war weltweit kein gutes Jahr.

Rückblick-Ausblick von Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer, Vizepräsident TRAS und Kreisrat in Emmendingen.

Axel Mayer gehört zu den Kämpfern für einen nachhaltigen Oberrhein - mit BUND und TRAS wird er nicht müde, für eine bessere Zukunft am Oberrhein zu arbeiten. Foto: BUND

(Von Axel Mayer) – Die globale Krise, die auch eine Krise nicht-nachhaltigen Wirtschaftens ist, ist noch lange nicht überwunden. Mit Ebola erleben wir die Wiederkehr der großen Seuchen und auch die weltweiten Kriege rücken immer näher an uns heran. Im hundertsten Jahr nach Beginn einer der schrecklichsten, vom Menschen gemachten Katastrophen, dem Ersten Weltkrieg, wird uns bewusst, wie wertvoll es ist, in Frieden zu leben. Das Krisen- und Kriegsjahr 2014 bestätigte wieder einmal die Unfähigkeit der Menschen, aus den Katastrophen der Vergangenheit zu lernen.

Umwelt- und Naturzerstörung, Kriege, Krisen, Gefährdung von Demokratie und Freiheit, Überwachung, Folter in demokratischen Ländern, Hunger in der Welt, undemokratisch wachsende Konzernmacht, eine Zunahme von Gewalt, Irrationalität und Intoleranz… Ein Blick in die Welt zeigt zunehmende Gefährdungen, Krisen, politische und manchmal auch gesellschaftliche Auflösungserscheinungen…

Eingebunden in die Großthemen ist es unsere Aufgabe, uns auch in zunehmend schwierigen Zeiten für Mensch, Natur, Umwelt, für Nachhaltigkeit und Zukunft zu engagieren…

Ein erfreuliches Datum des zu Ende gehendes Jahres war ein Erinnerungsdatum. Im elsässischen Marckolsheim wurde im Jahre 1974, vor vierzig Jahren, ein wichtiges Kapitel der Umweltgeschichte geschrieben. Am 20. September 1974 wurde der Bauplatz im elsässischen Marckolsheim von Umweltschützern aus Baden und dem Elsass besetzt und nach indianischem Vorbild ein hölzernes Rundhaus, das erste „Freundschaftshaus“ am Rhein, errichtet. Trinational-gemeinsam und erfolgreich verhinderten die Menschen am Oberrhein ein geplantes, extrem umweltbelastendes Bleichemiewerk und verhinderten die massive Umweltvergiftung. Für mich, den damaligen 19 jährigen Lehrling, war dies der Einstieg in das Lebensthema Umwelt und Nachhaltigkeit. Der damalige Erfolg hat der bundesweiten Umweltbewegung und auch dem BUND am Südlichen Oberrhein wichtige Impulse gegeben. Bauplatzbesetzungen in Wyhl (D), Kaiseraugst (CH), Gerstheim (F) und Heiteren (F) sollten folgen und auch die badischen Ackerbesetzer in Sachen Genmais Buggingen beriefen sich zwei Jahrzehnte später noch auf die Marckolsheimer Erfahrungen.

Meine Hoffnungen und Erwartungen für das Jahr 2015 sind „bescheiden“. Am wichtigsten wäre es wohl, wenn der auch bei uns immer stärker gefährdete Frieden erhalten bliebe.

Ansonsten geht zum Jahreswechsel mein Dank an alle, die sich für Mensch, Natur, Umwelt und soziale Gerechtigkeit engagiert haben und natürlich an die aktiven Umwelt- und NaturschützerInnen, die mit Sense, Spaten, Nistkasten, Demoplakat, Leserbrief, Spende oder am Computer dazu beitragen, dass Natur und Umwelt am Oberrhein auch für die Zukunft erhalten bleiben. Danken möchte ich auch „meinem Mann des Jahres“, Edward Snowden und dem Team der Sendung „Die Anstalt“ im ZDF, dieser winzigen satirischen Nische der Wahrheit im ZDF.

Herzliche Grüße

Axel Mayer

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