8. März – Internationaler Tag der Frauenrechte
Nein, heute ist nicht einfach „Weltfrauentag“. Pralinen und Blumen sollte man heute lieber vergessen, dafür ist Nachdenken angesagt, wie man die Gleichstellung von Mann und Frau hinbekommt.
Bunt und laut - so ist die Forderung nach Gleichstellung zwischen Mann und Frau. Foto: Makeip / Wikimedia Commons / CC-BY-SA 4.0int
(KL) – Verdammt, verdammt, verdammt – wir schreiben das Jahr 2026 und immer noch muss der „Internationale Tag der Frauenrechte“ begangen werden, ja, die Notwendigkeit ist heute sogar noch größer als in den letzten Jahren. Denn die Rolle der Frau und ihre Rechte werden weltweit wieder in Frage gestellt, in einer Welt, in der uns täglich suggeriert wird, dass Gewalt der einzige Weg zur Konfliktlösung ist. Dass auch heute wieder der „Internationale Tag der Frauenrechte“ begangen werden muss, ist ein Armutszeugnis für die männliche Hälfte der Welt.
Nach wie vor sterben Frauen durch aktuelle oder ehemalige Partner, nach wie vor ist häusliche Gewalt ein nahezu tägliches Thema, nach wie vor erhalten Frauen für gleiche Arbeit nicht die gleiche Entlohnung, nach wie vor ist sexuelle Gewalt ein Verbrechen, das insbesondere in den vielen Kriegen eingesetzt wird, nach wie vor wird die Welt von Männern regiert, für die Frauen (und minderjährige Mädchen) lediglich Objekte ihrer Begierde und ihrer Gewalt sind.
Eine in 29 Ländern vom Institut „Ipsos“ durchgeführte Umfrage zeigt, dass es nicht besser, sondern schlechter wird. Junge Männer der „Generation Z“ sind mehrheitlich der Ansicht, dass schon mehr als genug für die Gleichberechtigung von Mann und Frau getan wurde, so dass heute ihrer Meinung nach eher Männer als Frauen diskriminiert werden. 31 % der jungen Männer finden, dass eine Frau immer ihrem Mann zu gehorchen habe – und diese Umfrage wurde in westlichen Ländern und nicht etwa in Afghanistan durchgeführt.
Für Kelly Beaver, die Chefin von „Ipsos“ in Großbritannien und Irland, zeigt diese mit 26.000 Befragten durchgeführte Umfrage, dass wir eventuell „eine große Neuverhandlung der Geschlechterrollen in der heutigen Gesellschaft“ erleben. Und das ist eindeutig ein Rückschritt, denn dieses anachronistische Bild der Beziehungen zwischen Mann und Frau ist der Nährboden, auf dem Gewalt gegen Frauen wächst.
Eigentlich hatte wir in der „Boomer-Generation“ gedacht, dass wir kurz vor der Überwindung dieser Ungleichheiten stehen. So sind auch die Umfrage-Ergebnisse für diese Alterklasse völlig anders – in der älteren Generation besteht eindeutig der Wunsch, Ungleichheiten zu überwinden und Gewalt gegen Frauen durch Bildung und Erziehung zu stoppen. Dieser Wunsch besteht in den jüngeren Generationen offensichtlich nicht.
Die Soziologen werden nun rätseln, wie es dazu kommen kann, dass die Gleichstellung von Mann und Frau bei den jüngeren Generationen nur noch ein Randthema ist. Doch erscheint es in der heutigen Welt fast schon normal, dass Gewalt gegen Frauen nur noch begrenzt wahrgenommen wird.
Die USA werden heute von einem Präsidenten regiert, für den Frauen nur Objekte sind, die man „grab them by the pussy“ sollte. Wenn man dann die Zeugenaussagen aus den Epstein-Files liest, stellt man fest, dass auf höchster Ebene in den USA Frauen nicht mehr sind als Spielzeuge für mächtige Pädophile, wobei auch die Frauen in hohen Positionen in den USA nur Marionetten sind, die wiederum von Männern gesteuert werden.
Aber wie lange soll es denn noch dauern, bis die eine Hälfte der Weltbevölkerung die andere Hälfte der Weltbevölkerung als gleichberechtigt und auf gleicher Augenhöhe betrachtet? Im Grunde ist es ein Skandal, dass man an jedem 8. März diesen Tag begehen muss, doch heute ist dieser Tag sogar noch wichtiger als in der Vergangenheit, denn die folgenden Generationen haben ein Mann-Frau-Bild, das eher ins letzte Jahrhundert passen würde und leider den Nährboden für Gewalt gegen Frauen wieder wässert.
Heute ist kein Tag, um Blumen und Pralinen zu verschenken, heute ist ein Tag, an dem man nachdenken sollte, was alles so schief läuft, dass wir geradezu Rückschritte statt Fortschritte machen. Dazu sollte man sich auch fragen, was die älteren Generationen falsch gemacht haben, dass die nächsten Generationen wieder ein so schräges Mann-Frau-Bild haben. Lernt die Menschheit eigentlich nie?
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