Das war es (noch nicht) für Pam „Blondi“ Bondi
Das „System Trump“ bröckelt immer weiter. Nach Heimatschutz-Ministerin Kristi Noem hat Trump jetzt seine Justizministerin Pam „Blondi“ Bondi gefeuert. Aber das ist erst der Anfang.
Gegen Ende ihrer Amtszeit sah man Pam "Blondi" Bondi ihren Stress deutlich an... Foto: The White House / Wikimedia Commons / PD
(KL) – Pam „Blondi“ Bondi wurde weltweit durch ihre unglaublich arroganten Auftritte vor verschiedenen Ausschüssen des Kongresses bekannt, wo sie sich nicht nur weigerte, auf konkrete Fragen der gewählten Volksvertreter zu antworten, sondern ihre Redezeit in erster Linie für Beleidigungen der Fragesteller und Lobhudeleien auf Donald Trump mißbrauchte. Sie schien in diesen Anhörungen davon auszugehen, dass sie ohnehin unangreifbar sei, doch nun hat sich der Wind gedreht. Nicht nur, dass die Frau jetzt ihren Ministerposten los ist, dazu muss sie Mitte April unter Eid aussagen und das dürfte sehr ungemütlich für die werden.
Ihre Aufgabe als Justizministerin beschränkte sich auf eine einzige Aufgabe – zu verhindern, dass die Epstein-Files öffentlich werden. Hierzu nutzte sie alle zu ihrer Verfügung stehenden legalen und illegalen Mittel, sie schützte die pädophilen Täter und veröffentlichte die Namen und persönlichen Daten der Opfer. Dabei weigerte sie sich bis zuletzt, die zahlreichen Opfer des Epstein-Trump-Komplexes auch nur anzuhören, geschweige denn deren Zeugenaussagen aufzunehmen.
Ihr größter Fehler war es zu denken, dass ihr niemand etwas anhaben könne, denn immerhin sorgte sie dafür, dass die Epstein-Dokumente, die ihren Chef schwer belasten, an die Öffentlichkeit kommen. Doch nachdem ein Gesetz erlassen wurde, das sie zwang, die 6 Millionen Dokumente, Fotos und Videos zu veröffentlichen, musste sie zumindest die Hälfte dieser Dokumente freigeben, wobei ihr ganzes Ministerium daran arbeitete, die Namen der Täter in diesen Unterlagen zu schwärzen, was das entsprechende Gesetz gar nicht erlaubte.
Der 14. April wird für Pam „Blondi“ Bondi ein ganz schwieriger Tag werden. Denn an diesem Tag muss die ehemalige Justizministerin unter Eid vor einem Untersuchungsausschuss des Repräsentantenhauses aussagen, wo sie keine Möglichkeit mehr hat, Antworten zu verweigern oder zu lügen – denn das könnte sie hinter Gitter bringen. Folglich versuchen die Republikaner gerade alles, um diesen Aussagetermin zu verhindern, denn andernfalls kommt ihre komplette Vertuschung des Epstein-Skandals ans Tageslicht.
Nach Kristi Noem, der hoch korrupten Heimatschutz-Ministerin, kostet es jetzt den Job der Justizministerin. Und zwei weitere der „Trump-Mädels“, Regierungssprecherin Kristina Leavitt und Geheimdienstchefin Tulsi Gabbard, stehen auf Trumps Abschussliste. Der Präsident ist sauer, weil seine „Mädels“ es nicht geschafft haben, ihn aus der Epstein-Schusslinie zu nehmen und für soviel Ablenkung zu sorgen, dass sich niemand mehr um diesen Skandal kümmert. Dazu hatte sich Trump gewünscht, dass im Zusammenhang mit diesem Skandal seine politischen Gegner verfolgt und angeklagt werden – doch im Zusammenhang mit diesem Skandal wurde in den USA noch keine einzige Person angeklagt, was kein Wunder ist, da das Justizministerium die entsprechenden Beweise bis heute zurückhält.
Und Tulsi Gabbard, was für ein Frevel, hat Trumps „Rechtfertigung“ für seinen Angriffskrieg im Iran auseinandergenommen, als sie nach entsprechender Untersuchung erklärte, dass der Iran nach dem „12-Tage-Krieg“ sein Atomprogramm nicht wieder gestartet hatte, was bedeutet, dass Trumps Aussage, nach der der Iran innerhalb von wenigen Tagen oder Wochen in der Lage gewesen wäre, die USA mit einer Atombombe anzugreifen, erstunken und erlogen war. Und das könnte jetzt Gabbard ebenfalls den Job kosten.
Trumps Prätorianer-Garde bricht auseinander. Die nächsten Kandidaten für eine Entlassung dürften „Gesundheitsminister“ Kennedy Jr., „Kriegsminister“ Pete Hegseth und FBI-Chef Kash Patel sein – und langsam wird es dann dünn um Donald Trump herum.
Auch, wenn es erfreulich ist, die arrogante und keifende Pam „Blondi“ Bondi nicht mehr hören zu müssen, so besteht kein echter Anlass zur Freude. Denn ähnlich, wie er es schon mit Kristi Noem getan hatte, wird Trump die entlassenen Personen durch noch schärfere Polit-Rottweiler ersetzen, die keinesfalls so etwas wie echte Politik führen werden, sondern die ebenso wie ihre Vorgängerinnen alles daran setzen werden, Donald Trump weiterhin zu schützen und selbst seine konzeptlosen „Ablenkungskriege“ mit zu tragen.
Die Welt hat viele Probleme – doch das mit Abstand größte Problem der Welt ist heute Donald Trump, der zur Vertuschung seiner Verwicklung in den Epstein-Skandal bereit ist, die ganze Welt mit Krieg, Mord und Zerstörung zu überziehen. Doch die Deiche um Trump herum brechen gerade und vieles deutet darauf hin, dass diese zweite Amtszeit Trump in einem Desaster und einem enormen Strafprozess enden wird. Und das wäre dann endlich auch einmal gerecht.
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