Die SIG verliert ihr Finale zu Beginn des Spiels

Nach drei richtig schwachen Vierteln dreht die SIG erst im letzten Viertel richtig auf - und verliert am Ende den Titel mit einer 77:80-Niederlage.

Am Ende jubelten die Gäste aus Villeurbanne und die SIG schlittert knapp am Meistertitel vorbei. Foto: Gérard Bouquet

(WB) – Am Ende liefen bittere Tränen – der erhoffte französische Meistertitel im Basketball ist der SIG auf der Zielgeraden noch weggeschnappt worden. Obwohl die SIG die beiden ersten Spiele der Best-of-Five-Serie für sich entscheiden konnte, verlor sie danach die beiden Spiele in Lyon-Villeurbanne und gestern Abend dann das entscheidende 5. Spiel – das ist bitter, denn die SIG hat die beste Saison aller Zeiten gespielt, erreichte das Finale im Europacup, doch am Ende stehen nur die hervorragenden 2. Plätze in der Statistik – es fehlt der Titel.

Das Spiel begann ganz anders, als sich die 6300 Zuschauer im restlos ausverkauften Rhénus erhofft hatten. Die Gäste aus Villeurbanne gingen gleich in Führung und von den ersten Minuten des Spiels an mussten die Straßburger einem Rückstand hinterher laufen. Ein einziges Mal im gesamten Spiel schaffte es die SIG zum Ausgleich zu kommen, als Collins zum 9:9 im ersten Viertel traf. Doch direkt danach zogen die Gäste davon und entschieden das erste Viertel deutlich für sich – 15:22.

Im zweiten Viertel gingen die Straßburger konzentrierter ins Spiel, doch jedes Mal, wenn die Zuschauer glaubten, die SIG könne wieder ins Spiel kommen, zogen die Gäste wieder davon. Permanent lag Villeurbanne mit 8 Punkten vorne und die SIG kam und kam einfach nicht zurück ins Spiel. Zur Halbzeit stand es folgerichtig 34:40 und Ratlosigkeit machte sich im Rhénus breit.

Das dritte Viertel wurde für die SIG noch schlechter – in der 25. Minute war der Vorsprung der Gäste auf 14 Punkte angewachsen (38:52) und auch die Auszeiten, die Coach Vincent Collet nahm, um seine Spieler auf das Wesentliche zu fokussieren, nützten nicht. Die Gäste spielten sich in eine Art Rausch, alles gelang ihnen und umgekehrt ging nichts mehr bei der SIG. Als in der 28. Minute der Rückstand auf Villeurbanne auf sage und schreibe 22 Punkte geklettert war (43:65), dämmert es den Zuschauern, dass die SIG wohl wieder einmal knapp am Titel vorbei schlittern würde. Nach diesem dritten Viertel stand es 48:67 und auch, wenn im Basketball vieles möglich ist – das war einfach zu viel.

Im letzten Viertel wachte die SIG dann endlich auf, aber leider zu spät. Punkt für Punkt holten die Straßburger auf und knapp vier Minuten vor Ende der Partie war der Vorsprung der Gäste auf 8 Punkte zusammengeschmolzen. Die Zuschauer standen wie eine Wand hinter ihrem Team, wissend, dass vier Minuten im Basketball eine kleine Ewigkeit sind. Und der Vorsprung schmolz weiter – angefeuert von den begeisterten Fans stand es plötzlich nur noch 69:73 – vier kleine Pünktchen und es bleiben noch 3 Minuten Zeit. Kahudi hätte die SIG von der Freiwurflinie in direkten Kontakt mit den Gästen bringen können, doch vergab er seine beiden Würfe und nach einem kurzen Gerangel um den Ball entschieden die Schiedsrichter auf Ballbesitz für die Gäste, die diesen Ballbesitz gleich zu einem schnellen Korb nutzten – statt nur noch 2 Punkten Rückstand musste die SIG erneut einem 6-Punkte-Rückstand hinterher laufen. Und es blieb dramatisch – und wieder zeigte die SIG Nerven von der Freiwurflinie, als Fofana den ersten von seinen beiden Freiwürfen vergab. 70:75 – die Zeit lief herunter und die SIG schaffte es einfach nicht, diesen gleich zu Beginn des Spiels eingefangenen Rückstand aufzuholen. Oder? Collins spielt Beaubois an, der mit einem herrlichen Sprungwurf trifft – und plötzlich steht es 74:75. Die SIG ist dran! Doch ASVEL Villeurbanne zeigt Nerven wie Stahlseile und schließt ihren Angriff ruhig zum 74:77 ab. Und die Uhr zeigt noch 39 Sekunden Spielzeit an.

Die SIG spielt nun um den Korb der Gäste herum, versucht einen Schützen für einen Dreierwurf frei zu spielen, doch die Gäste verteidigen mit allem, was sie haben. 24 Sekunden vor Ende der Partie nimmt Vincent Collet noch eine Auszeit, doch hören die Spieler in dieser angespannten Situation und dem ohrenbetäubenden Lärm der Zuschauer noch etwas? Weems versucht es aus der Ecke heraus, doch wird er zurück gepfiffen, er befand sich außerhalb des Spielfelds. Gästetrainer Jackson nimmt seinerseits noch eine Auszeit und dann muss die SIG foulen, Anderson geht für Villeurbanne an die Freiwurflinie und vernichtet die letzten Hoffnungen der SIG – 74:79. Doch das Spiel ist immer noch nicht aus – Collins trifft mit einem verzweifelten Dreierversuch – 77:79. Dann darf Jean-Charles noch einmal an die Freiwurflinie und trifft zum letzten Punkt des Spiels – die Gäste siegen am Ende mit 77:80 und in Straßburg muss man sich ärgern. Drei Viertel lang fand man kein Mittel gegen die Gäste aus Villeurbanne und erst im letzten Viertel zeigte die SIG, was in ihr steckt – doch dieses Erwachen kam zu spät.

Und so geht der SIG erneut ein Titel durch die Lappen – mit der ersten Heimniederlage dieser Playoff-Saison verliert die SIG das Finale um die französische Meisterschaft, die damit an ASVEL Villeurbanne geht. Glückwunsch, ASVEL Villeurbanne. Und Kopf hoch, SIG!

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