Die Abzocke des Jahres
Lassen wir mal alle „politischen“ Überlegungen zur Fußball-WM 2026 beiseite – was die FIFA und die USA rund um diese WM veranstalten, ist Abzocke in Reinkultur.
Wer meint, dass es bei der WM darum geht, das Runde in das Eckige zu befördern, der liegt ganz schön falsch... Foto: OhanaUnited Talk page / Wikimedia Commons / CC-BY-SA 4.0int
(KL) – Wer es sich in diesem Sommer nicht verkneifen kann, zur Fußball-WM in die USA, nach Kanada und nach Mexiko zu reisen, ist selber schuld. Abgesehen davon, dass es ein Unding ist, diese WM mit seiner Anwesenheit zu beehren, ist das Turnier nur noch für Superreiche erschwinglich. Da die nationalen Verbände nicht den Mut haben, diese WM zu boykottieren, können das jetzt nur noch die Fans tun. Indem sie einerseits nicht in die USA zu den Spielen reisen und auch, indem sie daheim die Spiele, so weit es geht, nicht im TV anschauen. Denn dieses widerliche „Whitewashing“, mit dem der wohl korrupteste Sportfunktionär der Welt Gianni Infantino den Sport zu einer „politischen Ware“ pervertiert, sollte man nicht unterstützen.
Unglaubliche Ticketpreise (es werden von der FIFA immer wieder Tickets zu horrenden Preisen in den Verkauf gebracht, nachdem Infantino schon vor Monaten verkündet hatte, dass praktisch alle Spiele ausverkauft seien…), unglaubliche Hotelpreise, unglaubliche Preise für den Nahverkehr (das Ticket von New York City zum Stadion, das hin und zurück normalerweise 12,90 Dollar kostet, soll nun 100 Dollar kosten), Parkplatzpreise vom Mond (wer mit dem Auto zum Stadion von New York / New Jersey fährt, kann dort für schlappe 220 Dollar während des Spiels parken…) – und die Liste der explodierenden Preise könnte man fortführen.
Die FIFA ist dabei, den Fußball als Sport abzuschaffen und als milliardenschweres Entertainment fortzuführen. Dass der Weltverband gleichzeitig seine Macht nutzt, um die WM als „Whitewashing-Veranstaltung“ für Diktatoren, Autokraten und Kriegsverbrecher zu pervertieren, sollte eigentlich der Punkt sein, an dem der „normale“ Fußball-Fan aussteigt. Denn alles, was bei dieser WM verdient wird, landet in den falschen Taschen und schönt das ansonsten eklige Bild der jeweiligen Despoten.
Verhindern kann man diese Skandal-WM wohl nicht mehr, aber sie darf nicht folgenlos bleiben. Es ist an der Zeit, einen alternativen Weltverband zu gründen, der die grundlegenden Werte des Sports respektiert. Gianni Infantino, der Freund aller Despoten und Autokraten, muss dringend von der Spitze der FIFA entfernt werden, will man noch verhindern, dass der Fußball endgültig zur umsatzstarken Werbeplattform für politische Verbrecher wird.
Bereits die WM in Russland war ein Skandal, diejenige in Katar ebenso, die in den USA, Kanada und Mexiko sollte gar kein Thema sein und nur ein kleiner Hinweis an Gianni Infantino, der die WM 2034 nach Saudi-Arabien verkauft hat – dort, wo 2034 gekickt werden soll, wurden diese Woche sieben Personen hingerichtet, in dem Land, das nach dem Iran und China die meisten Todesurteile vollstreckt. Vielleicht könnte man ja Fußball und „Whitewashing“ miteinander verbinden, beispielsweise durch öffentliche Hinrichtungen im Mittelkreis während der Halbzeitpause, für die dann die Zuschauer nur ein kleines Extra zahlen müssen, das sich die FIFA und die Saudis teilen können. So abstrus das klingt (und ist), wenn sich damit Geld verdienen lässt, dann ist Infantino sicherlich dabei…
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