Anchorage und Washington haben alles schlimmer gemacht
Die Treffen von Donald Trump mit Wladimir Putin und den Europäern haben die Ukraine dem Frieden keinen Schritt näher gebracht. Im Gegenteil.
Diese Augen gehören einem verurteilten Straftäter, dem sich Europa gerade komplett unterwirft. Foto: Daniel Torok / Wikimedia Commons / PD
(KL) – Die Diskussionen rund um den Ukraine-Krieg sollten eigentlich durch die Treffen in Anchorage und Washington in eine positive Richtung gelenkt werden. Doch das ist nicht passiert. Nachdem sich Donald Trump in Anchorage auf geradezu groteske Weise dem russischen Präsidenten unterworfen hatte, taten die Europäer beim folgenden Treffen in Washington genau das gleiche. Sie unterwarfen sich demjenigen, der sich gerade erst den Russen unterworfen hatte. Parallel dazu eskalieren die Angriffe auf die Ukraine immer weiter und jeden Tag entfernt man sich weiter von der „Option Frieden“.
Dass der ukrainische Präsident Selenskyi von dem Treffen in Anchorage erwartet hatte, dass zumindest ein Waffenstillstand herausspringt, das zeigt, dass der Westen die Lage in der Ukraine insgesamt komplett unrealistisch bewertet. Da schwadroniert die „Koalition der Willigen“ von „Sicherheits-Garantien“ durch westliche Truppen in der Ukraine nach einem Friedensschluss, dabei ist völlig klar, dass es auf absehbare Zeit keinen Friedensschluss geben wird. Da redet man davon, wie sehr man Putin unter Druck setzen will und steigert nach wie vor die Energie-Importe aus Russland, finanziert Putins Angriffskrieg und versucht sein Gewissen durch wirkungslos verpuffende Sanktionspakete zu beruhigen. Inzwischen sind wir beim 19. dieser Sanktionspakete, was nichts anderes bedeutet, dass die bisherigen 18 Pakete nichts gebracht haben.
Vor lauter Hilflosigkeit überweist die EU dann eben gestern wieder einmal 4 Milliarden Euro in die Ukraine und macht genauso weiter wie seit dreieinhalb Jahren. Doch die Überweisungen ins hoch korrupte Kiew liegen deutlich unter dem Handelsvolumen mit Moskau, und letztlich macht der Westen nichts anderes, als beiden kriegsführenden Parteien die Fortführung dieses Kriegs zu finanzieren. An wirkungsvolle Maßnahmen traut man sich allerdings nicht heran – wie beispielsweise ein volles Embargo gegen Russland. Denn Krieg hin, Krieg her, Geschäfte wollen wir ja auch weiterhin mit Russland machen.
Dass sich die westlichen Führer durch ihre ständigen halbstarken Sprüche inzwischen lächerlich machen, sieht jeder. Außer ihnen selbst. Nach dreieinhalb Jahren eines völkerrechtswidrigen Angriffskriegs staunen die westlichen Führer immer noch angesichts der Erkenntnis, dass Putin gar keinen „gerechten“ Frieden will. Dabei ist selbst jedem Fünftklässler klar, dass Putin seinen Krieg nicht gestartet hat, weil er Frieden will, sondern weil er Krieg wollte und will. Dass ausgerechnet die westlichen Führer dieses recht einfach verständliche Konzept jahrelang nicht begreifen, ist beunruhigend.
Und nun setzt der Westen seine restlichen Hoffnungen auf ein Treffen zwischen Putin und Selenskyi. Abgesehen davon, dass die Chancen sehr hoch stehen, dass dieses Treffen überhaupt nicht stattfinden wird, sollte man auch überlegen, was ein solches Treffen bringen kann. Glaubt irgendjemand ernsthaft, dass Putin bei einem solchen Treffen entscheidet, seine Truppen zurückzuziehen und den Krieg zu beenden? Glaubt irgendjemand, dass ein solches Treffen zu etwas anderem dienen kann, als Putin zu ermöglichen, Selenskyi am Nasenring durch die Manege zu führen? Glaubt irgendjemand, dass Selenskyi begreift, dass die Ukraine diesen Krieg nicht gewinnen kann und Zugeständnisse macht? Und diese Überlegungen führen zu der Frage, was ein solches Treffen zu diesem Zeitpunkt überhaupt bringen kann.
Wie sich das Amerika des Donald Trump künftig seine „Hilfe“ für die Ukraine vorstellt, das haben die USA längst klargemacht. Es wird selbst im Fall eines Waffenstillstands oder Friedensabkommens keine amerikanischen Soldaten in der Ukraine geben, dafür ist Trump so nett, den Europäern zu erlauben, für Milliardenbeträge Waffen in den USA zu kaufen und diese der Ukraine zu schenken. Frage: Wie viele Jahre werden die Europäer mit ihren überschuldeten Haushalten in der Lage sein, Milliarden und Milliarden an Selenskyi zu überweisen, ohne Kontrolle über den Verbleib dieser Gelder und während man gleichzeitig sogar noch mehr Geld nach Moskau überweist? Der amerikanische Plan ist aus amerikanischer Sicht nicht einmal ungeschickt: Mit diesem System kann Trump die Gelder wieder hereinholen, die bislang von den USA an die Ukraine gegeben wurden. Daher sollte dieser Krieg auch nicht allzu schnell enden, denn das ist ein „Deal“ nach dem Geschmack des Donald Trump.
Die Europäer, die immer davon reden, dass Putin „nur die Sprache der Stärke versteht“, die aber leider sehr schwach aufgestellt sind, haben sich nicht nur Trump unterworfen, sondern werden genau das tun, was dieser verurteilte Straftäter ihnen diktiert. Und das ist zahlen, zahlen und zahlen. Dass die europäische Unterwerfung die Europäer noch nicht einmal von den wahnsinnigen US-Strafzöllen befreit, ist unglaublich. Denn ganz offensichtlich sind die Europäer sogar bereit, ihre eigenen Gesellschaften und Wirtschaften zu zerstören, nur um Trump gefällig zu sein. Der Wahnsinn wird zur neuen Norm und statt dem Wahnsinn entgegen zu steuern, haben die Von der Leyen, Rutte & Co. beschlossen, sich zu kleinen Erfüllungsgehilfen der USA zu machen, obwohl diese nichts unternehmen, um diesen Krieg wirklich zu beenden. Die USA wollen nicht, die Europäer können nicht. Und so wird dieser Krieg weitergehen, noch viele Jahre, er wird zahllose Menschenleben und Zerstörungen kosten.
Die Ukraine und die Europäer werden nicht umhin kommen, endlich nicht mehr ihrer eigenen Propaganda zu glauben und die Lage endlich realistisch einzuschätzen. Wer glaubt, dass man diesen Krieg gegen Russland und die BRICS+-Staaten militärisch gewinnen kann, wird darlegen müssen, wie das funktionieren soll. Sicherlich nicht mit den 50.000 Soldaten, von denen die NATO stolz sagt, dass man sie in der Ukraine einsetzen könnte. Und sollte man zu dem Schluss kommen, dass dieser Krieg nicht militärisch gewonnen werden kann, wird sich auch Selenskyi etwas anderes einfallen lassen müssen, als nur einen „gerechten Frieden“ zu fordern. Denn dass es den nicht geben wird, sollte jedem klar sein, der die Lage nicht nur durch die rosarote Brille des Wunschgedanken betrachtet.
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