„Der Iran hat nicht genug bezahlt…“

Der US-Präsident will den Iran auslöschen, denn „der Iran hat noch nicht genug dafür bezahlt, was er der Welt seit 47 Jahren angetan hat“. Und die USA?

Gerüchten zufolge soll Donald Duck eine Änderung seines Vornamens beantragt haben... Foto: Dall E / Wikimedia Commons / PD

(KL) – Man muss sich massive Sorgen darüber machen, was Donald Trump als nächstes in seinem Amateur-Krieg im Iran anstellen wird. Einen „Deal“, wie sich Trump das vorstellt, wird es mit den Mullahs nicht geben, also bleibt die zweite Option, die in Trumps Sprachgebrauch „die vollständige Vernichtung“ des Iran ist. Denn, so Trump, der Iran soll dafür bezahlen, was er der Welt seit 47 Jahren angetan hat. Schauen wir einmal, was die USA der Welt in diesem Zeitraum seit 1979 angetan haben.

Die Aufzählung der US-Militäroperationen seit 1979 ist lang. El Salvador (1977-1992), Iran (1980, Geiselbefreiung gescheitert), Nicaragua (1982), Libanon (1983), Grenada (1983), Libyen (1986), Panama (1989), Liberia (1990), Kuwait (1991), Jugoslawien (1992), Irak (1992), Somalia (1992), Irak (1993), Somalia (1993), Sudan (1996), Jugoslawien (1999), Afghanistan (2001 – 2021), Irak (2003), Haiti (2004), Libyen (2011), Liberia (2014), Jemen (seit 2015), Syrien (2017 – 2024), Nord-Irak (2024), Iran (2025), Venezuela (2026) und Iran (2026). Zahlreiche US-Operationen fehlen in dieser Aufzählung, die keine kurzen, punktuellen Operationen auflistet. Und – haben die USA jemals für ihre Militäroperationen und Kriege „bezahlt“?

Dass das mörderische Mullah-Regime bekämpft werden muss, ist jedem klar. Doch dem US-Präsidenten ging es beim aktuellen Iran-Krieg nicht um das Wohlergehen des iranischen Volks und nicht um die Beendigung dieses Terror-Regimes, sondern um Öl und „Deals“ und die Ablenkung von den Epstein-Files. Wie egal ihm das iranische Volk ist, erkennt man an seiner Ankündigung, den Iran „vollständig zerstören“ zu wollen. Wer von „vollständiger Zerstörung“ spricht, der spricht auch von zahllosen Opfern in der Zivilbevölkerung, wie die fast 200 Schülerinnen, die von der amerikanischen Streitmacht in den ersten Kriegstagen zu Tode gebombt wurden. Werden die USA dafür „bezahlen“? Wird Trump wegen solcher Kriegsverbrechen vor einem Gericht landen? Muss Trump dafür bezahlen, dass er das Mullah-Regime nicht nur nicht beendet, sondern sogar noch gestärkt hat?

Die Welt wird von greisen Verbrechern regiert, deren Demenz kaum noch zu verbergen ist. Der gefährlichste dieser dementen Greise ist heute nicht etwa Wladimir Putin, sondern Donald Trump. Gewiss, Putins Ukraine-Krieg ist ebenso ein Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit wie Trumps Kriege, doch ist Putin im Gegensatz zu Trump ein intelligenter Diktator, der versucht, seine Operationen zu planen (auch, wenn er das nicht immer hinbekommt), doch Trump ist völlig plan- und konzeptlos in seinen Kriegen und überall, wo er behauptet hat, dass er „Frieden“ geschaffen habe, sind die Konflikte nach seinem Eingreifen weiter eskaliert – und niemand in Europa sollte weiter mit den USA kooperieren, solange dieser wahnsinnige Präsident am Ruder ist, unterstützt von einer Bande hoch korrupter intellektueller Tiefflieger wie Hegseth, Kennedy Jr. oder JD Vance, um nur diese Politik-Amateure zu nennen.

Europa wird andere Partner finden. Die USA müssen von allen Seiten her isoliert werden, Exporte in die USA sollten komplett eingestellt werden und die Welt muss sich eben ohne die USA organisieren. In ein bis zwei Generationen wird es möglich sein, neue Beziehungen zu den USA aufzubauen, doch vorher werden die Vereinigten Staaten die Ächtung der ganzen Welt erfahren. Da kann der US-Präsident seiner MAGA-Sekte weiter vorlügen, dass die Welt die USA „respektieren“ würde, das Gegenteil ist der Fall.

Ja, die Weltordnung wird gerade neu gestaltet und die USA, Russland und einige andere Länder fallen als künftige Partner auf lange Sicht aus. Sinn würde es machen, würden die Briten in die EU zurückkehren und würde die EU weltweit neue Partnerschaften eingehen und bestehende Partnerschaften ausbauen. Nur eben nicht mit den USA und Russland. Beide früheren Supermächte sollten ab sofort vollständig boykottiert werden, bis sie den Weg zurück zu einem normalen Verhalten finden und ihre Kriege einstellen.

Und sollte den Republikanern in den USA etwas an ihrem Land und der Welt liegen, sollten sie sich dringend durchringen, ihren nicht mehr zurechnungsfähigen Präsidenten des Amtes zu entheben, denn der Schaden, den dieser Mann anrichtet, werden die USA Jahrzehnte lang bezahlen müssen. Denn bisher haben sie noch für nichts bezahlt, was sie der Welt angetan haben und weiterhin antun.

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