Der sprunghafte Herr Trump…
Die erratische Zollpolitik des US-Präsidenten deklariert dieser nun als „finanzielle Schlacht“. Und langsam stellt sich die Frage, ob der Mann noch alle Tassen im Schrank hat.
Der Lautsprecher der Welt richtet bereits heute einen riesigen Schaden an. Foto: DonkeyHotey / Wikimedia Commons / CC-BY-SA 2.0
(KL) – Donald Trump will die ganze Welt mit seinem „Handelskrieg“ überziehen. Dieses Mal ist Europa in sein Fadenkreuz geraten. Mit 50 % Strafzöllen auf Stahl und Aluminium aus Europa hat Trump die Europäer geärgert, die daraufhin 26 US-Produkte, von Harley-Davidson bis Bourbon-Whiskey ebenfalls mit Strafzöllen belegten. Antwort von Trump: 200 % Strafzölle auf europäische Alkoholika. Was es Trump bringt, wenn künftig eine Flasche französischer Champagner die Amerikaner 200 statt 50 Dollar kostet, steht in den Sternen. Wirtschaftliche Vorteile wird dies Trump nicht bringen und nach nur 10 Wochen seiner Amtszeit merken die Amerikaner, dass sie ein politisches Irrlicht zum zweiten Mal ins Amt gehievt haben und dass sie das teuer zu stehen kommen wird. Aber solche Fehler hat manches europäische Land und auch die EU selbst schon gemacht.
Aber woher kommt dieser Hass Trumps auf Europa? Erst kürzlich behauptete er, die EU sei gegründet worden, um die „USA zu f…..“, und jetzt spricht er von einer „finanziellen Schlacht gegen Europa“, die er zu gewinnen gedenkt. Zieht er jetzt gegen Europa los, weil er sich nicht traut, gegen Russland und China vorzugehen?
Wenn Trump so weitermacht, werden die USA demnächst in einer überraschenden Isolation landen, da in den letzten 10 Wochen bereits das transatlantische Vertrauen grundlegend erschüttert wurde. Der amerikanische Zick-Zack-Kurs, auch in der Frage der Ukraine und Gazas, folgt offenbar keinem „Masterplan“, sondern hängt einzig von der Tagesform und Laune des US-Präsidenten ab. Die Zeche zahlen natürlich nicht Trump und seine Adlaten, die sich wohl keine Sorgen um den Preis französischen Rotweins machen müssen, sondern die amerikanischen Verbraucher. Dass amerikanischer Whisky teurer wird, wen kümmert’s? Der beste kommt ohnehin von den britischen Inseln…
Bei der Frage, unter welchen pathologischen Störungen Trump leidet, muss man sich jetzt auch mit der Paranoia beschäftigen. Sein Satz „wir wurden lange Zeit ausgenutzt und wir werden nicht länger ausgenutzt werden“ reflektiert in keinster Weise die bisherigen transatlantischen Beziehungen, doch ist Trump ganz offenbar auf Krawall gebürstet und sieht sich und die USA von der ganzen Welt verfolgt. Seltsamerweise nicht von Putin, für den er eine echte Bewunderung hegt.
In diesen 10 Wochen seiner Amtszeit hat es Trump geschafft, die halbe Welt gegen sich und die USA aufzubringen. Da er allerdings im östlichen Teil der Welt kaum eine Wirkung hat, zielt er nun auf (ehemalige?) Partner und da seine Amtszeit noch runde 200 Wochen andauert, kann man sich ausmalen, in welchem Zustand sich die Welt in vier Jahren befinden wird, wenn der Mann so weitermacht wie bisher…
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