Die „E3“ werden zum Ziel des iranischen Regimes
Deutschland, Frankreich und England nehmen zu allen Weltkrisen gerne den Mund voll, ohne allerdings Bedeutendes zu leisten. Das könnte sich jetzt rächen.
Ob Macron, Starmer und Merz ihren Ländern mit ihren Sprüchen einen Gefallen tun, wird man abwarten müssen... Foto: Number 10 / Wikimedia Commons / CC-BY 4.0int
(KL) – Die drei verstehen sich blendend. Keir Starmer, Friedrich Merz und Emmanuel Macron glänzen seit geraumer Zeit mit starken Sprüchen, allerdings weniger durch konkrete Aktionen. Nachdem die drei nun dem Iran „Defensivmaßnahmen“ angedroht haben, dreht dieser den Spies um und droht seinerseits den drei europäischen Ländern. Aber ist es der Job der drei Staats- und Regierungschefs, ihre Länder einem jetzt deutlich erhöhten Terror-Risiko auszusetzen?
Wie so oft in letzter Zeit hauen die „E3“-Chefs nun auch zum Thema Iran auf die Pauke. In einer Erklärung zeigten sie sich entsetzt angesichts der „wahllosen und unverhältnismäßigen Raketenangriffe des Iran auf Länder der Region“, und folglich sie forderten den Iran auf, seine „rücksichtlosen Angriffe“ sofort einzustellen und kündigten nicht näher spezifizierte „Defensivmaßnahmen“ an. Also so, wie sie es auch im Ukraine-Krieg tun. Doch dieses Mal kam sofort eine Antwort aus Teheran.
Der Sprecher des iranischen Außenministeriums Esmail Bakaei erklärte, dass „jede derartige Handlung gegen den Iran als Komplizenschaft mit den Aggressoren betrachtet und damit als Kriegshandlung“ betrachtet würde.
Daraufhin ruderte Außenminister Johann Wadephul (CDU) gleich wieder zurück. Deutschland werde sich keinesfalls an amerikanischen und israelischen Angriffen auf den Iran beteiligen, sagte Wadephul. Das kann man durchaus verstehen, aber dann fragt man sich, warum die „E3“ erst wieder versuchen, mit verbalen Muskelspielen zu punkten, wenn dann doch nichts dahinter steckt.
Ähnlich lief es in Großbritannien, wo Regierungschef Keir Starmer ganz anders klang und sich im Unterhaus beeilte zu erklären, dass sich sein Land nicht an den Angriffen beteiligt habe, obwohl sich die USA das gewünscht hätten. Und auch Emmanuel Macron fiel an konkreter Hilfe nicht viel mehr als die Ankündigung ein, das französische Nuklear-Arsenal ausbauen zu wollen. Von diesen verbalen Muskelspielen hat das iranische Volk allerdings – gar nichts.
Es ist immer das gleiche. Europa spielt in den großen Dossiers der heutigen Zeit keine Rolle (außer vielleicht die des Geldgebers), doch in diesen Mega-Krisen interessiert sich niemand mehr für europäische Positionen, denn die ganze Welt sieht, dass Europa alles andere als geeint ist und dass die europäische Kakophonie ohnehin zu nichts führt.
Starmer, Merz und Macron haben alle drei eines gemeinsam – sie haben das Vertrauen ihrer jeweiligen Bevölkerungen verloren und repräsentieren heute jeweils nur noch rund 20 % der Wählerschaft in ihren Ländern. Da ist die Versuchung groß, auf internationaler Ebene punkten zu wollen, doch stellen sich alle drei dabei nicht sonderlich geschickt an.
Statt auf der internationalen Bühne zu versuchen, sich als Helden darzustellen, täten die drei besser daran, gemeinsam und mit den EU-Partnern schnellstmöglich eine europäische Verteidigungs-Doktrin aufzustellen und sich dann die Mittel zu geben, diese auch umzusetzen. Das haben inzwischen sogar die Amerikaner gemacht, auch, wenn uns deren Sicherheits-Doktrin nicht wirklich gefallen kann, denn für die Amerikaner ist Europa zweitrangig geworden. Aber immerhin haben sie eine Sicherheits-Doktrin, die Europa eben nicht hat. Da sind die starken Sprüche der „E3“ eher kontraproduktiv und dass der Iran nun genau hinschaut, ob und wie sich diese drei Länder verhalten, beschwört eine neue Gefahr herauf.
Jeder weiß, wie präsent die iranischen Geheimdienste in Europa sind, und es ist ebenfalls nicht unbekannt, dass es in ganz Europa islamistische Terror-Netzwerke gibt, die jederzeit in den „E3“-Ländern zuschlagen können.
Es gibt Situationen, in denen man erst seine Hausaufgaben machen sollte, bevor man versucht, auf der internationalen Bühne zu glänzen. Aber die „E3“-Chefs brauchen so dringend ein wenig positive Aufmerksamkeit, dass sie sich weiterhin aufführen wie Popeye und so tun, als könnten sie in den Weltkrisen wichtige Beiträge zur Problemlösung leisten. Doch das können diese drei, die nicht einmal ihre eigenen Länder im Griff haben, leider nicht.
Und so eskaliert dann weiter alles vor sich hin und man darf gespannt sein, in welchem der drei Länder die ersten Terroranschläge passieren werden. Dabei hat man das Gefühl, dass das alles nirgends hinführt.
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