War überhaupt Weihnachten?

Wer heute die Zeitung liest oder die Nachrichten schaut, der kann ernste Zweifel haben, ob wir tatsächlich gestern das „Fest der Liebe“ gefeiert haben.

Er kam, sah und machte sich schleunigst wieder auf den Heimweg - der Weihnachtsmann. Foto: Mutaz Albar / Wikimedia Commons / CC-BY 3.0

(KL) – Während viele, auch das Team von Eurojournalist(e), einen Break gemacht und im Kreise der ihren Weihnachten gefeiert haben, kann man das Gefühl bekommen, dass die Welt dieses „Fest der Liebe“ nicht begangen hat. Ob nun Weltkrisen oder nationale Politik, die Akteure, die diese Welt vergiften, haben offenbar auf Weihnachten 2023 verzichtet und so weitergemacht wie in den Tagen zuvor.

Für die Hochwasser in Niedersachsen und Thüringen und in anderen Bundesländern und Regionen in anderen Ländern kann „niemand“ etwas (bis auf diejenigen, die den Klimawandel zu verantworten haben), doch fällt auf, dass diese Überschwemmungen inzwischen jedes Jahr stattfinden und dabei viele Existenzen wegspülen, denn angesichts der horrenden Versicherungsprämien können es sich viele Hausbesitzer nicht mehr leisten, sich umfassend zu versichern und geraten deshalb massiv unter Druck, wenn ihre Häuser unter Wasser stehen, wie es eben jetzt vielerorts der Fall ist.

Wenn „niemand“ etwas für den Klimawandel und dessen Phänomene kann, wundert man sich doch über die „Weihnachtsbotschaften“ aus der deutschen Politik. Oppositionschef Friedrich Merz verkündet zu Weihnachten das Ende der „Ampel“ und will vorgezogene Bundestagswahlen am 9. Juni erreichen, am Tag der Europawahl. Offenbar kann es dem Mann gar nicht schnell genug gehen, die AfD in Regierungsverantwortung zu sehen, denn er will ohne Koalitionsaussage in einen kurzen Wahlkampf gehen, sofern es tatsächlich zum Bruch der Regierungskoalition kommt. Aber ob Weihnachten der richtige Moment ist, den Menschen mit solchen Themen und Aussagen auf die Nerven zu gehen?

Im Ukraine-Krieg geht die beidseitige Propaganda ungebremst weiter, auch dort fand kein Weihnachten statt. Obwohl die Ukraine offiziell Weihnachten feierte und diesen Umstand lediglich als medienwirksames „Lossagen“ vom orthodox geprägten Russland verstanden wissen wollte, wo man Weihnachten erst im Januar feiert. Ansonsten, Propaganda as usual. Russland verkündet die Einnahme des Städtchens Marjinka, was die Ukraine umgehend dementiert. Nur über Frieden will keine der Seiten verhandeln, dazu verdienen zu viele Menschen an diesem Krieg zuviel Geld.

Gleiches gilt für Gaza, wo das Töten unvermindert weitergeht. Die Weltöffentlichkeit hat sich inzwischen für eine Opfer-Täter-Umkehr entschieden (da haben CDU und FDP ausnahmsweise Recht) und sehen inzwischen die Terroristen der Hamas nur noch als Opfer. Selbst die UNO und andere wichtige Organisationen verzichten mittlerweile darauf, die Hamas zur Freilassung der Geiseln aufzufordern, die sich seit dem 7. Oktober in der Hand der Terroristen befinden. Dass man inzwischen immer mehr Geiseln tot auffindet, kümmert die Weltöffentlichkeit nur noch wenig.

Dazu Terrorwarnungen über Terrorwarnungen, angeblich wurden quer durch Europa Terroristen verhaftet, die Anschläge vorbereiteten. Darunter auch Hamas-Terroristen, also diejenigen, für die wieder in vielen Städten Freunde des Terrorismus demonstrieren gehen. Passiert ist in dieser Adventszeit zum Glück nichts. Ob das daran liegt, dass die Behörden Anschläge verhindern konnten oder daran, dass es diese Terroristen vielleicht gar nicht gab, das werden wir wohl kaum erfahren. Doch die vielen Anschlagsdrohungen können irgendwann auch zum „Schwarzen Wolf-Syndrom“ führen – bis es wieder zu einem solchen Anschlag kommt. Angeblich sollen solche Anschläge für die Sylvesternacht geplant sein. Das Leben mit der Angst ging also auch an Weihnachten weiter.

Das „Fest der Liebe“ hat nur sehr kurz gedauert. Nach einer Adventszeit, die sich als Konsumrausch darstellte, geht es nun genauso weiter wie vorher. Oft wünscht man sich „besinnliche Festtage“ zu Weihnachten. Doch zur Besinnung scheinen nicht viele Menschen gekommen zu sein. Freuen wir uns also jetzt schon auf die Neujahrs-Ansprachen unserer Führerlein, die uns sicherlich erzählen werden, dass 2023 schwierig war, 2024 voller Hoffnung ist und dass alles, was sie so verzapfen, „alternativlos“ ist. Es wird an uns liegen, diesen Politiker-Karikaturen im Jahr 2024 an der Wahlurne zu sagen, was wir von ihnen halten. Aber bis dahin ist noch Zeit und jetzt verdauen wir erst einmal die Weihnachtsgans. Die war nämlich ganz ausgezeichnet.

3 Kommentare zu War überhaupt Weihnachten?

  1. Also, an Ihrer Stelle würde ich mal ernsthaft über Selbstmord nachdenken, soviel Depression hält man doch nicht aus. Respekt ..

    • Was für ein selten dämlicher und geschmackloser Kommentar! Und – ab Januar blockieren wir alle Kommentatoren, die sich feige hinter Pseudonymen verstecken.

  2. Ja, machen Sie das mal. Vielleicht reduziert das den inneren Zwang, den „eurojournalistischen“ Unsinn kommentieren zu müssen.

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