Donald dreht durch

Donald Trump hat fast der ganzen Welt einen Handelskrieg erklärt, bei dem niemand gewinnt, aber viele verlieren werden. Nur Russland klammert Donald aus.

Donald Trump mit seinen neu ernannten Kabinettsmitgliedern... Foto: AI / Shared by the House Judiciary GOP, unspecified image generation software / Wikimedia Commons / PD

(KL) – Es wird täglich abstruser mit dem US-Präsidenten, um dessen Geisteszustand man sich immer mehr Sorgen machen muss. Seine Strafzölle, die in erster Linie das Leben für Amerikaner enorm verteuern werden, vor allem, wenn sie gerne Qualitätsprodukte aus Europa konsumieren würden, wirbeln auch die letzten noch bestehenden Gleichgewichte durcheinander und die Zerstörung bestehender Ordnungen, so imperfekt diese auch sein mögen, ist das Markenzeichen aller neofaschistischen Bewegungen auf der Welt – die USA machen da keine Ausnahme.

Zwar bröckelt jetzt bereits die ganz breite Unterstützung für das Trump-Team in den USA und sein Gesetzesvorhaben, mit dem er Kanada mal wieder mit abstrusen Strafzöllen überziehen wollte, scheiterte im Senat dank vier mutiger Republikaner, die trotz einer namentlichen Ermahnung des POTUS gegen sein Gesetz stimmten und es so stoppten. Auch die Wahl einer Richterin des Obersten Gerichtshofs in Wisconsin ging schlecht für Trump aus, es setzte sich deutlich die liberale Kandidatin durch, obwohl Elon Musk in Wisconsin mit Millionen um sich warf, um auch diese Wahl zu kaufen. Das sind zwar momentan nicht viel mehr als Lichtblicke, die den allgemeinen politischen Amoklauf Trumps nicht stoppen, doch merken offenbar etliche Amerikaner, was sie für einen Wahnsinnigen ins höchste Staatsamt gewählt haben.

Nicht ganz nachvollziehbar sind die geradezu paranoiden Aussagen Trumps, der seine verrückten Strafzölle damit zu erklären versuchte, dass sich alle ganz furchtbar schlimm den USA gegenüber verhalten hätten, und er nun diese angeblich unfairen Praktiken stoppen würde. Dass ein Land wie die USA tatsächlich vor Saint-Pierre-et-Miquelon Angst haben und daher die Importe von den französischen Inselchen vor der kanadischen Küste mit 50 % (!) Strafzöllen belegt, ist erstaunlich. Ebenso erstaunlich wie der Umstand, dass praktisch alle Kontinente von diesem „Handelskrieg“ betroffen sind, nur Russland nicht. Denn vor Putin kriecht Trump auf allen vieren…

Alles, was dieser Präsident täglich an Gift in die Welt spritzt, ist reine Schaumschlägerei, mit der er momentan noch seine Wählerschaft in den Trailer Parks des Mittleren Westens überzeugen kann, nicht aber diejenigen Amerikaner, bei denen noch ein paar Gehirnzellen funktionieren. Doch die Stimmung gegen die Trump-Administration wird auch in den USA kippen, so, wie man im Rest der Welt langsam begreift, dass die Zeiten, in denen die USA so etwas wie eine Ordnungsmacht waren, vorbei sind.

Ebenso fällt auf, dass die Sprunghaftigkeit dieses Präsidenten ebenso sein eigenes Team wie den Rest der Welt betrifft. Elon Musk scheint in Ungnade gefallen zu sein, wahrscheinlich, weil er noch durchgeknallter als Trump selbst ist und dem Präsidenten viel zu viele Schlagzeilen stiehlt. Also wird Musk eine Weile von der Bildfläche verschwinden und bekommt Gelegenheit, die von ihm ruinierte Automarke Tesla zu sanieren. Schade, dass der nicht minder minderbemittelte Gesundheitsminister Kennedy, ein Querdenker und Wissenschaftsleugner, nicht auch gleich geht, wobei er auch den alkoholisierten Verteidigungsminister Hegseth gleich mitnehmen könnte.

Was haben die Amerikaner da nur gewählt? Was wird nur aus den USA, die auf Jahre hinaus keine Freunde und Verbündeten mehr haben werden, außer vielleicht Wladimir Putin, der sich im Kreml den Bauch vor Lachen halten muss, wenn er diesen Trump’schen Amoklauf betrachtet. Doch auch bei uns finden sich Anhänger des Trumpismus und die befinden sich überwiegend im rechtsextremsten Lager, dort, wo auch andere den feuchten Traum haben, die letzten Reste der Demokratie auszuhebeln und gerne totalitäre Systeme einrichten würden.

In der Zwischenzeit sind die Bemühungen um einen Waffenstillstand in der Ukraine gescheitert und Selenskyi muss sich inzwischen gegen Russland UND die USA verteidigen. Dass er in dieser Phase noch sagt, dass man sich mit den USA zusammenraufen muss, ist mutig und realitätsfremd, denn das einzige, was Trump in der Ukraine interessiert, ist nicht etwa der Frieden, sondern das Ausschlachten der ukrainischen Bodenschätze.

Der Zirkus, den Trump gerade veranstaltet, wird wie ein Bumerang in die USA zurückkehren und alle, die begeistert „MAGA“ gebrüllt haben und dieses Konzept am liebsten mit Schusswaffen durchsetzen würden, werden die ersten sein, denen im Trumpismus die Puste ausgehen wird. Aufhalten kann den Wahnsinn niemand, doch jetzt wird sich der Rest der Welt zusammenraufen müssen, um nicht vom Strudel dieses Präsidenten in den Abgrund gezogen zu werden.

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