Was von der PS im Elsass bleibt – Das Fähnlein der fünf Aufrechten…

Niemand kann mehr die Augen davor verschließen, dass die PS in Frankreich gerade zum Auslaufmodell wird. Diese Probleme werden auch auf Straßburg abfärben.

Roland Ries und Robert Herrmann - an diesen beiden hängt die Zukunft der PS im Elsass. Foto: Claude Truong-Ngoc / Eurojournalist(e)

(KL) – Das Elsass hat stramm rechts gewählt, wie es das immer tut. Nur noch ein wenig weiter rechts. Dabei konnten die Sozialisten im ganzen Elsass, also in den beiden Departements Bas-Rhin und Haut-Rhin, zusammen nur 5 Departementsrats-Sitze gewinnen, der Rest ging geschlossen an die UMP. Vier dieser Sitze eroberte die PS im Großraum Straßburg, dem letzten rosa Flecken im Bas-Rhin und im Haut-Rhin hatten die Kandidaten der Linken Glück – mit 404 Stimmen Vorsprung konnten sie im Kanton Wittenheim gerade noch die Kandidaten des Front National im Schach halten.

Vier Musketiere der PS konnten sich in Straßburg durchsetzen – die Dezernenten Matthieu Cahn, Eric Elkouby, Olivier Bitz und Serge Oehler gewannen ihre Wahlkreise; in Wittenheim konnten sich P. Vogt und M.-F. Vallat hauchdünn gegen die FN-Kandidaten behaupten. Das war es dann auch schon. Ansonsten ist das Elsass nach wie vor fest in der Hand der Konservativen, die bei dieser Departementswahl überraschend einen neuen Wettbewerber fanden – die Autonomisten-Partei „Unser Land“ nahm der PS im ersten Wahlgang eine ganze Menge Stimmen ab. Wobei man damit rechnen kann, dass die Autonomisten als typische „Single-Issue-Partei“ kaum eine Chance haben, sich dauerhaft in der politischen Landschaft zu etablieren.

Was nun?, möchte man die PS im Elsass fragen, die immerhin die Geschicke der Stadt Straßburg und der Eurometropole leitet. Im Grunde haben OB Roland Ries und der Präsident der Eurometropole, genau wie François Hollande und Manuel Valls, nur eine Chance, das Überleben der PS zu sichern – sie müssen liefern, liefern und nochmals liefern. Und zwar nicht nur in Form großartiger Ankündigungen, denn die haben die Franzosen und die Elsässer von der PS nun genug gehört. Ab sofort heißt es, Dinge konkret und besser anpacken, denn ansonsten haben die Franzosen und die Elsässer künftig nur noch eine Wahl, nämlich diejenige zwischen „rechts“ und „rechtsextrem“.

Doch hat man das Gefühl, als würde die Stimme der elsässischen PS in Paris nicht allzu viel zählen. Da ist es sicherlich nicht förderlich, dass der Erste Beigeordnete Bürgermeister Alain Fontanel seinen zweiten Wahlgang verloren hat – denn Verlierer bekommen in der PS-Parteizentrale in der Pariser Rue Solférino nicht viel Aufmerksamkeit.

Die Konservativen im Elsass, von denen viele ihre Sitze im Departementsrat (früher Generalrat) verteidigen konnten (unter anderem Jean-Philippe Maurer, Pascale Jurdant-Pfeiffer oder auch Yves Le Tallec) dürfen sich aber auch nicht auf den Lorbeeren ausruhen. Denn letztlich wurden viele der UMP-Departementsräte vor allem deshalb gewählt, um den Rechtsextremen nicht zu viel Spielraum zu geben.

Unruhige Zeiten kommen auf Frankreich und das Elsass zu. Und irgendwie wachte am Montag Frankreich nach einer Wahl auf, kratzte sich am Kopf und wunderte sich, warum die Politik im Land immer weiter aus dem Ruder läuft.

3 Kommentare zu Was von der PS im Elsass bleibt – Das Fähnlein der fünf Aufrechten…

  1. Beyer Antoine // 31. März 2015 um 11:35 // Antworten

    Qui sème du vent récolte la tempête.

    Wer Wind (oder besser gesagt Luft) sät, wird Sturm ernten

    • Kai Littmann // 31. März 2015 um 12:06 // Antworten

      J’aimerais pouvoir te contredire, Antoine, mais tu n’as pas tort. Par contre, je me demande si une France résolument à droite s’en sorte mieux. Il suffit de se souvenir des “années Sarko” (et avant) pour constater que la “vague bleue” n’est pas vraiment une raison pour se réjouir. Surtout en considérant qu’une certaine Marine Le Pen guette le pays…

  2. Beyer Antoine // 31. März 2015 um 19:57 // Antworten

    Mon avis ce n’est pas qu’il faille chercher un sauveur providentiel, surtout pas ! Il faut rendre et organiser (ou simplement donner) le pouvoir aux populations aux différentes échelles. Il faut de l’initiative et une reconnaissance, que ce soit à l’échelle communale ou régionale. Et surtout arrêter tout imposer d’en haut et du centre !

    Bien à toi.

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