Ein Weltmeister für Racing

Mit Patrick Viera sitzt ab sofort ein früherer Weltmeister auf der Trainerbank des Racing Club de Strasbourg. Ob das die versprochenen Erfolge bringen wird, muss man abwarten.

Ob Patrick Viera die ehrgeizigen Ziele von Raacing erreichen kann? Foto: Simon Heseltine / Wikimedia Commons / CC-BY-SA 4.0int

(KL) – Nach dem Verkauf des Racing Club de Strasbourg an einen amerikanischen Investor, dem bereits der FC Chelsea gehört, fiebert Straßburg dem „Mercato“ entgegen. Die Fans warten auf die Verpflichtung von Top-Spielern, doch die sind bisher noch nicht nach Straßburg gekommen. Stattdessen wurde Trainer Antonetti entlassen, unter dessen Leitung der kaum noch für möglich gehaltene Klassenerhalt in der letzten Saison geschafft wurde und an seiner Stelle verpflichtete Präsident Marc Keller einen früheren Nationalmannschafts-Kollegen, den Weltmeister von 1998 Patrick Viera.

Als Spieler legte Patrick Viera eine erstklassige Karriere hin – bei AS Cannes, dem AC Mailand, Arsenal London, Juventus Turin, Inter Mailand und Manchester City, also nur bei Topclubs. Nach seiner aktiven Laufbahn begann der 107fache Nationalspieler seine Trainerlaufbahn bei New York City, OGC Nizza und zuletzt bei Crystal Palace in England. Und nun – Racing Club de Strasbourg.

Wie erfolgreich dieses Engagement sein wird, hängt davon ab, wie der Kader in der nächsten Saison aussehen wird. Mit der Truppe, die letzte Saison den Klassenerhalt nur mit Hängen und Würgen schaffte, sind die ambitionierten Ziele der Investoren nicht zu erreichen. Und überhaupt – kann man mit den US-Millionen den Erfolg wirklich kaufen? Das Beispiel Chelsea zeigt, dass das kein Selbstläufer ist. Dazu befinden sich mittlerweile nicht weniger als 10 Vereine des französischen Profi-Fußballs im Besitz ausländischer Investoren und es ist bereits rein rechnerisch klar, dass etliche dieser Vereine am Ende der Saison in die Röhre schauen werden.

Dass man Erfolg nicht einfach kaufen kann, das sollte sich herumgesprochen haben. Ob Bayer Leverkusen, Paris Saint-Germain oder Hertha BSC Berlin – überall reichten irrsinnige Investitionen nicht aus, die angestrebten Ziele zu erreichen.

Dass mit Patrick Viera nun ein Weltstar auf der Trainerbank sitzt, ist sicher eine gute Sache. Doch wird Racing auch unter einem Trainer Viera nur so gut spielen können, wie die Spieler gut sind. Bislang ist Straßburg aber keine Topadresse, zu der es die richtig guten Spieler zieht. Daher sollte man die Erwartungen etwas tiefer hängen als die vollmundig definierten Ziele, denn ansonsten könnte auch die nächste Saison wieder eine herbe Enttäuschung für die Fans werden.

Auf jeden Fall – herzlich willkommen in der Meinau, Patrick Viera!

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