„Die Zukunft des Automobils ist europäisch!“

Gestern und heute tagt die „Automotive Regions Alliance“ in Straßburg. Eine gute Gelegenheit, mehr über die Arbeit dieses Gremiums der Regionen zu erfahren.

Tobias Gotthardt, bayerischer Staatssekretär und Vize-Präsident der "ARA". Foto: Eurojournalist(e) / CC-BY 2.0

(KL) – Tobias Gotthardt ist Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie und arbeitete lange Zeit als Europapolitiker. Was ihn gestern nach Straßburg brachte, war folglich auch ein europäisches Thema. Die „Automotive Regions Alliance“, deren Vizepräsident Tobias Gotthardt ist, arbeitet daran, die europäische Automobil-Industrie in Zusammenarbeit mit den starken Auto-Regionen Europas zukunftssicher aufzustellen. Was dort passiert, ist beeindruckend. Und war für Eurojournalist(e) eine Gelegenheit, mehr über die „ARA“ zu erfahren. Interview.

Tobias Gotthardt, was ist die „Automotive Regions Alliance“?

Tobias Gotthardt: Die „Allianz der Automobilregionen“, so der deutsche Name, ist ein Bündnis der Vernunft und der Stärke. Sie bringt die in Europa führenden Automobilregionen an einen Tisch, ermittelt den Bedarf der Industrie und der Verbraucher und leitet diese Informationen nach Brüssel weiter. Mit der Perspektive 2027 würden wir uns wünschen, dass einige der Budgets aus der Kohleförderung in diese Regionen umgeleitet werden, denn das führt zu starken Regionen, die wiederum eine starke industrielle Zukunft ermöglichen. Denn letztlich geht es darum, starke Regionen noch stärker zu machen, wovon dann ganz Europa profitiert.

An welchen Schwerpunktthemen arbeitet die ARA?

TG: Zunächst möchte ich betonen, dass unsere Arbeiten wissenschaftlich begleitet werden. Momentan arbeiten wir an Vorschlägen für den rechtlichen Rahmen, die auf eine Vereinfachung der Verwaltungs-Prozeduren abzielen. Aber dann geht es auch um ganz konkrete Fragen, wie beispielsweise das Vorhandensein von Ladestationen für E-Fahrzeuge und ähnliche Themen. Wir wollen ein möglichst präzises Bild der Lage an die Entscheider in Brüssel übermitteln.

Wie kommt es, dass die Arbeit der ARA relativ diskret abläuft? Das Thema hätte doch deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient…

TG: Die ARA gibt es zwar schon länger, doch die Arbeiten haben erst seit zwei Jahren richtig Fahrt aufgenommen. Insofern werden wir künftig deutlich mehr von dieser Organisation hören.

Toyota hat letzte Woche einen serienreifen Wasserstoff-Motor in Tokyo präsentiert. Wie sieht die Zukunft des Automobils ins Europa aus?

TG: Die Zukunft des Automobils in Europa muss eindeutig nachhaltiger werden, sie muss technologieoffen sein und auch ideologische Wenden vertragen. Den Verbrennermotor wird es wahrscheinlich noch sehr lange geben, wobei die entscheidende Frage ist, was im Motor verbrannt wird. Es gibt inzwischen sehr unterschiedliche Treibstoffe und überall ist auch Wasserstoff ein Thema. Dabei gibt es ein einfach zu formulierendes Ziel – die künftigen Motoren müssen emissionsfrei funktionieren. Ich bin überzeugt, die Zukunft des Automobils ist europäisch.

Bayern ist ein „Automobilland“ par excellence. Wie bewerten Sie die Entwicklung der Branche gegenüber der immer präsenteren chinesischen Konkurrenz?

TG: In der Tat, die bayerische, deutsche und europäische Automobil-Industrie steht vor riesigen Herausforderungen. Aber ich setze auf die Innovationskraft unserer Ingenieure, die weltweit anerkannt ist. Natürlich müssen alle einen Gang hochschalten, doch wenn wir richtig agieren, werden Bayern, Deutschland und Europa aus diesem Wettbewerb gestärkt hervorgehen. Innovationen müssen konsequent durchdacht und umgesetzt werden und genau hier leistet die ARA einen wichtigen Beitrag.

Herr Staatssekretär, vielen Dank für Ihre Zeit und das Gespräch!

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