Hat sich Winfried Kretschmann doch getäuscht?

Der Ministerpräsident Baden-Württembergs Winfried Kretschmann ist der Ansicht, dass das Erlernen von Fremdsprachen überflüssig sei, da man ja alles per App übersetzen kann. Wirklich?

Öh, hat irgendjemand die Durchsagen verstanden? Nö, natürlich nicht... Foto: Euirojournalist(e) / CC-BY 2.0

(KL) – „Welcome on board of flight XY 210, Ladies and Gentlemen“, quakt es aus dem Lautsprecher. So weit, so gut. „Ourflighttokrchznsoowilltakeaboutgnardsfrop minutes and we strongly recommend you kqapprousterkn during the flight. Thank you very much“. Aha. Vielleicht ist die Durchsage ja auf Deutsch verständlicher. Ein frommer Wunsch. Auf Deutsch klingt es eher nach „Unsäparrflougnarretokrchznsoowrdes minutes unn zäärrenddesflougs bitte kqapprousterkn“. Aha. Ob Winfried Kretschmann am Ende doch Recht hat?

Ob Flughafen, Flugzeug, Bahnhof oder Zug, ob Deutsch, Englisch, Französisch oder Chinesisch, Durchsagen sind mittlerweile generell auf dem Niveau von „SänkjuforträvelingwissDeutscheBahn“ angekommen. Dabei wäre ja ab und zu mal eine Durchsage sogar wichtig, beispielsweise wenn sich in der letzten Minute das Gate oder der Bahnsteig ändert, wenn es wie so oft eine heftige Verspätung oder sonstwas gibt. Doch wenn einem der Ministerpräsident Baden-Württembergs ans Herz legt, es ihn, gleichzutun und auf das Erlernen von Fremdsprachen zu verzichten, dann folgen viele Menschen einem solchen Ratschlag, denn Winfried Kretschmann ist ein schlauer Mann, der viel in der Welt herumgekommen ist.

Aber wenn sich schon niemand darum schert, ob Reisedurchsagen verständlich sind oder nicht, warum sie dann nicht einfach abschaffen? Digitale Anzeigetafeln gibt es ja ohnehin schon und die unverständlich gequakten Durchsagen verunsichern eher, als dass sie informativ sind. Denn es könnte ja tatsächlich sein, dass einen das Gequake ausnahmsweise etwas angeht.

So ungern man Winfried Kretschmann widerspricht, es gibt zwei Dinge, die sich an Bahnhöfen und Flughäfen ändern sollten. Zum einen sollte man dringend die Sound-Systeme überprüfen und durch Anlagen ersetzen, deren Interferenzen das ohnehin schon unverständliche Gebrabbel ins völlig Bizarre verzerren und zum anderen sollte man bei Berufen, die mit internationalem Publikum zu tun haben, vielleicht doch ein wenig Wert auf Fremdsprachenkenntnisse legen. Nur mal so als Idee. Auch, wenn Winfried Kretzschmann das ganz anders sieht. Aber der hat ja auch bei jeder seiner Reisen Dolmetscher dabei. Und die können die Fremdsprachen, die Winfried Kretschmann für überflüssig hält…

2 Kommentare zu Hat sich Winfried Kretschmann doch getäuscht?

  1. Was haben schlecht verständliche Durchsagen mit Winfried Kretschmann zu tun?

    • Reisen Sie mal wieder und wenn Sie mehrsprachige Durchsagen in Bahnhöfen oder Flughäfen hören, werden Sie feststellen, dass Winfried Kretschmann Unrecht hat, wenn er sagt, dass man keine Fremdsprachen lernen muss. Das allgemeine Fremdsprachen-Niveau sinkt immer weiter, wie jeder feststellt, der solchen Durchsagen öfters ausgesetzt ist.

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