Der Sinn des deutsch-französischen Tags

In Lörrach trafen sich am Jahrestag des Elysee- und Aachener Vertrags die Spitzen der fünf deutsch-französischen Eurodistrikte in Lörrach. Motto - „Grenzregionen leben europäische Zusammenarbeit“.

Hanno Hurth, Dietmar Seefeldt, Thorsten Erny, Thomas Zeller und Marion Dammann – die MacherInnen der Eurodistrikte der Regio. Foto: ©Stefan Heigl, Landratsamt Lörrach

(Red/PM) – Zwischen dem Saarland und Lörrach gibt es fünf Eurodistrikte. Zum Tag der deutsch-französischen Freundschaft am 22. Januar trafen sich die Vorsitzenden der fünf Eurodistrikte auf Einladung des Trinationalen Eurodistricts Basel im Landratsamt Lörrach zu einem fachlichen und politischen Austausch. Die Eurodistrikte sind grenzüberschreitende Verwaltungs- und Kooperationsräume, die zwischen Nachbarregionen in Deutschland, Frankreich und anderen Ländern eingerichtet wurden. Sie bündeln gemeinsame Interessen und Projekte in Bereichen wie Verkehr, Gesundheit, Kultur und Wirtschaft und fördern den Austausch und die Zusammenarbeit auf lokaler Ebene, um das Leben der Bürgerinnen und Bürger an den Grenzen zu verbessern. Zum ersten Mal nahm auch der Eurodistrict Saarmoselle an dem Treffen teil.

Das jährliche stattfindende Treffen fand in diesem Jahr am 62. Jahrestag des Élysée-Vertrags statt, der 1963 von Charles de Gaulle und Konrad Adenauer unterzeichnet wurde. „Der Elysée-Vertrag war das Versprechen, Brücken zu bauen und den Frieden in Europa zu sichern. Der deutsch-französische Freundschaftstag erinnert uns daran, diese Freundschaft konkret zu leben. Gemeinsam in und mit den Eurodistrikten gestalten wir am Oberrhein einen grenzüberschreitend verflochtenen Lebensraum. Denn gerade hier, auf der lokalen Ebene, direkt an der Grenze und nah an den Menschen, wird die notwendige gemeinsame Arbeit erfahren, gespürt, gesehen, gelebt und konkret gestaltet“, so Thorsten Erny, Vizepräsident des Eurodistrikt Strasbourg-Ortenau und Landrat des Ortenaukreis.

Die Eurodistrikte sind die einzigen Institutionen, die die lokale Ebene in der Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Deutschland vertreten. Sie engagieren sich konsequent für Projekte, die den Alltag der Bevölkerung an den Grenzen verbessern und Grenzhindernisse abbauen. Und, seien wir ehrlich, die Stimme der Eurodistrikte sollte in Paris und Berlin gehört werden, denn hier sitzen die wirklich Experten der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.

So wurde bei dem Treffen auch deutlich, dass die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger in allen Eurodistrikten vergleichbar sind: Sie wünschen sich eine bessere Durchlässigkeit der Gesundheitssysteme, effizientere grenzüberschreitenden Verkehrsnetze, einen besseren Informationsfluss und mehr Austausch mit den Nachbarn – auch zum Beispiel durch mehr Sprach- und Schüleraustausche.

Um diesen Bedürfnissen gerecht zu werden, realisieren die Eurodistrikte und ihre Partner entlang der deutsch-französischen Grenze konkrete Projekte aus den Bereichen Raumplanung, Verkehr, Gesundheit, Kultur, Naherholung, Tourismus und Forstwirtschaft.

Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit lebt vom Engagement der Menschen vor Ort, guten Ideen und Mut zum Neuen. Dafür stehen wir als Eurodistrikte, weshalb es wichtig ist, dass wir uns austauschen und gemeinsam für unsere Anliegen einstehen“, so Dietmar Seefeldt, Präsident des EVTZ Eurodistrikt PAMINA und Landrat des Landkreises Südliche Weinstraße.

Die Eurodistrikte gestalten den grenzüberschreitenden Alltag und initiieren zugleich neue Akteurs-Netzwerke. Durch den kontinuierlichen Vergleich öffentlicher Modelle und Politiken zeichnen sie sich durch besondere Reaktionsfähigkeit und Innovationskraft aus. Als Träger deutsch-französischer Projekte leisten sie zudem einen wichtigen Beitrag zu einem noch besseren gegenseitigen Verständnis und zu einem noch engeren Gemeinschaftsgefühl der Bürgerinnen und Bürger beiderseits des Rheins.“ So Hanno Hurth, Präsident EVTZ Eurhena und Landrat des Landkreises Emmendingen.

Die Grenzregionen sind das Herz der Europäischen Zusammenarbeit – hier wird aus gemeinsamer Geschichte eine gemeinsame Zukunft. Unsere Bürgerinnen und Bürger leben Europa im Alltag und für Politik und Verwaltung ist die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in unseren Eurodistrikten längst selbstverständlich geworden und nicht mehr wegzudenken. Sie ist das lebendige Ergebnis der Freundschaft mit unseren Nachbarländern und unverzichtbarer Bestandteil unseres gemeinschaftlichen Miteinanders“, so Marion Dammann, Landrätin des Landkreises Lörrach und Präsidentin des Trinationalen Eurodistricts Basel (TEB).

Je enger diese fünf Eurodistrikte zusammenarbeiten, desto besser. Und wenn sie dann noch einen Weg finden, die engagierte Zivilgesellschaft besser einzubinden, kann das alles richtig gut werden!

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