Die blasphemische MAGA-Sekte
Donald Trump versucht, seine evangelikanischen Wähler zu manipulieren – natürlich nicht nur, um sich selbst zu beweihräuchern, sondern um von den Epstein-Akten abzulenken.
Ob die MAGA-Sekte die evangelikanischen Wähler mit solcher Blasphemie zurückgewinnt, ist fraglich. Foto: KI generiertes Bild auf FB
(KL) – Die Sozialen Netzwerke quillen täglich über von Posts, die das Hohelied von Donald Trump singen. In der Regel sind die von den MAGA-Agenten veröffentlichten Posts reine Lügen, die von den MAGA-Jüngern begeistert aufgenommen und geteilt werden, doch inzwischen reichen selbst diese systematischen Lügen nicht mehr, um Trump in einer guten Ausgangslage für die „Midterm Elections“ im November zu halten. Seine Zustimmungswerte sinken rapide ab und nach den „Midterms“ steht die Frage seiner Amtsenthebung im Raum. Entscheidend werden im November die Stimmen der rund 60 Millionen Evangelikaner in den USA sein – und diese versucht er nun, mit offener Blasphemie auf seine Seite zu ziehen. Ob das gelingt, ist mehr als fraglich.
Sein Vater habe „die Christenheit gerettet“, erzählt Trumps Sohn auf den Sozialen Netzwerken und die zahlreichen Posts der MAGA-Sekte bedienen sich immer häufiger biblischer Zitate, dargestellt mit kitschigen KI-Illustrationen, die Trump bei der Heilung Kranker zeigen, bei der Speisung der Hungrigen und, Gipfel der Geschmacklosigkeit, als „Beschützer von Kindern“ – dabei müssen in den USA von Trump/Epstein Kinder nicht VON, sondern VOR Trump geschützt werden.
Dass sich Trump heute von seiner MAGA-Sekte praktisch auf Augenhöhe mit Jesus Christus darstellen lässt, ist reine Blasphemie. Das sollten eigentlich auch die evangelikanischen Wähler in den USA merken, die zwar grundsätzlich die irdische Macht als „gottgegeben“ betrachten, aber trotzdem eine rote Linie haben, die Trump in erster Linie den Pädophilen-Skandal nicht verzeiht, denn ganz offensichtlich haben Trump/Epstein den biblischen Satz „Lasset die Kindlein zu mir kommen“ ganz anders interpretiert, als das eigentlich vorgesehen war.
Um die wegbrechende Wählerschaft der Evangelikaner wieder einzufangen, setzt Trump nun auf seine eigene „Gottwerdung“, wobei er seine eigene „Göttlichkeit“ großzügig mit Jesus Christus teilt. Doch spätestens an dieser Stelle müssten die Evangelikaner ihrem Präsidenten die Gefolgschaft kündigen, zumindest diejenigen, die beispielsweise die 10 Gebote ernstnehmen. Denn es heißt „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben“ und nicht etwa „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben, es sei denn, es handelt sich um Donald Trump“.
Dass Trump plötzlich die Religion für sich entdeckt hat, ist der verzweifelte Versuch, den täglich wachsenden Druck aufgrund des Epstein-Skandals und des Versagens seiner irrlichternden Politik zu mindern. Da Trump und seine blonden Lautsprecher argumentativ nichts anzubieten haben, nachdem auch die permanenten Beleidigungen und Angriffe auf die politischen Gegner nicht mehr richtig verfangen, setzt Trump jetzt eben auf die Religion. „Gott wäre stolz auf mich“, behauptet Trump immer wieder und es ist schon eine blasphemische Anmaßung, wenn dieser verhaltensgestörte Präsident Gott diktieren will, wie dieser die Trump’sche Politik beurteilt.
Noch stehen zahlreiche MAGA-Sektenmitglieder blind hinter ihrem Präsidenten und glauben jede Lüge, die dieser ihnen auftischt. Das liegt unter anderem daran, dass MAGA-Sektenmitglieder keine Medien lesen, natürlich auch keine ausländischen, und deshalb auch Lügen wie „die USA waren weltweit noch nie so respektiert wie heute“ glauben, oder die Lügen über die „beste Wirtschaftslage in der Geschichte der USA“, obwohl sie täglich das Gegenteil an der Supermarktkasse erleben.
Trumps Stern sinkt rapide und das ist gut so, denn dieser Mann ist für die Welt mindestens so gefährlich wie der von ihm bewunderte Wladimir Putin. Ob die fortgesetzte Blasphemie der MAGA-Sekte den Wählerblock der Evangelikaner zurück in die Sekte bringt, ist allerdings mehr als fraglich.
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