„Black Friday“ – es nervt!

Aus dem „Black Friday“ ist inzwischen die „Black Friday Week“ geworden und bereits im Vorfeld setzt der Handel alles daran, den Menschen die letzten Kröten aus der Tasche zu luchsen.

Der "Black Friday" und die "Black Friday Week" verwässern die Vorweihnachtszeit. Foto: Tataraseni / Wikimedia Commons / CC-BY-SA 4.0int

(KL) – Als der „Black Friday“ als höchster Konsum-Feiertag aus den USA nach Europa schwappte, war das schon nervig genug. Doch dass jetzt aus dem „Black Friday“ gleich die „Black Friday Week“ geworden ist, deutet darauf hin, warum es wirklich geht. Nämlich kurz vor Weihnachten den Konsum anzuheizen, in einer Zeit der sinkenden Kaufkraft, damit die Menschen finanzielle Ressourcen mobilisieren, über die sie häufig gar nicht verfügen.

Den Konsumenten wird suggeriert, dass sie es sich gar nicht leisten können, auf die vielen „Schnäppchen“ zu verzichten, und so strömt alles in die Innenstädte in der Hoffnung, durch rasantes Geldausgeben unglaublich viel Geld zu sparen.

Wird der „Black Friday“ oder jetzt sogar die „Black Friday Week“ einen ähnlichen Weg gehen wie „Halloween“? Als „Feiertag“ zwischen den „Feiertagen“, als Portemonnaie-Öffner zu Zeiten, in denen sich viele Haushalte sogar beim Heizen einschränken müssen, weil die Energiepreise durch die Decke gehen?

Für den Einzelhandel, der Jammern auf hohem Niveau gewohnt ist, sind diese Tage natürlich richtig festlich. Man kann die Lager räumen, man wird Waren los, auf denen man lange sitzengeblieben ist und die Menschen kaufen so ziemlich alles, was mit „-50%“ ausgezeichnet ist. Allerdings sollte man darauf achten, worauf sich diese „-50%“ beziehen, denn häufig wird zunächst ein hoher Verkaufspreis aufgerufen, von dem dann die Hälfte abgezogen wird, was aber zuweilen gar keinem wirklichen „-50%“-Rabatt entspricht.

Dass dieser „Konsum-Terror“ die vorweihnachtliche Zeit verwässert, wen kümmert’s? Denn letztlich hat sich auch die Weihnachtszeit von einer ruhigen, besinnlichen Phase des Jahres in eine Konsum-Rallye verwandelt, die in Zentren der Weihnachtsmärkte wie Straßburg von Anfang November bis Ende Dezember andauert – also fast ein Sechstel des ganzen Jahres.

Immerhin, man kann sich diesem Konsum-Terror durchaus entziehen. Ganz einfach, indem man nicht mitmacht und den Zauber der Weihnachtszeit eben ohne den ganz großen Konsum begeht. Denn im Leben geht es nicht nur um Konsum, Besitz und dessen Zurschaustellung, sondern auch und in erster Linie um andere Werte. Und die sollte man sich von einem „Black Friday“ oder einer „Black Friday Week“ nicht kaputtmachen lassen.

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