Der Weltführer des Neofaschismus morgen in Davos

Morgen, um 14h30, wird Donald Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos eine Rede halten. Doch dieses Mal wird Kopfschütteln und leiser Applaus nicht ausreichen.

Wenn Trump morgen in Davos seine Drohungen gegen Europa wiederholt, sollten die Zuhörer den Saal verlassen. Foto: Stéphane Lemarchand, Caricaturiste / Wikimedia Commons / CC-BY-SA 4.0int

(KL) – Dass Donald Trump die Bühne des Weltwirtschaftsforums in Davos für seine Propaganda-Lügen nutzen darf, ist bereits kritisch. Doch entscheidend wird nicht sein, was der verhaltensgestörte US-Präsident erzählen wird, sondern wie die Europäer und der Rest der Welt auf ihn reagieren. Denn inzwischen ist klar, dass dort ein Feind Europas am Rednerpult stehen wird, den es schnellstmöglich zu isolieren gilt.

Natürlich wird Trump der Zuhörerschaft wieder vorlügen, dass er Grönland haben will, weil angeblich ansonsten Russland und/oder China dort einfallen werden. Immerhin, so Trump, wimmelt es in den Gewässern rund um Grönland von russischen und chinesischen Schiffen, die zwar noch niemand gesehen hat, die aber plötzlich für Trump so bedrohlich sind, dass die bisherige amerikanische Militärpräsenz dort nicht mehr ausreicht, Grönland zu schützen. Doch wenn er das morgen in Davos erneut erzählt, nachdem er erst gestern der norwegischen Regierung einen Brief geschickt hat, in dem er ankündigt, aufgrund des nicht erhaltenen Friedens-Nobelpreises (den nicht die norwegische Regierung, sondern das Nobelpreis-Komitee vergibt…) nicht mehr den Frieden in den Vordergrund zu stellen, sollten die Europäer aufstehen und den Saal verlassen.

Den Frieden hat Trump zwar auch bisher nicht gefördert, im Gegenteil, überall dort, wo er versuchte, „Deals“ abzuschließen, um angeblich Frieden zu schaffen, erlebte die Welt Eskalationen der Kriege. Der Umstand, dass sich Trump wie ein Kleinkind ständig selbst lobt, täuscht nicht darüber hinweg, dass dieser Brief an die Norweger eine Art Kriegsdrohung ist, die man nicht so durchgehen lassen sollte.

Dass Trump die USA in eine Kopie von Nazi-Deutschland der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts verwandelt hat, ist das Problem der Amerikaner. Immerhin, noch rund 40 % der US-Wähler finden ihren Diktator nach wie vor wunderbar, die übrigen 60 % werden dafür sorgen müssen, dass der Mann abgewählt und vor Gericht gestellt wird. Doch die Drohungen gegen Dänemark, Grönland und alle Länder, denen die territoriale Unversehrtheit der europäischen Staaten etwas bedeutet, gehen uns sehr wohl etwas an. Sollte Trump es in Europa wagen, dies in Frage zu stellen, sollte er den Rest seiner Rede vor einem leeren Saal halten. Und dann schleunigst aus Europa abreisen, denn hier ist er nicht mehr willkommen.

In wenigen Tagen und Wochen ist Trump in der Rangliste der gefährlichsten Diktatoren auf Platz 1 geklettert. Dass Putin ein brutaler Mörder ist, steht außer Frage, doch sind die kriegerischen Aktionen Putins noch regional begrenzt. Trump will seinen Neofaschismus in der ganzen Welt verbreiten und das macht ihn noch gefährlicher als Putin. Dieser Mann sollte nicht weiter hofiert werden, wie es die Europäer lange getan haben, sondern er muss politisch und wirtschaftlich isoliert und sanktioniert werden.

Will Europa geschlossen gegen den Trump’schen Wahnsinn auftreten, sollte Davos der Auftakt sein. Kein Geschleime mehr, keine Versuche mehr, sich bei diesem Präsidenten anzubiedern, in der Hoffnung, die eigene Position ein klein wenig zu verbessern. Dass Trump überhaupt in Europa auftreten darf, ist bereits unangenehm genug, aber man sollte ihm nicht erlauben, den Europäern in Europa seine Drohungen und gestörten Konzepte um die Ohren zu schlagen. In Europa lehnen wir die Politik von Putin ab, ab sofort müssen wir auch die von Trump ablehnen, uns auf die eigene Stärke besinnen und uns nicht mehr alles von diesem selbstverliebten Diktator gefallen lassen.

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