Bitte redet nicht mehr von Frieden…

… denn je mehr die Mächtigen der Welt von Frieden sprechen, desto härter und brutaler werden die Kriegshandlungen an vielen Orten der Welt. Verhandelt gefälligst im Stillen!

Sie reden von Frieden und verschärfen nur immer weiter die laufenden Kriege. Foto: US Air Force from USA / Wikimedia Commons / PD

(KL) – Seit der neue und alte US-Präsident Donald Trump erneut ins Weiße Haus eingezogen ist, wird viel über „Frieden“ gesprochen, doch in der Praxis haben sich die Kämpfe an allen Fronten intensiviert. Dazu hat der POTUS einen Handelskrieg losgetreten, der ebenfalls viele Opfer fordern wird, die allerdings eher unbeachtet von der Weltöffentlichkeit sterben werden, denn sie werden verhungern, verdursten und in Konflikten sterben, auf die nicht geachtet wird. Wie beispielsweise im Kongo, wo an der Grenze zu Ruanda 2 Millionen Menschen als Geiseln in der Stadt Goma festgehalten werden und der Miliz M23 hilflos ausgeliefert sind.

Die Treffen in Saudi-Arabien zwischen Delegationen aus den USA und Russland, dann auch aus der Ukraine, haben keineswegs einen Waffenstillstand gebracht, sondern im Gegenteil dazu geführt, dass die Angriffe auf das jeweilige Nachbarland stark eskalieren. Von „Waffenstillstand“ keine Spur, weitergehende Gespräche zwischen den Kriegsparteien und eventuellen Vermittlern stehen nicht konkret auf der Agenda. Allerdings wird sehr viel kommuniziert und je mehr über „Frieden“ gesprochen wird, desto weiter entfernt man sich von ihm.

Das Gleiche gilt im Gaza-Konflikt, wo die vorgesehene zweite Phase des Waffenstillstands nicht verhandelt wurde und beide Seiten ihre Angriffe deutlich verschärft haben. Hier sinkt täglich die Hoffnung, dass die Geiseln freigelassen werden und der Konflikt wird immer härter. Frieden? Fehlanzeige.

Friedensgespräche sollten abseits der Augen der Öffentlichkeit stattfinden und nicht als eitle Selbstdarstellung organisiert werden. Zumal sich die meisten großspurigen Ankündigungen wenig später als Rohrkrepierer herausstellen und lediglich zu Propagandazwecken dienen, aber keineswegs zur Beendigung der laufenden Konflikte.

Dass die USA mit allen Mitteln versuchen, Konflikte dadurch zu entschärfen, dass Donald Trump „Deals“ organisieren will, bei denen nur er der Gewinner wäre, aber seine „Partner“, wie die Ukraine im Bereich der Seltenen Erden, ausgeblutet werden. Doch diese „Deals“ haben keine Zukunft, Frieden ist kein Geschäft, sondern eine humanistische Haltung, doch die fehlt inzwischen bei allen direkt und indirekt Beteiligten.

Dass man weder einen Putin, noch die Hamas, noch China oder die USA durch gespielte „Stärke“ beeindrucken und zu einem Richtungswechsel bewegen kann, sieht man immer deutlicher. Dabei will kein normaler Bürger in Russland, in der Ukraine, in Israel oder in Gaza Krieg. Normale Bürger wollen ein Dach über dem Kopf haben, in Sicherheit leben und ein Auskommen haben. Kein normaler Bürger hat ein Interesse an Krieg, denn diejenigen, die Kriege auszubaden haben, wissen ganz genau, dass Krieg nichts Heldenhaftes, sondern ein kalter Tod unter entsetzlichen Umständen ist. Diejenigen, die diese Kriege zu verantworten haben, sitzen in ihren Palästen, schlürfen Champagner, futtern Hummer und freuen sich, dass ihre Aktien in der Rüstungsindustrie durch die Decke schießen.

In den 70er und 80er Jahren hörte man überall den Slogan „Stell dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin“. Zu diesem Satz herrschte ein Konsens, doch offenbar wurde vergessen, diesen Satz an die nächsten Generationen weiterzugeben. Natürlich weiß jeder, dass kein Krieg ewig andauert und dass alle Kriege früher oder später enden. Doch der Unterschied zwischen „früher“ und „später“ sind unzählige Menschenleben, die in diesen Kriegen geopfert werden. Wer eher zu „früher“ neigt, wird den ergebnislosen Show-Gesprächen der Mächtigen nicht viel abgewinnen können. Denn je mehr sich die Verantwortlichen vor der Weltpresse selbst loben, desto härter wird der Krieg für die Menschen vor Ort. Nur ändern können diese Veranstaltungen nichts – das Töten und Sterben geht immer weiter und wird uns weiterhin als „alternativlos“ verkauft. Die Spirale dreht sich immer schneller und man wird neue Wege finden müssen, will man diese Katastrophe stoppen.

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