Geburtstag: Eurojournalist(e) – sieben lange Jahre schon…

Heute feiert die erste (und einzige) deutsch-französische Internet-Tageszeitung ihren siebten Geburtstag. Sieben Jahre Arbeit und eine außergewöhnliche Geschichte - und der feste Wille, noch weiter zu gehen!

Heute dürfen wir uns mal ein Gläschen Champagner gönnen - denn heute erscheinen wir seit genau sieben Jahren! Foto: Harald Bischoff / Wikimedia Commons / CC-BY-SA 3.0

(KL) – So ganz elegant ist es nicht, wenn man sich selbst alles Gute zum Geburtstag wünscht. Aber zugegeben, wir sind schon ein bisschen stolz, nein, sogar sehr stolz, sieben Jahre lang allen Gegenwinden getrotzt und diejenigen Experten widerlegt zu haben, die uns zum Start von „2 Ufer – 2 Rives” (das war der erste Name unserer Zeitung) im Jahr 2009 „höchstens sechs Monate“ der Existenz prophezeit hatten. Sieben Jahre und drei Namenswechsel später sind wir immer noch da, mit dem festen Willen, auf unserem Weg des grenzüberschreitenden und zweisprachigen Journalismus weiterzumachen!

Nach „Zwei Ufer – Deux Rives“ wurde unsere Zeitung in „Drei Ufer – Trois Rives“ umbenannt, da wird der Ansicht waren (und sind), dass der Rhein in unserer Region am Oberrhein tatsächlich drei Ufer hat – eines in Frankreich, eines in Deutschland und eines in der Schweiz. Dann wurden wir zum „Eurojournal“, bevor wir im April 2014 zum „Eurojournalist(e)“ wurden, und Eurojournalist(e) werden wir bleiben.

Mehrere Mitwirkende haben die gesamten sieben Jahre hart für dieses Medienprojekt gearbeitet – zuallererst unser Straßburger Leitartikler Alain Howiller, der frühere Chefredakteur der „Dernières Nouvelles d’Alsace“, der, mit der Zuverlässigkeit eines Schweizer Uhrwerks, jeden Mittwoch den Leitartikel von Eurojournalist(e) schreibt – die Tatsache, dass sein Leitartikel ausgerechnet letzte Woche zum ersten Mal in sieben Jahren nicht am Mittwoch, sondern am Donnerstag erschien, lag einzig daran, dass ich an diesem Tag aus Frankreich zurückkam und keinesfalls an Alain Howiller… mein ganz herzlicher Dank geht also an Alain Howiller, ein Monument unseres Berufs, dem ich niemals genug dafür danken kann, dass ich das Privileg besitze, jede Woche sein erster Leser zu sein und so viel über den Journalismus von ihm lernen zu dürfen. Danke, Alain, dass Sie einer der Stützpfeiler von Eurojournalist(e) sind und bleiben!

Andere erstklassige Kontributoren haben dieses Medienabenteuer seit sieben Jahren ebenfalls überhaupt erst möglich gemacht. Dazu zählt der Journalist Arne Bicker in Freiburg, ebenso wie Antoine Spohr in Straßburg, der uns die Türen zu Mediapart.fr geöffnet hat, unser exzellenter Photograph (der im letzten Jahr für eines seiner großartigen Photos von Wikipedia ausgezeichnet wurde!) Claude Truong-Ngoc, der ebenfalls unser aufmerksames Ohr in der europäischen Hauptstadt ist und über alles Bescheid weiß, was dort passiert und dessen vielseitige Mitarbeit für Eurojournalist(e) mehr als wertvoll ist – ganz herzlichen Dank diesen Helden des deutsch-französischen Journalismus!

Vergessen wir aber nicht Peter Küchler, unseren großartigen Freiburger Photographen, Michael Magercord und seine feine Feder, Annette Weigand, Felix Neumann und seit kurzer Zeit unseren hoch talentierten Kinoexperten Nicolas Colle, Rainer Blocher, dessen Karikaturen wir bald wieder genießen dürfen, Alexis Lehmann, Yveline Moeglen, die großartige Martine Hiebel und all die anderen – Danke, Danke und nochmals Danke, dass Ihr alle Eurojournalist(e) begleitet und zu denen gehört, die dafür gesorgt haben, dass diese sieben Jahre so verlaufen sind, wie sie verlaufen sind!

Das schönste Geburtstagsgeschenk kommt aus Berlin, in der Person der hervorragenden Journalistin Mélanie Gonzalez, deren Talent Sie in ihrem ersten Artikel am Montag über das Außenministertreffen in Berlin kennenlernen konnten.

Ein großes Dankeschön geht auch an unsere Partner – seit unseren Anfängen stand immer in der einen oder anderen Form die Straßburger Stiftung „Fondation Entente Franco-Allemande“ an unserer Seite. Stolz sind wir auch darauf, dass der TV-Sender des Europäischen Parlaments „EuroparlTV“ zu unseren Partnern gehört, ebenso wie unser Lieblings-Fußballclub, der Sportclub Freiburg, zu dem auch der Abstieg in die Zweite Bundesliga nichts von unserer schon ewig dauernden Liebe genommen hat! Auch unsere Zusammenarbeit mit der wichtigsten französischen Online-Zeitung „Mediapart.fr“ gehört zu den wichtigen Dingen für uns – in der „Edition Eurojournalist(e)“ auf Mediapart erreichen wir Tausende, Zehntausende Leserinnen und Leser in ganz Frankreich und ich möchte Edwy Plenel und seinem Team für das in uns gesetzte Vertrauen danken! Seit kurzer Zeit fügt die Zusammenarbeit mit Radio France Bleu Alsace eine neue Dimension zu unserer Arbeit hinzu – jeden Morgen von Montag bis Freitag um 7:50 Uhr präsentiert Eurojournalist(e) die deutsche Presseschau unter dem Titel „De l‘autre côté du Rhin“ und diese tägliche Sendung ist für uns ebenfalls ein wichtiges Abenteuer – Danke, Alexandre Tandin, dass Du uns auf den wichtigsten Radiosender des Elsass eingeladen hast!

Und, natürlich, geht unser größter Dank an Sie, liebe Leserinnen und Leser, die uns seit sieben Jahren treu sind und immer mehr werden – Sie sind der Grund, warum es die erste deutsch-französische Internetzeitung überhaupt gibt!

Sieben Jahre – das ist eine Menge Arbeit. In sieben Jahren haben wir mehr als 10.000 Artikel und über 15.000 Photos veröffentlicht, ohne dabei die Arbeitsstunden, die Kilos Kaffee und die Stangen Zigaretten zu zählen, die wir bei der Produktion dieses deutsch-französischen Mediums verbraucht haben… Aber wir sind glücklich – nach sieben Jahren haben wir uns unseren Platz in der Medienlandschaft am Oberrhein und darüber hinaus erkämpft und das ist unser Wunsch für die nächsten sieben Jahre: Es wäre an der Zeit, dass wir endlich über ein Budget verfügen, mit dem wir unsere zahlreichen Mitstreiter entlohnen können, mit dem wir unseren Plan des Aufbaus von zwei echten Redaktionen in Freiburg und in Straßburg umsetzen können und damit wir junge Talente für den Online-Journalismus ausbilden können. Hierfür brauchen wir ein Budget und wir hoffen, dass die öffentlichen Stellen verstehen, dass ein Medium wie unseres eine Bereicherung für die ganze Region darstellt (auch, wenn wir manchmal nerven…) – und dass sie sich dazu durchringen, uns so zu unterstützen, dass wir unsere Arbeit weiter professionalisieren können. Da hätten alle etwas davon…

Aber heute öffnen wir erst einmal eine Flasche Champagner, sieben Jahre, das ist ein Grund zum Feiern. Niemand hat daran geglaubt, außer uns. Und sieben Jahre später freuen wir uns, dass wir damit richtig lagen, die erste deutsch-französische Internetzeitung zu starten! Es lebe die deutsch-französische Freundschaft! Es lebe Europa! Es lebe Eurojournalist(e)!

Mit herzlichen Grüßen

Kai Littmann
Chefredakteur

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