Racing Straßburg gewinnt den Ligapokal

Nach einem schwierigen Sieg (4:1 n. E.) gewinnt Racing Straßburg nicht nur den Ligapokal, sondern beschert der Meinau ab dem Sommer auch wieder Europapokal-Abende!

Ja! Der Ligapokal ist in Strassburg angekommen! Glückwunsch! Foto: Eurojournalist(e) / CC-BY-SA 4.0int

(KL) – Woran man sich in vielen Jahren noch erinnern wird, das ist nicht die Art und Weise, wie Racing den Ligapokal gegen EA Guingamp aus der Bretagne gewonnen hat, sondern DASS die Truppe den Pokal ins Elsass geholt hat. Und der eine oder andere wird sich auch in ein paar Jahren noch an den frechen Panenka-Elfmeter von Dimitri Lienhard erinnern – und die Nummer 11 des Teams bestätigte mit diesem Elfmetertor, dass er der Mann für die wichtigen Tore ist, nachdem sein Last-Minute-Tor am letzten Spieltag der letzten Saison gegen Olympique Lyon den Straßburgern den Klassenerhalt sicherte. Champagner!

Das Finale war ein taktisch hoch diszipliniertes Spiel von zwei gut eingestellten Mannschaften, deren Hauptsorge allerdings das Vermeiden von Fehlern war, was auch beiden Teams gut gelang. Für die Zuschauer wurde es dadurch zwar etwas langweilig, denn das Spiel fand überwiegend im Mittelfeld statt und Torraumszenen waren Mangelware, doch wer will es diesen beiden Teams verdenken? Dass weder Racing noch die akut abstiegsgefährdeten Bretonen aus Guingamp Lust hatten, mit wehenden Fahnen ins offene Messer zu laufen, war nachvollziehbar.

Die wenigen Torchancen machten die beiden guten Torhüter zunichte und so plätscherte das Spiel eben vor sich hin bis zur 90. Minute. Und dann weiter bis zur 120. Minute. Und vermutlich hätte beide Mannschaften auch nochmal 120 Minuten spielen können, ohne dass ein Tor gefallen wäre. Es war einfach kein Tag für Tore. Und so kamen die Fans im Stade Pierre Mauroy in Lille in den Genuss dieser nervenzehrenden Sequenz des Elfmeterschießens. Eine Lotterie. Minuten, in denen Heldengeschichten geschrieben werden. Auch die von tragischen Helden.

Für Guingamp ging es gleich schlecht los. Nachdem Prcic Racing mit 1:0 in Führung gebracht hatte, ballerte Alexandre Mendy das Spielgerät hoch über das Tor. Adrien Thomasson erhöht auf 2:0. Etienne Didot bringt Guingamp zurück ins Geschäft, 2:1 für Racing. Und dann kam dieser Elfmeter von Dimitri Lienhard, der den Ball einfach wie in Zeitlupe hoch in die Tormitte chippte, wie einst der Tcheche Panenka bei der EM 1986. Frech. 3:1. Und dann hechtete Torhüter Kamara in die richtige Ecke und hielt den Elfmeter von Robin Rodelin. Carole verwandelt cool den Matchball zum 4:1 und acht Jahre nach dem Zwangsabstieg von Racing Straßburg in die 5. Liga, erreicht Racing wieder die Bel Etage des europäischen Fussballs, Marc Keller sei Dank!

Was Racing Straßburg in den letzten Jahren geleistet hat, ist sensationell. Nachdem es aufgrund zahlreicher Unregelmäßigkeiten und Skandale zum Zwangsabstieg in die 5. Liga gekommen war, hat es Racing tatsächlich geschafft. Aufstieg nach Aufstieg und nach einer sehr guten Saison 2018/19, in der Racing gut im oberen Drittel der Tabelle steht, ist der Ligapokal nun das Sahnehäubchen. Ein einziges Wort: BRAVO!

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