Mozzarella oder nicht?

Die Aufregung war groß – hat Donald Trump tatsächlich den italienischen Präsidenten mit „Mozzarella“ statt mit „Mattarella“ angesprochen? Und seit wann sind die USA Italiens Partner?

Mozzarella wird nicht besser, wenn man ihn seit den Tagen des alten Roms liegenlässt... Foto: Jon Sullivan / Wikimedia Commons / PD

(KL) – Die sozialen Netzwerke stehen Kopf. Donald Trump hat wieder einen ‘rausgehauen! Den armen italienischen Präsidenten Sergio Mattarella mit „Mozzarella“ angesprochen? Der Hammer. Stimmt aber vermutlich nicht und was die Sache besonders delikat macht, ist dass selbst das allwissende Internet keine Video- und Tonaufzeichnung des Zwischenfalls bereithält. Menschen, die den „Zwischenfall“ gehört haben wollen, behaupten, dass Trump keineswegs „Mozzarella“ gesagt habe. Könnte es sein, dass Trumps breite Aussprache von „Mattarella“ als „Mozzarella“ gehört wurde. Sprechen Sie mal „Mattarella“ mit breitem amerikanischem Akzent aus. „Mätserella“ – da haben wir’s. Es handelte sich also praktisch um ein phonetisches Problem?

Schlimm ist, dass man es dem amerikanischen Präsidenten ohne weiteres zutraut, sich derart im Ton zu vergreifen. Man rechnet heute ja bei den Politclowns dieser Welt täglich mit dem Schlimmsten. Sie lassen aber auch keinen Fettnapf aus, keine Gelegenheit, das Falsche zu sagen, es gibt keine sprachliche „rote Linie“ mehr. Aber das hier war wohl eher „Mätserella“. Kein Thema.

Aber wenn sie nicht absichtlich Blödsinn erzählen, dann tun sie es aus Versehen. Wie bei der zweiten Aussage, die Trump beim Besuch des italienischen Präsidenten machte und die, sagen wir mal, entweder bescheuert oder mächtig unglücklich war. So sagte Trump: „The United States and Italy are bound together by a shared cultural and political heritage dating back thousands of years to Ancient Rome.“ Vermutlich meinte Trump damit nicht, dass die USA seit dem Römischen Reich mit Italien zusammenarbeiten. Das wäre auch ziemlich schwierig, denn das Römische Reich endete am 4. September 476 mit der Abdankung von Kaiser Romulus Augustulus, während die USA erst 1776 gegründet wurden.

Aber so dämlich kann nicht einmal Donald Trump sein zu glauben, dass die USA und Italien seit Jahrtausenden Partner sind. Vermutlich meinte er auch gar nicht, was er gesagt hat. Man könnte sich vorstellen, dass er damit sagen wollte, dass sich die „amerikanischen Werte“ in Kultur und Politik eng an der Größe des alten Roms orientieren und dass dadurch eine Verbindung zwischen beiden Ländern besteht. Das ist zwar inhaltlich auch ziemlich grober Schwachsinn und klingt nach einem Vergleich zwischen Walt Disney und Botticelli, aber immerhin, das ist ein bisschen weniger schwachsinnig als die Behauptung, die Zusammenarbeit würde seit den Tagen des alten Roms bestehen.

Was lernen wir daraus? Donald Trump braucht ein neues Übersetzerteam. Ein Übersetzer oder eine Übersetzerin reichen bei Donald Trump nicht aus. Er braucht ein Team, das sein Geblubber erst ins Englische übersetzt und von dort aus kann man seine Ergüsse in andere Sprachen übertragen.zzarella und eine Kooperation USA-Italien seit rund 2000 Jahren. Hm. Wir haben das jetzt mal als unglückliche Missverständnisse in Sinne von Donald Trump interpretiert. Sagen wir mal, dass die Meldungen eine Art unglückliche Fake News war, von Trump selbst initiiert. Das allerdings ändert nichts daran, dass die Stellungnahmen Trumps zu praktisch allen aktuellen Themen nachvollziehen lassen, warum die Demokraten diesen Mann aus dem Amt entfernen wollen. Wenn Donald Trump tatsächlich das Beste ist, was die Amerikaner für das höchste Staatsamt zu bieten haben, dann gute Nacht…

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

*



Copyright © Eurojournaliste