Der Gewinner des „Goldenen Windbeutels 2024“ ist…
…bereits zum dritten Mal die Firma Alete. Dieser Preis, den niemand haben will, geht jedes Jahr an das Unternehmen, das die dreisteste Werbelüge fabriziert hat.
Herzlichen Glückwunsch zum "Goldenen Windbeutel 2024" - schon zum dritten Mal für die Firma Alete. Foto: © Foodwatch
(KL) – Dieses Jahr war die Internet-Abstimmung für die dreisteste Werbelüge des Jahres, die jedes Jahr von der NGO „Foodwatch“ organisiert wird, eine eindeutige Angelegenheit. 57 % der über 55.000 TeilnehmerInnen haben die „Alete Obsties Erdbeer-Banane mit Joghurt“ zur dreistesten Werbelüge des Jahres gewählt. Dabei bezieht sich die Kritik an der Werbung für dieses Produkt gleich auf mehrere Punkte. Zum einen richtet sich die Werbung für den Fruchtsnack mit putzigen Tieren auf der Verpackung an Kinder, dazu suggeriert der Packungsaufdruck „ohne Zuckerzusatz“ ein halbwegs gesundes Produkt – doch die Obsties bestehen zu 72 % aus Zucker. Zwar führt der Hersteller an, dass es sich ausschließlich um Zucker aus Früchten handelt, doch ist dieser nicht gesünder als anderer Zucker. Laut den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation WHO dürften die „Obsties“ gar nicht für Kinder beworben werden.
Die „Wahlleiterin“ von „Foodwatch“, Dr. Rebekka Siegmann, in ihrer „Laudatio“ für das Unternehmen Alete, das nun bereits zum dritten Mal diesen in Unternehmerkreisen gar nicht so beliebten „Goldenen Windbeutel“ erhält: „Für Alete sind aller schlechten Dinge offensichtlich drei. Wie oft sollen wir Alete noch mit dem Negativpreis auszeichnen, damit der Konzern keine Zuckerbomben mehr an Kinder vermarktet?“
Natürlich hat „Foodwatch“ die Firma Alete, eine Marke des Molkereikonzerns Deutsches Milchkontor (DMK), befragt. Per Mail antwortete der Hersteller mit der etwas schwurbeligen Antwort, dass es bei den „Obsties“ zu einer „Aufkonzentrierung des natürlichen (Frucht-)Zuckers“ komme. Nur – es herrscht ein breiter wissenschaftlicher Konsens darüber, dass ein zu hoher Zuckerkonsum die Entstehung von zahlreichen Krankheiten fördert, dazu gehören Adipositas, Typ-2-Diabetes und Karies. Zum Kritikpunkt von „Foodwatch“, dass die Obsties aufgrund ihres hohen Zuckergehalts laut WHO-Kriterien gar nicht gegenüber Kindern beworben werden dürften, antwortete DMK gar nicht.
Doch sollte man nicht die anderen vier Finalisten des diesjährigen „Goldenen Windbeutels“ vergessen. Auf Platz 2 kam mit 26,8 % der Stimmen das Eis „Lagnese Cremissimo Bourbon Vanille“, Dritter wurde der „Vegane Schinken Spicker Mortadella“ von der Rügenwalder Mühle (11,1 %). Platz 4 und 5 gingen an zwei Produkte, die wohl nur deshalb relativ ungeschoren davonkamen, weil sie nicht von allzu vielen VerbraucherInnen gekauft werden – die „Pretty Little Meal Bar (Naked Apple White + Crisp)“ von Offset Nutrition (2,9 %) und die „Heisse Tasse Champignon Creme“ von GB Foods GmbH (2,2 %).
Wie gut, dass es eine NGO wie „Foodwatch“ gibt, die ein wachsames Auge auf solche Werbelügen hat. Die NGO bittet die Teilnehmer, eine Mail an das Deutsche Milchkontor zu senden und den Hersteller der „Alete Obsties“ aufzufordern, endlich keine gesundheitsschädlichen Zuckerbomben mehr für Kinder und Babys auf den Markt zu bringen. Alle weiteren Informationen gibt es HIER!
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