Ab 7h30 schweigen die Waffen in Gaza
Der Waffenstillstand in Gaza ist nun in Kraft und die Welt wartet auf die Ankunft der israelischen Geiseln. Es herrscht nervöse und angespannte Hoffnung.
Darum und nur darum geht es momentan. Alles weitere wird man später sehen. Foto: R1237h / Wikimedia Commons / CC-BY-SA 4.0int
Aktualisierung 2 – Die Waffenruhe ist um 10h15 in Kraft getreten.
Aktualisierung 1 – 9h30 – die Waffenruhe ist noch nicht in Kraft, da die Hamas die Namen der ersten freizulassenden Geiseln nicht übermittelt.
(KL) – Der Waffenstillstand tritt nun in Kraft, doch nur wenige Stunden vor Inkrafttreten der Waffenruhe deutete ein erneutes Terror-Attentat in Tel Aviv darauf hin, wie wackelig dieser Waffenstillstand ist, der in der ersten von drei Phasen 42 Tage dauern soll. In dieser Zeit sollen 33 israelische Geiseln gegen eine hohe Anzahl palästinensischer Gefangener ausgetauscht werden, je nach Quelle 738 bis 1890, darunter offenbar auch verurteilte Terroristen. Doch all das interessiert momentan in Israel kaum jemanden – denn hier warten die Familien auf die Rückkehr ihrer Angehörigen, wobei viele die traurige Gewissheit erhalten werden, dass ihre Angehörigen ermordet wurden. Ob sich die Hamas traut, im ersten Zug des Austauschs auch ermordete Geiseln zu übergeben, wird man sehen.
Dieser Waffenstillstand ist der erste Hoffnungsschimmer, aber zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht mehr. Denn er kann nur andauern, wenn sich beide Seiten daran halten und angesichts der Erklärungen der Hamas, dass die Terror-Organisation trotz dieser Waffenruhe keinesfalls von ihrem Endziel abrückt, sollte man ernst nehmen. Denn dieses Endziel lautet, dass man den Staat Israel vernichten will. Insofern wird diese Waffenruhe der angeschlagenen Terror-Organisation ermöglichen, sich neu aufzustellen und das wird sie nicht tun, um zu einer friedlichen „Lösung“ des Konflikts zu kommen. Doch offenbar ist diese Waffenruhe der einzige Weg, um wenigstens einen Teil der Geiseln des 7. Oktober 2023 zurückzubringen.
Richtige Jubelstimmung kommt in dieser Situation verständlicherweise nicht auf – dazu ist dieser Waffenstillstand zu wackelig und der Preis, den Israel für die Rückkehr der Geiseln zahlt, ist sehr hoch. Alles ist für den Empfang der Geiseln vorbereitet, Psychologen stehen bereit, um die Freigelassenen zu betreuen, doch ist jedem klar, dass diese Personen für ihr ganzes weiteres Leben schwerst traumatisiert sein werden, nach allem, was sie am 7. Oktober 2023 und seitdem durchgemacht haben.
Dass während dieser Waffenruhe auch das Sterben in Gaza aufhört, ist erfreulich, doch sollte man nicht vergessen, dass das Leben der palästinensischen Bevölkerung der Hamas egal ist. Sollte es die Terror-Organisation für opportun halten, die Waffenruhe zu brechen, wird sie dies ohne Rücksicht auf die Bevölkerung in Gaza tun, da nicht die Terroristen, sondern in erster Linie die Zivilisten in Gaza für die Handlungen der Hamas bezahlen müssen.
Doch wie bereits gesagt, momentan geht es um nichts anderes als die Freilassung der Geiseln. Zu einem späteren Zeitpunkt wird man grundsätzlich die Frage diskutieren müssen, ob und wie man mit Terroristen verhandeln kann und soll und es gibt zahlreiche weitere Fragen, die besprochen werden müssen. Doch nun geht es einzig und alleine darum, die Geiseln aus ihrem Martyrium zu befreien, alles weitere wird man später sehen.
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