Ein „Sieg“, der so gar nicht nach „Sieg“ riecht

Donald Trump und seine Helfer überschlagen sich förmlich vor Eigenlob, da sie angeblich den Iran „total“ besiegt haben. Dabei haben die Amerikaner nichts erreicht.

Das ist die Straße von Hormuz, die im Mittelpunkt aktueller Konflikte steht. Foto: MODIS Land Rapid Response Team, NASA GSFC / Wikimedia Commons / PD

(KL) – Nur zur Erinnerung: Bevor Donald Trump und Benjamin Nethanjahu anfingen, den Iran zu bombardieren, war die Straße von Hormuz, diese Meerenge, über die rund 20 % der weltweiten fossilen Energie-Ressourcen transportiert werden, für den internationalen Schiffsverkehr offen. Nach dem US-Angriff auf den Iran, haben die Iraner diese strategisch so wichtige Meerenge geschlossen. Gestern war die Meerenge immer noch geschlossen, nur einige Tanker kamen durch, sehr wahrscheinlich, nachdem sie eine entsprechende Maut bezahlt haben. Die Straße von Hormuz ist vermint und Trump und Kollegen jubeln ins Leere. Wie man diese bedeutende Verschlechterung des internationalen Schiffsverkehrs, die zu explodierenden Treibstoffpreisen auf der ganzen Welt geführt hat und die immer noch vorherrschende Sperrung der Meerenge als „totalen und historischen Sieg“ verkaufen kann, das wissen wohl nur Trump, Hegseth und Konsorten.

Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot fand die richtigen Worte für das geplante Maut-System für diese Meeresenge, wobei nicht klar ist, ob eine solche Maut vom Iran und Oman erhoben werden soll, vom Iran und den USA oder, wie es Trump am liebsten wäre, nur von den USA. Barrot kommentierte „Die freie Schifffahrt in internationalen Gewässern ist ein Gemeingut, das nicht behindert oder mit Gebühren belegt werden darf.“ Auch andere europäische Regierungen haben auf diesen seerechtlichen Umstand hingewiesen, doch Internationales Recht ist ungefähr das Letzte, das Donald Trump interessiert.

Und so richtig offen ist die Straße von Hormuz immer noch nicht, denn diese Öffnung ist an die Bedingung der Einhaltung des gerade erst verabschiedeten Waffenstillstands geknüpft, doch der wird ja gar nicht eingehalten, da Israel weiterhin den Südlibanon bombardiert und behauptet, der Waffenstillstand würde den Libanon nicht betreffen, was allerdings von mehreren anderen Ländern in Frage gestellt wird. So lange aber dieser Waffenstillstand nicht vollständig umgesetzt wird, ist es schwer, von einer Öffnung dieser Meerenge zu sprechen.

Die Europäer lehnen jede Art von Mautsystem für die Straße von Hormuz ab. Allerdings wird die europäische Stimme im Konzert der Großen nicht mehr gehört. Trump wird nicht müde, die NATO, Frankreich, Deutschland, Großbritannien zu beleidigen und mit dem Austritt aus der NATO zu bedrohen, ansonsten kommt Europa in diesen Kriegshändeln gar nicht mehr vor. Insofern ist das Pochen der Europäer auf das internationale Seerecht zwar völlig richtig, dürfte aber recht wirkungslos bleiben.

Wie immer hat Donald Trump auch keinen Plan für die Wiedereröffnung der Straße von Hormuz, schwadroniert abwechselnd darüber, dass „dem Sieger die Beute gehört“ oder aber über ein amerikanisch-iranisches Joint Venture für ein Mautsystem und es wird immer deutlicher, dass Trump keine Ahnung hat, was er da im Iran veranstaltet.

Der Iran plant seinerseits die Erhebung einer Maut von 2 Millionen Dollar pro Schiff und ist angeblich bereit, diese Summe mit dem Oman zu teilen. Ob der Oman allerdings darauf erpicht ist, kann momentan auch niemand sagen. Die USA wollen auf jeden Fall nicht an diesem Geldsegen vorbeisteuern.

Mehrere europäische Länder haben bereits gegen ein solches Maut-System protestiert, aber das dürfte tatsächlich weder die USA, noch den Iran interessieren. Tragisch ist allerdings, dass die geplanten „Deals“ zwischen Trump und dem Mullah-Regime dieses mörderische System weiter im Sattel halten – was aus den Iranern wird, ist Trump völlig egal. Was Trump momentan interessiert, ist dass die Europäer die Passage absichern und damit zu aktiven Kriegsteilnehmern werden.

Nun bleibt abzuwarten, wie die Kriegsparteien auf die Verletzungen dieser Waffenruhe und den israelischen Alleingang reagieren – dieser Krieg ist noch lange nicht vorbei und ein „totaler und historischer Sieg“, den die MAGA-Sekte gerade feiert, ist das mit Sicherheit nicht.

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