Catherine Trautmann ist wieder da!

25 Jahre nachdem ihr letztes Mandat als Oberbürgermeisterin von Straßburg endete, hat Catherine Trautmann gestern die Stichwahl um den OB-Sessel in der Europahauptstadt gewonnen.

Viel Gedränge gestern Abend bei Catherine Trautmann... Foto: Félicia Dassonville / CC-BY 2.0

(KL) – Nach einem quälend langen Wahlkampf, dessen Niveau mit zunehmender Dauer immer unterirdischer wurde, hat sich gestern Abend in der Straßburger Stichwahl die frühere Bürgermeisterin von Straßburg, Europaabgeordnete und französische Kulturministerin Catherine Trautmann durchgesetzt. Dass sie hierfür die Unterstützung des Macronisten Pierre Jakubowicz benötigte, entspricht den Realitäten der nationalen französischen Politik, wo die „Macronie“ sich in Paris nur noch dank der Sozialisten an der Macht halten kann. Doch war ihre Allianz mit den Rechten erfolgreicher als diejenige der Amtsinhaberin Jeanne Barseghian, deren Allianz mit der linksextremen LFI Stimmen gekostet und nicht etwa gebracht hat. Der konservative Kandidat Jean-Philippe Vetter, der keine Allianz für die Stichwahl eingehen wollte, ist ebenfalls geschlagen.

Somit endet das grüne Experiment in der Europahauptstadt und man wird analysieren müssen, woran Barseghian gescheitert ist. Allerdings wird man auch analysieren müssen, was die Allianz PS-Macronie künftig bedeutet. Ebenfalls wird man schauen müssen, was die neuen, alten Stadträte aus der Zeit von Roland Ries im Trautmann-Team an Neuerungen bringen können, denn etliche dieser „alten Kämpen“, die ziemlich häufig ihre Parteien wechseln, um irgendwo in aussichtsreicher Position auf eine Liste zu kommen, sieht man seit Jahrzehnten in allen möglichen Positionen in der Stadt Straßburg, ohne dass man wirklich sagen könnte, was diese Leute für die Stadt getan haben. Aber zum Start eines neuen Mandats wird man auch diesen Leuten zumindest einen ersten Kredit einräumen müssen.

In den letzten Wochen dieses Wahlkampfs wurde deutlich, dass es nicht mehr um die Stadt und deren Bewohner, sondern um Listenplätze, Versorgungspöstchen und persönliche Ambitionen ging und viele Straßburger haben das deutlich gemerkt.

In der zweitgrößten Stadt des Elsass, in Mulhouse, gab es eine faustdicke Überraschung. Der parteilose Frédéric Marquet setzte sich in der Stichwahl durch, bei der fünf Listen im Rennen waren. Marquet hatte für die Stichwahl eine Allianz mit der Macronistin Lara Million geschlossen und konnte so die Wahl gewinnen, bei der die Amtsinhaberin Michèle Lutz nur auf den vierten Platz kam.

Zu vorgerückter Stunde werden immer noch Stimmen ausgezählt, so dass Sie die endgültigen Ergebnisse und eine Analyse erst morgen hier lesen werden.

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