Der völlig schmerzfreie Herr T.
Am Donnerstag trifft sich in Washington der Trump'sche „Friedensrat“. Das, was eine Alternative zur UNO sein will, ist nur lächerlich. Wie so vieles, was Herr T. so anstellt.
(KL) – Der „Friedensrat“ oder „Board of Peace“, der sich diese Woche zu seiner ersten Sitzung in Washington trifft, hat vor allem eine Funktion: Nicht etwa, Frieden auf der Welt zu schaffen, sondern die Aufmerksamkeit der Amerikaner von den Epstein-Files abzulenken, denn diese könnten Donald Trump das politische Genick brechen. Die Zusammensetzung dieses Rats, mit dem Trump die UNO überflüssig und sich selbst zum Präsidenten der Welt machen will, ist eine Farce. Und auch der Umstand, dass Trump einen „Mitgliedsbeitrag“ von einer Milliarde Dollar für einen dauerhaften Sitz in diesem seltsamen Gremium erhebt und sich selbst ein Veto-Recht für alle Entscheidungen einräumt, wirft erneut ernsthafte Fragen zum Geisteszustand dieses Präsidenten auf.
Folgende Länder haben an der Gründungsveranstaltung teilgenommen und suchen die Wärme der Nähe von Trump, in der irrigen Hoffnung, sie würden den wahnsinnigen Strafzöllen der USA entgehen: Katar, Saudi-Arabien, Ägypten, die Türkei, die Vereinigten Arabischen Emirate, Israel, Albanien, Argentinien, Armenien, Aserbaidschan, Bahrain, Belarus, Bulgarien, Marokko, Indonesien, Jordanien, Kasachstan, Kosovo, Kuwait, Marokko, Mongolei, Pakistan, Paraguay, Ungarn, Usbekistan und Vietnam. Also alles Länder, die auf der internationalen Bühne die allerersten Rollen spielen. Seltsam, dass die EU-Kommission tatsächlich in der Person von Mittelmeer-Kommissarin Dubravka Suica eine Beobachterin zu diesem Treffen in Washington schickt – so ganz kann die EU-Kommission das Schleimen gegenüber dem US-Präsidenten dann doch nicht bleiben lassen.
Zum Glück sind die meisten EU-Mitgliedsstaaten etwas schlauer als die EU-Kommission und haben eine Mitgliedschaft in diesem seltsamen Gremium rundheraus abgelehnt. Denn immerhin ist dieser „Friedensrat“ nichts anderes als der Versuch von Donald Trump, die UNO durch einen nur von ihm kontrollierten Club zu ersetzen und die Kontrolle über das Weltgeschehen sollte sich definitiv nicht in der Hand eines Wahnsinnigen befinden.
Ob Trump mit seinen neuen Freunden im Kosovo, in Jordanien oder der Mongolei wirklich die Weltkrisen in den Griff bekommt, darf bezweifelt werden. Das schafft zwar auch die UNO nicht, aber es gibt kein einziges Dossier auf der Welt, das man Donald Trump überlassen sollte, denn alles, was der Mann anfasst, verwandelt sich in eine Katastrophe.
Dass die Europäische Kommission dennoch bei diesem „Friedensrat“ nicht ganz außen vor bleiben will, ist ein erneuter Kniefall von Ursula von der Leyen vor dem US-Präsidenten, der bislang jeden Wunsch von der Kommissions-Präsidentin erfüllt bekommen hat. Wie schade, dass es in Europa keine „Midterm elections“ gibt, bei denen die EU-Kommission abgewählt werden kann…
So, jetzt überlegen wir mal, welche Kriege dieser „Friedensrat“ beenden könnte. Stimmt, da fällt einem nichts ein. Aber immerhin – bei der nächsten Vergabe des Friedens-Nobelpreises kann Trump dann wieder in seiner unerträglichen Baby-Sprache greinen, dass noch nie in der Geschichte des Universums jemand diesen Preis mehr verdient hätte als er, denn immerhin hat er ja einen „Friedensrat“ gegründet…
Die Zeit bis zum November und den „Midterms“ wird uns allen noch sehr lang vorkommen…

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