Elon Musk dreht durch
Der Multimilliardär und Intimus von Donald Trump überschreitet momentan alle roten Linien. Bis hin zur völlig unangebrachten Einmischung in die deutsche Politik.
2025 scheint das Jahr der Demokratie-Verächter zu werden. Mit mittelmässiger Halbbildung. Foto: DonkeyHotey / Wikimedia Commons / CC-BY-SA 2.0
(KL) – Seit geraumer Zeit gibt es keine Wahl mehr in den Ländern Ost- und Zentraleuropas, bei denen internationale Beobachter nicht die russische Einmischung in die Wahlen dieser Länder kritisieren. Werden diese internationalen Beobachter auch die absolut unzulässige Einmischung von Elon Musk in den deutschen Wahlkampf anprangern? Wird der von niemanden für nichts gewählte Musk eine Art Sergeij Lawrow der USA? Kurz vor der Amtsübernahme durch Donald Trump wird deutlich, dass Trump ebenso wenig von Demokratie hält wie sein französischer Amtskollege. Doch während ein Sergeij Lawrow wenigstens die Grundregeln der Diplomatie einhält, benimmt sich Elon Musk wie ein politischer Wahnsinniger. Der Lautsprecher von Donald Trump zeigt dazu, dass er absolut keine Ahnung von den Dingen hat, über die er ungefragt schwadroniert.
Ganz offensichtlich hat Elon Musk, der weder für irgendwas gewählt wurde, noch ein offizielles Amt bekleidet, sich aber in sämtliche Angelegenheiten der Politik einmischt, ein Problem mit Deutschland. Erst nannte er Bundeskanzler Olaf Scholz einen „Narren“, nun behauptete er aux X, dass Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ein „antidemokratischer Tyrann“ sei. Steinmeier ein „antidemokratischer Tyrann“?
Gibt es denn niemanden im Umfeld des nächsten US-Präsidenten, der Elon Musk einmal die Grundzüge der deutschen Verfassung erklären könnte? Oder der ihm erläutert, was ein „Tyrann“ ist? Einen Bundespräsidenten als „antidemokratischen Tyrann“ zu bezeichnen, dafür muss man schon ganz schön am Rad drehen.
Doch während man über die intellektuellen Aussetzer von Elon Musk fast schon lächeln könnte, verbirgt sich hinter diesem neuen Zwischenfall leider mehr. Ein verurteilter Krimineller und ein ungebildeter Multimilliardär, der von niemandem gewählt wurde, leiten künftig die Geschicke der USA und damit auch des Westens. Und das ist mehr als beunruhigend.
Dazu, auch das ist schlimm, mischt sich Elon Musk aktiv in den deutschen Wahlkampf ein, genauso, wie es die Russen in Georgien oder Moldau gemacht haben. Musks Wahlwerbung für die AfD ist eine Unverschämtheit seitens eines „Verbündeten“ und man muss befürchten, dass das Duo Trump/Musk mit seiner Halbbildung die Welt massiv aufmischen wird.
Dass Musk keinerlei Mandat hat, aber sich trotzdem aufführt wie ein zweiter Präsident, ist inakzeptabel und das sollte es sogar für Donald Trump sein. Trump wird nicht umhin kommen, Elon Musk entweder einen offiziellen Posten mit klarer Kompetenz-Beschreibung zu geben, oder aber Musk ganz schnell aus seinem Dunstkreis entfernen.
Die Beleidigungen von Elon Musk der deutschen Spitzenpolitiker markieren einen Wendepunkt in den transatlantischen Beziehungen und langsam sieht man, dass Trump/Musk noch am ehesten mit Putin/Prigoschin vergleichbar wären. Die USA werden auf absehbare Zeit kein zuverlässiger Partner mehr sein und die Europäer müssen sich nun entweder emanzipieren oder neue Freunde suchen. 2025 kündigt sich schlechtmöglichst an und das könnte sich mit der Amtsübernahme von Trump Ende Januar sogar noch verschlechtern. Und da nützen auch alle guten Wünsche zum neuen Jahr nichts…
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