Die wahren Gewinner der Fußball-WM 2026…

… sind die Italiener. Auf elegante Art und Weise haben sie die letzten drei Skandal-WMs boykottiert, ohne dabei irgendwem auf die Füsse zu treten. Das ist stark!

Bei der WM müssen die Amerikaner oihne die Squadra azzura auskommen - Hut ab vor Italien! Foto: Eurojournalist(e) / CC-BY 2.0

(KL) – Man muss vorweg schicken, dass der italienische Fußball zum Besten zählt, was in diesem Sport geboten wird. Vier Weltmeistertitel und zwei gewonnene Europameisterschaften sprechen eine eindeutige Sprache für den 13. der FIFA-Weltrangliste.Ganz klar, das italienische Team muss keine Vergleiche scheuen, schon gar nicht mit den 48 Teams, die für die Skandal-WM in den USA, Mexiko und Kanada qualifiziert sind. Dennoch tritt die Squadra Azzura auch in den USA nicht an, ebenso, wie sie bereits einen Bogen um die WM 2018 in Russland und die 2022 in Katar gemacht hatte. Und das verdient höchste Anerkennung.

Erinnern wir uns zurück. 2018, WM in Russland, als Gianni Infantino seinem Buddy Wladimir Putin vier Jahre nach der Annektierung der Krim eine Rückkehr auf die internationale Bühne ermöglichte. Mehrere Staats- und Regierungschefs reisten begeistert nach Russland und bejubelten an der Seite Putins die Spiele. Nur nicht die Italiener, die sich so rechtzeitig aus der Qualifikation verabschiedet hatten, dass sie gar nicht nach Russland reisen mussten und sich somit auch nicht an dem kollektiven Kotau vor Putin beteiligten.

2022 war es nicht anders. Die WM in Katar warf zahlreiche Fragen zu den Menschenrechten auf, was bei den teilnehmenden Nationen schräge Reaktionen hervorrief, die aber letztlich alle mehr oder weniger unbeachtet verpufften. Nur die Italiener blieben ihrer Linie treu und sorgten dafür, dass sie gar nicht erst qualifiziert waren und folglich nicht nach Katar reisen mussten. Und so waren sie erneut die einzige große Fußball-Nation, die sich nicht am FIFA-Whitewashing des Regimes in Katar beteiligte.

Und 2026, in dem Jahr, in dem die WM in den USA, in Mexiko und in Kanada erneut ein Korruptions-Meisterstück von Infantino-Trump ist, in dem Jahr, in dem in vielen Ländern von der Möglichkeit eines Boykotts gesprochen wird, zu dem sich aber die nationalen Verbände nicht durchringen können, haben es die Italiener erneut geschafft, eine Teilnahme zu umgehen. Dabei vermied es der italienische Verband, das Turnier offen zu boykottieren – man schied einfach auf der letzten Etappe beim Entscheidungsspiel in Bosnien-Herzegowina aus. Und somit beteiligen sich die Italiener folglich nicht am Trump-Whitewashing, was man von den anderen Nationen leider nicht sagen kann.

Drei Skandal-WMs, dreimal verweigern sich die Italiener, deren fußballerische Qualitäten natürlich auch so niemand in Frage stellt. Verlierer in der Geschichte sind nicht die Italiener, die als einzige Nation das Richtige getan haben, sondern die Amerikaner, die auf die Teilnahme dieser prestigereichen Fußball-Nation verzichten müssen.

Die Eleganz, mit der die Italiener auf diese WM verzichten, ist herausragend. Keine große Boykott-Diskussion, sie machen einfach nicht an dieser Trump-Show mit. Wenn irgendjemand diesen seltsamen „FIFA Friedenspreis“ verdient hat, dann sicher nicht der Kriegstreiber Trump, sondern die Squadra azzura, die einmal mehr zeigt, dass es Wichtigeres als Fußball gibt. Und das macht die Italiener uneingeschränkt zu den ersten Gewinnern dieser WM, die eigentlich gar nicht stattfinden dürfte.

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