Andreas Scheuer – die Fehlbesetzung des Jahres
Warum sich so viele Menschen von der Politik abwenden? Weil sich dort Leute wie Andreas Scheuer tummeln, die Eigennutz und Gemeinwohl miteinander verwechseln.
Leute wie Andreas Scheuer sind Gift für die Politik. Foto: Henning Schacht / Wikimedia Commons / CC-BY-SA 3.0de
(KL) – Erinnern Sie sich noch an Andreas Scheuer? Nein? Doch, an den erinnern Sie sich – und zwar aus seiner Zeit als Verkehrsminister, der durch sein seltsames Handeln im Zusammenhang mit der Einführung der Autobahn-Maut die Bundesrepublik 243 Millionen Euro gekostet hatte und als Belohnung für sein Versagen noch einmal in den Bundestag gewählt wurde. Aus diesem ist er am Montag fristlos ausgeschieden, was zwar eine gute Nachricht ist, doch was er in letzter Zeit während seines Mandats so getrieben hat, sollte eigentlich die Staatsanwaltschaft auf den Plan rufen.
Offenbar waren die Debatten im Bundestag für den einfachen CSU-Abgeordneten dann doch zu langweilig, denn Andreas Scheuer nutzte seine Zeit als Abgeordneter dazu, mit seiner Ehefrau, die als seine Mitarbeiterin in seinen verschiedenen Positionen immer etwas zur Haushaltskasse beitrug und dann dank guter Beziehungen inzwischen Europa-Cheffin von Meta wurde, zwei Firmen zu gründen. Da wäre zum einen die Positanis Holding GmbH, eine Firma, die Unternehmensbeteiligungen und Vermögen managt (wie toll er das kann, hatte er ja als Verkehrsminister gezeigt…) und zum anderen, die Tancredis GmbH, die nicht näher spezifizierte Beratungsleistungen erbringen will. Als einfacher, dummer Bürger hätte man sich gewünscht, dass der Abgeordnete Scheuer seine Arbeitszeit dem Gemeinwohl der Menschen in der Bundesrepublik gewidmet hätte und nicht unbedingt der Mehrung seines Privatvermögens.
Für die 243 Millionen Euro, die er entgegen des Rats der Experten des Bundestags in den Sand gesetzt hatte, muss er natürlich nicht gerade stehen. Allerdings sollte er künftig mehr aufpassen, denn was er mit seinen Firmen an die Wand fährt, das muss er auch bezahlen. In der Privatwirtschaft geht es da etwas härter zu als in der Politik, in der niemand für seine Fehler gradestehen muss.
Dass sich Abgeordnete nur um ihre Netzwerke kümmern, sollte eigentlich verboten sein, immerhin haben sie ein Mandat der Wählerschaft, sich um Deutschland zu kümmern. Aber das juckt Scheuer ebenso wenig wie die Heerscharen ausgedienter Politiker aller Couleur, die nach ihrer politischen Laufbahn Unterschlupf in Aufsichtsräten und anderen hoch bezahlten Jobs finden.
Leute wie Andreas Scheuer gehören zu den Gründen, aus denen sich die Menschen immer weiter von der Politik abwenden. Warum sollte man auch Menschen wählen, denen das Land und seine Bürger so offensichtlich egal sind und die ihre Zeit in der Politik nur dazu nutzen, Netzwerke zu knüpfen, die sie dann meistbietend verhökern können.
Nun ist Andreas Scheuer also aus der Politik ausgeschieden. Ganz ehrlich, vermissen wird ihn niemand.
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