40 Jahre Tchernobyl
Vor genau 40 Jahren kam es im ukrainischen Tchernobyl zu einem nuklearen Super-GAU. Die Spuren sind heute noch sichtbar und werden es noch Jahrtausende bleiben.
Die Geisterstadt Pripyat, im Hintergrund der „Sarkophag“ über dem havarierten Atomkraftwerk Tchernobyl. Foto: Konung yaropolk / Wikimedia Commons / CC-BY-SA 4.0int
(KL) – Wer älter als 40 Jahre ist, der erinnert sich an den Super-GAU in Tchernobyl, der Europa radioaktiv verseuchte, Menschen tötete und die Frage stellte, ob der Mensch eine Technologie wie die Atomkraft wirklich beherrschen kann. Tchernobyl liefert die erste Antwort, die „nein“ lautete. Einige Jahre später zeigte der nukleare Super-GAU im japanischen Fukushima, dass die Antwort wirklich „nein“ ist. Das allerdings hält viele Länder, darunter auch die Ukraine, nicht davon ab, weiter massiv auf Atomkraft setzen zu wollen.
Die Diskussionen sind immer die gleichen, die offenen Fragen sind nie beantwortet worden. Dabei geht es nicht nur um die Betriebssicherheit, sondern auch um die nicht geklärte Frage der Endlagerung radioaktiver Abfälle, für die es bis heute keine technische Lösung gibt, da diese Abfälle für Zehntausende Jahre sicher gelagert werden müssen und niemand vorhersagen kann, wie die Welt in 25.000 Jahren aussieht. Von den Kosten, die dann über Jahrtausende anfallen, ganz zu schweigen.
Die Konsequenzen der großen nuklearen Katastrophen werden allerdings schon wieder vergessen. Die EU hat die Atomkraft in den „Green Deal“ integriert und viele Länder sind wieder bereit, pharaonische Summen in diese unter dem Strich teuerste Energiequelle von allen zu investieren, statt auf Erneuerbare Energien und saubere Energiequellen wie Natürlichen Wasserstoff zu setzen. Dabei ist das Hauptproblem, dass die Energie-Konzerne mit „sauberen“ Energien weniger Geld verdienen als mit Atomkraft, Kohle oder Gas. Die Lobbys dieser Energien sind extrem virulent und präsent, wie beispielsweise bei den sinnlosen COP-Konferenzen.
Die Gegend von Tchernobyl ist heute eine Geisterregion, und ähnlich wie in Hiroshima und Nagasaki sind die Langzeit-Folgen für die Betroffenen unmenschlich. Aber die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki sind nur noch Schwarz-Weiß-Bilder aus Geschichtsbüchern, was auch schon für Tchernobyl und sogar für Fukushima gilt.
Das Märchen von der billigen und zuverlässigen Atomkraft kann nur deshalb aufrecht erhalten werden, weil sich nach wie vor alle Betroffenen weigern, die Folgekosten der Endlagerung in die Berechnungen zu integrieren. Würde man realistisch kalkulieren, würde man feststellen, dass Atomkraft die teuerste und unsicherste Energiequelle ist. Aber das hält die Politiker nicht davon ab, ein „Revival“ der Atomenergie zu propagieren, statt sich ernsthaft um den Ausbau der alternativen Energien zu kümmern. Dass das funktionieren kann, sieht man in Deutschland, wo inzwischen bereits zwei Drittel der Energie aus erneuerbaren Quellen stammen und der Ausbau zügig vorangetrieben wird.
Tchernobyl ermahnt uns, nicht die gleichen Fehler erneut zu begehen, sondern sich um Alternativen sowohl zur Atomkraft, als auch zu fossilen Energieträgern zu kümmern. Wohin die Abhängigkeit von fossilen Energien führt, sieht man heute im Zusammenhang mit den Kriegen in der Ukraine und im Mittleren Osten – und da gibt es künftig den Königsweg des Natürlichen Wasserstoffs. Aber so lange die Lobbys die Politik unter Druck setzen, so lange wird man am Märchen der „sicheren und kostengünstigen Atomkraft“ festhalten. Wie in Tchernobyl.
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