Reise ins Herz Frankreichs (1) – Den Nachbarn besser verstehen

In dieser Woche werden Sie einiges über Frankreich erfahren, was es Ihnen vielleicht erleichtern wird, unsere Nachbarn besser zu verstehen. Denn trotz aller Nähe gibt es große Unterschiede.

Diese Woche werden Sie einiges über Frankreich lesen, was auch für Sie neu sein könnte. Eine Reisereportage und Liebeserklärung an Frankreich. Foto: User: Rei-artur / Wikimedia Commons / CC-BY-SA 3.0

(KK/WB) – Wir am Oberrhein denken immer, dass wir unsere französischen Nachbarn verstehen. Denn immerhin leben wir ja in unmittelbarer Nähe, kaufen in französischen Supermärkten ein, besuchen französische Kulturveranstaltungen im Elsass und pflegen die deutsch-französische Zusammenarbeit in unserer Grenzregion. Doch Frankreich ist weitaus komplexer, was unter anderem auch daran liegt, dass unser Nachbarland eine lange Geschichte hat, die wir in Deutschland nicht haben. „Deutschland“ gibt es seit weniger als 200 Jahren, zuvor war das, was wir heute als Deutschland kennen, ein Flickenteppich aus zahllosen kleineren und größeren Staaten, Fürstentümern, Grafschaften und anderen Feudalsystemen. Frankreich als Nation hingegen gibt es schon viel länger.

Daher ist ein Team von Eurojournalist(e) ins Herz Frankreichs gefahren. Nicht etwa über die Autoroute du Soleil ans Mittelmeer oder in die Hauptstadt Paris, sondern über die kleinen, oftmals malerischen Nebenstrecken einmal quer durchs Land bis an den Atlantik. Denn hier schlägt das eigentliche Herz Frankreichs – von historischer Grandezza über harte Landarbeit bis hin zu einer einzigartigen Kultur.

Die Regionen, die wir durchquert haben, sind so verschieden, wie auch die einzelnen Regionen in Deutschland verschieden sind. Abwechslungsreiche Landschaften prägen die Menschen und ihren Alltag, ihre Sprache, ihre Gastronomie und ihre Kultur. Doch trotz aller Unterschiede zieht sich der Faden „Frankreich“ durch alle Regionen. Die Nation und ihre Geschichte sind omnipräsent und bilden die Grundlage für einen sympathischen Chauvinismus, der, anders als in Deutschland, nicht in blinden Nationalismus umschlägt.

Wir können viel von den Franzosen lernen, denn die Geschichte hat die Franzosen gelehrt, sich auch in harten Zeiten rund um das Konzept der „Nation“ zu versammeln. Dies ist nicht nur interessant, sondern kann uns als Beispiel dienen, wie man eine Gesellschaft organisieren kann. Natürlich ist auch in Frankreich nicht alles perfekt, denn Perfektion ist nicht von dieser Welt. Doch lohnt es sich, diesen Blick über die Grenze zu werfen, denn wenn man besser versteht, wie unser französischer Nachbar tickt, dann versteht man auch etwas besser, wie wir selber funktionieren und dass es viel besser wäre, würde man auch in Deutschland ein wenig entspannter mit der Idee der „Nation“ umgehen.

Morgen lesen Sie hier den ersten Teil dieser Reisereportage, die an der Loire beginnt. Mitten im Herzen Frankreichs. Wir freuen uns darauf, Sie mitnehmen zu dürfen!

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