Donald Trump schießt sich auf Frankreich ein…

… aber nicht nur auf Frankreich. Generell ist er von den Europäern „enttäuscht“, da diese nicht bei seinem Angriffskrieg auf den Iran mitmachen.

Dieser Mann gehört nicht ins Oval Office, sondern in eine geschlossene Anstalt... Foto: DannyRogers800 / Wikimedia Commons / CC0 1.0

(KL) – Dass der amerikanische Präsident massive Verhaltungsstörungen aufweist, ist nicht neu. Aber dass er jetzt einen verbalen Rundschlag gegen die Europäer gestartet hat, mag ihn erleichtert haben, doch viel weiter werden ihn sein Gegreine und seine Drohungen auch nicht bringen. Der Mann verliert jeden Tag ein weiteres Stück seiner Bodenhaftung und sogar in den USA beginnen die Menschen zu merken, dass dieser stark beeinträchtigte Präsident mit seinem inkompetenten und korrupten Team so schnell wie möglich aus dem Amt entfernt werden muss, bevor er noch mehr Unheil anrichten kann.

Dass sich Trump nun ausgerechnet Frankreich als „Lieblings-Hass-Land“ ausgesucht hat, ist erstaunlich. Denn viele europäische Länder weigern sich, an Trumps Iran-Krieg mitzuwirken, insbesondere deshalb, weil dieser Krieg gleich auf mehreren Ebenen völkerrechtswidrig ist. Das haben vor Frankreich bereits Spanien, Italien, Deutschland, die Niederlande und andere Länder festgestellt, denn der berühmte Artikel 5 der NATO-Verträge sieht eine Beistandsverpflichtung der Mitgliedsstaaten nur dann vor, wenn ein NATO-Mitglied angegriffen wurde. Das ist hier allerdings nicht der Fall und Trumps Begründung, dass der Iran ansonsten innerhalb von Wochenfrist über eine Atombombe verfügt hätte, steht in krassem Gegensatz zu seinen früheren Erklärungen, nach denen er die iranische Atom-Industrie „vollständig zerstört“ habe. Man muss also nur rätseln, zu welchem Zeitpunkt Trump gelogen hat, wobei wahrscheinlich ist, dass beide Aussagen nicht gestimmt haben.

Die europäischen NATO-Staaten (plus Kanada) hatten also völlig Recht, Trump im Iran die Waffenbrüderschaft zu verweigern, von der Trump später trotzig erklärte, er habe diese gar nicht gebraucht, sondern nur die Europäer „testen“ wollen.

Die USA des Donald Trump sind immer weiter isoliert und wenn heute amerikanische Soldaten ihr Leben lassen müssen, damit die Straße von Hormuz wieder geöffnet wird, dann sollte man sich daran erinnern, dass diese Meerenge vor Trumps Angriff auf den Iran geöffnet war. Und genau das merken gerade immer mehr Amerikaner, die entsetzt feststellen, dass das ganze MAGA-Gewäsch nur warme Luft war und dass Trump bisher alles in den Sand setzt, was er anfasst.

Da nützen auch die Lügen, dass der Iran ihn zum Obersten Führer machen wollte, dass die Europäer ihm ganz Europa angedient hätten, dass die Amerikaner gerade ein „Goldenes Zeitalter“ erleben und so respektiert wie nie seien, nichts. Mit etwas Verspätung erkennen jetzt viele Amerikaner, dass Trump ein gefährlicher Irrer ist, der das Land und die Welt in eine Katastrophe führt. Auch seine Megalomanie, seine Gier nach ihm nicht zustehenden Preisen und Ehrungen, werden den Mann nicht retten können. Wenn nun auch der Flughafen in Miami auf seinen Namen umgetauft wird, ebenso wie viele Straßen und öffentliche Gebäude, dann bedeutet das nur, dass der nächste Präsident diesen ganzen Blödsinn rückabwickeln muss, da Trump keine dieser Ehrungen und Preise verdient hat. Im Gegenteil.

Dadurch, dass sich Trump nun Frankreich als Hassobjekt auserkoren hat, stehen die Europäer in der Verpflichtung, volle Solidarität mit Frankreich an den Tag zu legen. Trump zwingt Europa zu mehr Einheit und perspektivisch kann das nur gut sein. Den Fehler, diesen Mann ein zweites Mal zum Präsidenten zu wählen, werden die Amerikaner sehr, sehr teuer bezahlen. Und nur eines ist klar – drei weitere Jahre mit Trump an der Spitze werden weder die USA, noch der Westen überstehen.

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