Der Vorverkauf für die Fußball-WM 2026 läuft…
… und da die Tickets für diese Mammut-WM in den USA, Kanada und Mexiko zu unverschämten Preisen angeboten werden, könnte man auf diese WM auch verzichten.
Donald Trump hat schon sein Ticket für's Finale - une jede Wette, er hat keine 6730 Dollar dafür bezahlt... Foto: The White House / Wikimedia Commons / PD
(KL) – Seit gestern läuft der Vorverkauf für die Tickets der Fußball-WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko. Die Herren Trump und Infantino sind dabei, den Fußball zu einer Luxus-Ware für wenige Begüterte umzubauen und aus mehreren Gründen sollte man nächstes Jahr darauf verzichten, zu dieser WM in die USA zu fliegen.
Da wären zum einen die Eintrittspreise, die nach dem System des „dynamic pricing“ aufgerufen werden. Das bedeutet, dass die Preise mit der Nachfrage steigen und das kann sogar im Sekundentakt passieren. Je größer die Nachfrage nach einem Spiel ist, desto mehr steigen die Preise – die nach oben nicht gedeckelt sind. Selbst für die schlechtesten Sitze werden mindestens 60 Dollar fällig, für das Finale beginnen die Preise bei 6730 Dollar. Doch selbst für das Finale wird „dynamisch gepreist“ und die Preise können durch die Decke schießen.
Dann kommt die Einreise in die USA als KO-Kriterium dazu. Wehe den Fans, die in ihren Sozialen Netzwerken böse Kommentare zu Donald Trump abgegeben haben – aus wessen Handy solche Kommentare von der Einwanderungsbehörde entdeckt werden, der sitzt ganz schnell wieder im nächsten Flugzeug zurück in die Heimat. Wer nicht weiß, männlich und mit einer VISA-Karte ausgestattet ist, dürfte ohnehin 2026 nicht besonders freundlich in den USA aufgenommen werden, wo die Behörden gerade eine unglaubliche Jagd auf Ausländer durchführen.
In der ersten Vorverkaufsphase (es wird mehrere geben) kann man nur dann eine Vorbestellung aufgeben, wenn man über eine solche VISA-Karte verfügt, denn das Kartenunternehmen hat viel Geld an die FIFA gezahlt, um „offizieller Zahlkartenanbieter“ dieser WM zu werden.
Wer sich jetzt für ein Ticket anmeldet, ist erst einmal in der Verlosung. Dann muss man Glück haben und im zufälligen Auswahlverfahren gezogen werden, was dem glücklichen „Gewinner“ das Recht einräumt, zwischen dem 29. September und dem 1. Oktober tatsächlich ein oder mehrere Tickets zu kaufen. Ein bißchen blöd ist dabei, dass zu diesem Zeitpunkt gar nicht feststeht, welche Teams sich für das riesige Teilnehmerfeld von 48 (!) Mannschaften qualifiziert haben, wer wo und gegen wen spielt – die FIFA erwartet also von den Fans, die Tickets mehr oder weniger blind zu kaufen. Vielleicht hat dann ja jemand „Glück“ und erwischt einen Schlager wie Usbekistan – Neuseeland…
Der unglaubliche Kommerz, den Infantino und Trump für diese WM abziehen, kann eigentlich nur eine Reaktion von Fußballfans auslösen – den Boykott dieser WM. Wie der US-Präsident und der FIFA-Präsident den Fußball zu einer Luxusware umformen, zu dem der normal Sterbliche gar keinen Zugang mehr bekommt, ist widerlich.
Die zweite Phase des Vorverkaufs soll dann Ende Oktober stattfinden, die dritte Phase im Dezember, nach der Auslosung der Gruppen. Vorher weiß niemand, der teure Tickets kauft, welches Spiel oder welche Spiele er überhaupt sehen wird.
Die WM in den USA, Kanada und Mexiko wird noch schlimmer werden als die WM in Katar. Wer will schon in ein neofaschistisches Land reisen, ohne Garantie, dass er wirklich einreisen kann, um für völlig überzogene Preise Spiele mit zweifelhaftem sportlichen Wert zu sehen?
Gianni Infantino entwickelt sich immer mehr zum Totengräber des Massensports Fußball und dabei hilft ihm Donald Trump, der zwar keine Ahnung hat, worum es beim Fußball eigentlich geht, der aber wie immer großmäulig mitmischen will. Das US-Whitewashing wird vielleicht sogar funktionieren, aber bei dem Zirkus muss man vielleicht nicht unbedingt mitmischen…
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