Arbeitsmarkt – alles nicht so schlimm?
Die Arbeitslosenquote in der Ortenau ist erneut um 0,2 % auf jetzt 4,5 % gestiegen. An solche Entwicklungen ist man in der Ortenau nicht gewöhnt.
Eine sehr gute Anlaufstelle für Arbeitssuchende aus der Ortenau und dem Elsass befindet sich im Bahnhof Kehl... Foto: Eurojournalist(e) / CC-BY 2.0
(KL) – Eine Arbeitslosenquote von 4,5 %, darum würden andere Regionen die Ortenau beneiden. Aber gleichzeitig hat man in der Ortenau solche Zahlen seit Jahren nicht mehr erlebt und so stellt sich die Frage, ob die weltweiten Krisen jetzt langsam auch die Ortenau erreichen, wo sich der Arbeitsmarkt bislang erfolgreich gegen alle negativen Einflüsse gewehrt hat. Die gute Nachricht – die Arbeitsmarktprofis in der Ortenau sind nicht sonderlich beunruhigt, sondern schauen eher optimistisch in die nähere Zukunft.
Für Theresia Denzer-Urschel, die Cheffin der für die ganze Ortenau zuständigen Agentur für Arbeit Offenburg, hat dieser erneute Anstieg der Arbeitslosenzahlen nicht viel zu sagen. „Im Ortenaukreis haben saisonale Faktoren zu einem erneuten Anstieg der Arbeitslosenzahlen geführt. Es ist jedoch zu erwarten, dass sich diese Entwicklung nach dem ersten Quartal des Jahres, besonders in der Gastronomie und der Freizeitbranche, wieder normalisieren wird. Besonders positiv: Die Ortenauer Firmen meldeten im Februar wieder mehr freie Stellen“, so die Cheffin der Agentur für Arbeit Offenburg.
Da hat Theresia Denzer-Urschel Recht – im Februar wurden der Agentur für Arbeit Offenburg 604 neue Arbeitsstellen gemeldet, was ein Plus von 46,6 % zum Vormonat darstellt und darauf hinweist, dass die wirtschaftlichen Aktivitäten in der Ortenau alles andere als eingeschlafen sind. Insgesamt sind momentan in der Ortenau 3.568 Stellen zu besetzen, davon 1.155 in der Produktion, 487 Stellen im Bereich Verkehr- und Logistik, 454 Jobangebote im Handel, 378 im Baugewerbe und 319 freie Stellen im Gesundheitsbereich. Viele dieser Jobangebote richten sich übrigens auch an Arbeitssuchende aus dem Elsass, wobei man im Einzelfall prüfen muss, ob die Deutschkenntnisse der Bewerber ausreichen. Dafür sind dann die Experten im grenzübergreifenden „Service de Placement transfrontalier“ zuständig, dem im Bahnhof Kehl angesiedelten Service, wo sich Arbeitssuchende aus beiden Ländern beraten lassen können.
Insgesamt ist es erstaunlich, wie sich die Ortenau gegen die Krisen der letzten Jahre stemmt. Ob die Covid-19-Zeit, oder jetzt die Weltkrisen, die von Kriegen und der seltsamen Politik der USA geprägt sind – in der Ortenau wird weiter gearbeitet und positiv nach vorne geschaut. Schön ist, dass hiervon auch Arbeitssuchende aus dem Elsass profitieren können, was zeigt, dass die Integration des Arbeitsmarkts, an der die Experten seit Jahren arbeiten, richtig gut funktioniert. Mit dieser Einstellung und einem saisonalen Aufschwung im Freizeit- und Gastronomie-Bereich kündigt sich auch das Jahr 2026 eher vielversprechend an. Weiter so!
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