Alles Lügen – nichts stimmt mehr
Ob es um den Konflikt USA-Iran geht, oder um Israel-Hisbollah – täglich wird die Nachrichtenlage verworrener. Nur eines ist klar – alle Beteiligten lügen wie gedruckt.
Das Weiße Haus in Washington ist zu einem „House of Lies“ geworden. Foto: House of Lies / Wikimedia Commons / PD
(KL) – Gestern war ein interessanter Tag, um den Titel dieses Artikels anhand der Praxis zu überprüfen. Während Teheran erklärte, dass die Verhandlungen mit den USA seit Tagen eingestellt seien, da man sich im Kreis bewegt und keine Fortschritte gemacht habe, trötete Donald Trump wenig später in die Welt, dass man jeden Tag verhandele, dabei tolle Fortschritte mache und dass ein Abkommen kurz bevorstünde. Ja, was denn nun?
Wir kommen jetzt an den Punkt, an dem man den USA genau so wenig trauen kann wie dem mörderischen Mullah-Regime. Hatte nicht vor zwei Wochen der US-Außenminister Marco Rubio stolz der Presse berichtet, dass man „schon in wenigen Stunden“ das fertige Abkommen mit dem Iran präsentieren könne? Abgesehen davon, dass sich bereits vor zwei Monaten Donald Trump für seinen „totalen und historischen Sieg über den Iran“ selbst feierte? Hatte nicht derselbe Trump ebenso selbstzufrieden verkündet, dass der Iran bereit sei, sein angereichertes Uran den USA zu überlassen, was sofort von Teheran dementiert worden war?
Die permanenten Fake News aus Washington, in die Welt gesetzt von einem Präsidenten, der fast täglich die Pressevertreter als Fake News verunglimpft, machen eine Einschätzung der Lage im Iran fast unmöglich. Unverständlich ist dabei auch, was Trump mit seinen täglichen Lügen beabsichtigt. Selbst der verblödetste MAGA-Jünger muss doch irgendwann merken, dass nichts von dem, was Trump erzählt, stimmt. Ob Trump mit diesem kindischen Verhalten auch nur mittelfristig sein völliges Versagen im Iran weiter bemänteln kann, ist mehr als fraglich. Und wenn die Öffentlichkeit irgendwann das Interesse an diesem Iran-Krieg verliert, dürften auch die Forderungen nach der Veröffentlichung der ungeschwärzten Epstein-Files wieder lauter werden. Zu gewinnen hat Trump also mit seinen Lügen nichts.
Nicht viel anders sieht es zwischen Israel und der Hisbollah aus. Hier herrscht offiziell eine Waffenruhe, die lang und breit kommuniziert wurde, an die sich allerdings keine der beiden Seiten hält. Und auch hier wird weiter gelogen, dass sich die Balken biegen. Trump behauptet, er habe Nethanjahu von einem Angriff auf Beirut „zurückgepfiffen“, während Nethanjahu behauptet, dass die Amerikaner militärisch einen Angriff auf Beirut unterstützen würden, sollte die Hisbollah weiter Angriffe auf Nord-Israel durchführen. Nun ist bekannt, dass die Hisbollah solche Angriffe täglich durchführt, was logischerweise bedeuten müsste, dass Israel dann doch Süd-Beirut angreift und laut Nethanjahu dabei militärische Hilfe von den USA erhalten würde. Gleichzeitig erklärte auch die Hisbollah, keinem „teilweisen Waffenstillstand“ zustimmen zu wollen. Ja, was denn nun?
Es stellt sich nicht mehr die Frage, wer eigentlich lügt, denn es ist offensichtlich, dass alle Beteiligten lügen. Vermutlich versprechen sie sich davon irgendwelche Vorteile, die allerdings selbst mit viel Fantasie nicht auszumachen sind.
Und so bleibt die heute schon nicht mehr überraschende Erkenntnis, dass die Welt momentan von Lügnern, Verbrechern und War Lords regiert wird. Dass viele dieser Lügner, Verbrecher und War Lords von ihren Bevölkerungen gewählt wurden, ist dabei schier zum Verzweifeln. Und für Beoachter all dieser Krisen wird es täglich schwerer, die Entwicklungen analysieren zu können. Nur eines ist klar – in diesen Kriegen verdient eine kleine Kaste Superreicher täglich pharaonische Summen. Ist das am Ende der Grund für all diese Lügen? Damit man diese Kriege möglichst in die Länge ziehen kann, um weiterhin viel Geld zu verdienen?
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