Die Trump-Infantino-Milliarden-Show
Nicht PSG, sondern der Schwesterverein des Racing Club de Strasbourg, der FC Chelsea, hat die Klub-WM in den USA gewonnen. Der Verlierer dieser Show ist nicht PSG, sondern der Fußball.
Rechtsaussen Donald Trump wird täglich ein wenig peinlicher... Foto: The White House / Wikimedia Commons / PD
(KL) – Wenn Donald Trump und FIFA-Boss Gianni Infantino hochzufrieden sind, dann sollte man mißtrauisch werden, denn beide sind es gewohnt, nur und ausschließlich für ihre eigenen Interessen zu arbeiten und die sahen sie wohl bei dieser seltsamen Klub-WM in den USA erfüllt. Die meisten Fußball-Fans zeigten wenig Interesse an dieser Veranstaltung, doch die FIFA konnte sich einmal mehr die Taschen füllen. Die Frage, ob der FC Chelsea tatsächlich der beste Fußball-Verein der Welt ist, bleibt dahingestellt – aber das dürfte Chelsea relativ egal sein, denn der Londoner Verein fährt mit Prämien von über 114 Millionen Euro wieder nach Hause.
Dass beim Mega-Kommerz der FIFA jede Menge Geld für Gianni Infantino hängenbleibt, ist der Hauptzweck dieser Veranstaltung und man muss ja schon froh sein, dass der FIFA-Chef nicht auch diesen Wettbewerb an die Saudis, sondern an die USA verhökert hat. Nur – bei diesem Kommerz-Wahnsinn bleibt der Sport auf der Strecke, ebenso wie die Gesundheit der Spieler, die auf dieser Ebene praktisch keinerlei Möglichkeit zur Erholung mehr haben. Fragen Sie mal Jamal Musiala…
Dass sich Infantino und Trump über diese Klub-WM begeistert zeigten, das wundert nicht, denn die Veranstaltung spült jede Menge Geld in die FIFA-Kassen und ist, zumindest in den Augen des Fußball-Laien Donald Trump, eine „tolle Werbung“ für den Fußball in den USA, wo nächstes Jahr auch noch die WM stattfinden soll. Doch eines übersehen die Geldgeier. Sie ruinieren den Volkssport Fußball.
So hatten die europäischen Fußball-Fans die Qual der Wahl, entweder das Finale der Klub-WM FC Chelsea – PSG anzuschauen, oder aber das parallel stattfindende Spiel der Frauen-EM Niederlande – Frankreich. Zwei Topspiele, die sich gegenseitig die Zuschauer wegnahmen und bei den Verbänden merkt man nichts? Interessant – in Deutschland schauten doppelt so viele Zuschauer das tolle Spiel bei der Frauen-EM an als das Finale der Klub-WM…
Infantino hat den Fußball zu einer reinen Kommerzveranstaltung gemacht, bei der täglich Spiele anzuschauen sind. Eine riesige Zahl Wettbewerbe, sieben Tage in der Woche Fußball im Fernsehen (die Spiele live im Stadion anzuschauen können sich die meisten Fans nur noch sporadisch leisten), TV-Gelder, Werbeeinnahmen und so sind aus Fußballspielern moderne Gladiatoren geworden, die auf dem Altar des Infantino-Kommerz verheizt werden.
So sagte auch Jürgen Klopp, Startrainer und einst mittelmäßiger Zweitligakicker, dass der niederländische Verteidiger Virgil van Dijk in seiner ganzen Karriere so viel Urlaub hat wie er selbst damals in einer einzigen Saison.
Natürlich werden die Kicker fürstlich entlohnt – das ist der Preis dafür, dass sie ihre Gesundheit und ihre sozialen Bindungen verheizen. Auf Seite der Fans ist es nicht viel anders. Viele Fans kennen nicht einmal mehr die Namen ihrer Fußball-Söldner, die hin- und herverschoben werden. Das allerdings ist langfristig Gift für das Verhältnis der Fans zu ihren „eigenen“ Klubs.
Das Sahnehäubchen war allerdings Donald Trump, der bei der Siegerehrung einfach zwischen den Chelsea-Spielern stehen blieb und sich offenbar selbst für den Sieger dieser Veranstaltung hielt. Wer künftig „echten“ Fußball sehen will, sollte besser sonntags die Spiele der Amateurligen anschauen gehen, dort, wo noch richtiger Fußball gespielt wird. Im Profibereich geht es nicht mehr um Sport, sondern nur noch um hoch bezahltes Entertainment und das ist der Anfang des Endes des „Volkssports Fußball“.
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