Crans-Montana – für die Bar-Betreiber wird es eng
Eine Woche nach dem Drama in der Bar „Le Constellation“ in Crans-Montana macht die Untersuchung Fortschritte. Und für die Betreiber dieser Bar wird es nun sehr eng.
Die internationalen Medien sind immer noch in Crans-Montana vor dem "Le Constellation". Foto: Christian David / Wikimedia Commons / CC-BY-SA 4.0int
(KL) – Was die Tragödie in Crans-Montana betrifft, kommen immer mehr Details ans Tageslicht und alle Blicke richten sich nun auf die Betreiber dieser Bar, aber auch auf die Behörden. Möglich wurde dieses Unglück durch eine Verkettung von Versäumnissen, die vermeidbar gewesen wären. Die Aussage der Betreiber, dass bei allen Kontrollen alles in Ordnung gewesen sei, wackelt bereits gewaltig.
Die Liste der begangenen Fehler wird täglich länger. So war das Untergeschoss, wo der Brand ausbracht, nur für 100 Personen zugelassen, doch nach Aussagen vieler Augenzeugen befanden sich wesentlich mehr Menschen dort. Der existierende, zweite Notausgang aus dem Untergeschoss nach oben war systematisch verriegelt und konnte nicht genutzt werden, so dass die Flüchtenden durch den Engpass der schmalen Treppe zum Erdgeschoss mussten. Auch berichten die Augenzeugen, dass es keinen akustischen Alarm gab. In anderen Ländern muss ein solcher akustischer Alarm vorhanden sein, automatisch die Musik aus- und die Lichter einschalten, doch all das passierte in Crans-Montana nicht. Auch das sehr junge Alter vieler Opfer macht nachdenklich, zeigt es doch, dass es offenbar keine funktionierende Zugangskontrolle gab. Auch die hoch brennbare Deckenverkleidung wurde zu keinem Zeitpunkt von den Behörden abgenommen.
Die Behörden wiederum haben die vorgeschriebenen jährlichen Kontrollen nicht durchgeführt. Die letzte Kontrolle, so der Bürgermeister von Crans-Montana, wurde 2019 durchgeführt, als diese Verkleidung noch gar nicht installiert war. Warum diese jährlichen Kontrollen nicht durchgeführt wurden, ist noch unklar.
Es steht zu befürchten, dass noch weitere Details ans Tageslicht kommen werden und mit jedem Detail wird es für das französische Betreiberpaar enger, denn die Ermittlungen könnten die beiden ins Gefängnis bringen.
Schlimm ist auch, dass noch so viele der Verletzten um ihr Leben kämpfen und dass die Opfer überwiegend so jung sind. Die Bilanz dieser Tragödie wird noch schwerer ausfallen und viele der jungen Überlebenden werden unter posttraumatischen Störungen leiden. Am Freitag findet in der Schweiz ein nationaler Trauertag und eine Gedenkfeier in Crans-Montana statt. Hierbei wäre es nett, würden die Trauernden ihrer Trauer nicht mit Kerzen Ausdruck verleihen – mit Feuer Menschen zu gedenken, die durch das Feuer ums Leben kamen, ist nicht unbedingt nötig.
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