Das soll ja wohl ein Witz sein…
Wladimir Putin gibt sich offen für Verhandlungen mit Europa. Als Vermittler schlägt er ausgerechnet seinen Intimus Gerhard Schröder vor, den früheren Bundeskanzler.
Gerhard Schröder und Wladimir Putin - ziemlich beste Freunde. Als Vermittler kann man Schröder vergessen. Foto: Kremlin.ru / Wikimedia Commons / CC-BY 4.0int
(KL) – Wladimir Putin hat offensichtlich Spaß daran, sich über die Europäer lustig zu machen. Das kann er wohl auch, denn aus nicht ganz ersichtlichen Gründen traut sich Donald Trump nicht, gegen Putin und Russland eine klare Kante zu zeigen. Statt in Alaska den internationalen Haftbefehl gegen Putin umzusetzen, rollte er den Roten Teppich aus und schwadronierte von einer gemeinsamen Zukunft. Viele Beobachter interpretieren Trumps Verhalten gegenüber Putin so, dass der ehemalige KGB-Mann Putin ein heftiges Dossier über Trump in der Schublade haben muss. Zuletzt zeigte sich Putin offen für Verhandlungen mit den Europäern und schlug als Vermittler Gerhard Schröder vor. Ein Aufschrei des Entsetzens ging durch den ganzen Westen.
Gerhard Schröder, der frühere SPD-Bundeskanzler, wäre alles andere als ein „neutraler Vermittler“, denn seit 2022 bezieht er eine satte Vergütung als Vorstand des russischen Energie-Riesen Gazprom (850 000 € pro Jahr), nachdem er 2017 bereits in den Aufsichtsrat von Rosneft gewählt wurde, einem weiteren russischen Energie-Riesen. Den Rosneft-Posten hat er zwar inzwischen wieder abgelegt, doch sind seine Verbindungen in die russische Oligarchie klar dokumentiert. Dass seine Engagements für diese russische Oligarchie nach der Annektierung der Krim eingegangen wurden und dass er zu den besten Freunden Putins zählt, disqualifiziert Schröder ebenso als Vermittler wie der Umstand, dass auch sein Name in den „Panama-Papers“ auftaucht.
Dazu ist der Vorschlag Putins ein eindeutiger Versuch, Zwietracht in der EU zu säen. Keiner der aktuellen Staats- oder Regierungschefs, also weder Macron, noch Starmer, noch Meloni, noch Merz werden von Putin als mögliche Vermittler genannt, sondern sein Duz-Freund Schröder, der bereits seit 21 Jahren kein politisches Amt mehr bekleidet und der selbst in seiner SPD kurz vor dem ‘Rauswurf stand.
Es ist sehr wahrscheinlich, dass Putin überhaupt nicht beabsichtigt, mit den Europäern zu verhandeln, worüber auch? Die Wahrnehmung Europas des Kreml-Chefs ist nicht sehr viel anders als die des US-Präsidenten – beide haben einen verachtenden Blick auf Europa und diese Geringschätzung haben sich die Europäer in den letzten Jahren auch redlich verdient.
Wenn, dann würde Putin höchstens mit Trump verhandeln, doch das steht momentan nicht auf der Tagesordnung. Die Bundesregierung hat den abstrusen Vorschlag Putins bereits abgelehnt und es wird langsam Zeit, dass sich Gerhard Schröder von der politischen und auch wirtschaftlichen Bühne ganz verabschiedet. Denn dort hat er nichts mehr zu suchen.
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