Ein „totaler Sieg“ oder ein „totaler Sprung in der Schüssel“?
Donald Trump und seine Helfer sind begeistert. Der zweiwöchige Waffenstillstand ist für sie ein „totaler und historischer Sieg“. Aber das kann man auch anders sehen.
Für Trump und Hegseth scheinen ihre Kriege nur ein großes Videospiel zu sein... Foto: Official White House Photo by Molly Riley / Wikimedia Commons / PD
(KL) – Wenige Minuten, bevor „die Hölle“ im Iran losbrach, einigten sich die USA und das Mullah-Regime auf einen zweiwöchigen Waffenstillstand, um während dieser Zeit über einen Frieden zu verhandeln. So schön es ist, dass die „Vernichtung der iranischen Zivilisation“ ausgefallen ist, so unschön ist es, dass die Amerikaner damit bereits zum vierten Mal die iranische Revolution verraten und das mörderische Mullah-Regime weiter stärken. Zumal parallel Israel keinerlei Lust verspürt, seinerseits einen Waffenstillstand im Libanon einzuhalten. Der Krieg geht weiter, die USA haben nichts erreicht (ob die Wiedereröffnung der Straße von Hormuz wirklich ein „Erfolg“ ist, bleibt fraglich, denn das war diese strategisch so wichtige Meerenge bereits vor dem US-Angriff auf den Iran) und außer dem üblichen Eigenlob von Trump, Hegseth und Kollegen wurde nichts anderes erreicht als Tausende Tote, sinnlose Zerstörungen und eine glimmende Lunte an einem Pulverfass, das weiterhin jederzeit explodieren kann.
Die Art und Weise, in der die Amerikaner diesen Krieg geradezu zelebrieren, ist widerlich. Die Iraner, die im Januar das mörderische Regime fast schon gestürzt hatten, bis Donald Trump es für nötig hielt einzugreifen, sind die großen Verlierer dieser Auseinandersetzung zwischen den Mullahs und der Trump-Truppe. Für die Bevölkerung hat sich die Lage durch das amerikanische Eingreifen deutlich verschlechtert und niemand kann heute sagen, wie es weitergehen soll.
Erstaunlich ist auch die Vermittlung durch Pakistan, das die verschiedenen Vorschläge zwischen den Mullahs und den Amerikanern transportiert. Bislang waren die Pakistani nicht als große diplomatische Nation aufgefallen, doch scheint diese Vermittlung zumindest kurzfristig ein wenig den Druck aus der Situation zu nehmen. Enttäuschend ist einmal mehr, dass Europa selbst auf diplomatischer Ebene keinerlei Rolle mehr spielt. Und ebenso enttäuschend ist, dass die Ukraine jetzt, ähnlich wie das iranische Volk, mit dem xten Verrat durch Donald Trump leben muss. Für die Ukraine wird sich die Lage noch weiter verschlechtern, nachdem sich herausstellt, dass Trump keinen Finger gegen Putin rühren wird und sich auch nicht mehr weiter für Europa interessiert. Selbst zur NATO hat Trump nur noch einen Kommentar: „Bye Bye“…
Alles ist besser als das sinnlose Töten und Sterben. Doch Trump begeht schon wieder den nächsten Fehler, indem er behauptet, das neue Mullah-Regime sei „vernünftiger“ als das alte. Täglich werden Oppositionelle hingerichtet, verhaftet, vor Sondergerichte gestellt und das neue Mullah-Regime ist keinen Deut weniger radikal und grausam als das alte. Aber das passt nicht so recht ins amerikanische Narrativ, das flugs dieses Mörderregime zu vernünftigen Ansprechpartnern aufwertet. Von einem Regimewechsel ist der Iran weiter entfernt als zuvor und dass die Mullahs weiterhin ihr blutiges Werk vollrichten können, das verdanken sie Donald Trump.
Zwei Wochen Feuerpause zwischen den USA und dem Iran, während Israel seinen „Sekundarkrieg“ im Libanon weiterführt, was bedeutet, dass in diesen zwei Wochen die gesamte Region nicht zur Ruhe kommen kann, da die kriegerischen Handlungen weitergehen.
Die Amerikaner haben zwar kurzfristig auf die Kriegsbremse getreten, doch von einen „historischen und totalen Sieg“ kann nun wirklich keine Rede sein. Nach wie vor benehmen sich die Trump & Co. wie angetrunkene Rocker und das wird sich auch nicht ändern. Was am Ende für Absprachen zwischen Trump und den Mullahs herauskommen werden, wird man sehen. Für das iranische Volk wird sich allerdings nichts verbessern.
Kommentar hinterlassen