Es gibt Weihnachtsmärkte und Weihnachtsmärkte…
Wie jedes Jahr ist auch 2025 für jeden Geschmack etwas dabei. Und in der Tat, es gibt sie, die Weihnachtsmärkte, auf denen man so etwas wie die „Magie der Adventszeit“ erleben kann.
Wenn in Saverne abends die Lichter auf dem Weihnachtsmarkt angehen, wird es tatsächlich vorweihnachtlich. Foto: Eurojournalist(e) / CC-BY 2.0
(KL) – Es ist die Saison der Weihnachtsmärkte und diese sind eine ewig alte Tradition im Elsass und im ganzen alemannischen Land. Allerdings sind diese Märkte sehr unterschiedlich. Wer sich vor dem Besuch eines Weihnachtsmarkts informiert, kann schöne Momente erleben – wer sich nicht informiert, kann auch Albtraumhaftes erfahren. Und wir haben einen netten Tipp für Sie…
Nun gibt es Menschen, die es toll finden, sich gemeinsam mit Hunderttausenden anderer Touristen zentimeterweise durch die Straßburger Innenstadt zu schieben und unglaublich teure „Weihnachts-Spezialitäten“ auf Plastikgeschirr im Gehen herunter zu schlingen. Diejenigen, für die dies die „Magie der Weihnacht“ ist, kommen in Straßburg voll auf ihre Kosten.
Dann gibt es wieder andere Menschen, die sich daran erinnern, dass Weihnachten früher einmal anders war, einfacher, stiller, beschaulicher, nicht zu 100 % auf Konsum ausgerichtet. Und siehe da, auch diese Zeitgenossen können Weihnachtsmärkte finden, die richtig nett sind. Insbesondere in den kleineren Städten wie Saverne, Obernai, Reichshoffen oder auch Gengenbach im Kinzigtal, wo man noch Weihnachtsmärkte organisiert, in denen es Krippen gibt, ohne dass ein Teil der Bevölkerung in Schnappatmung verfällt, wo der Glühwein noch aus richtigen Flaschen und nicht aus ALDI-Tetrapacks stammt, wo die Preise noch so sind, dass sie auch ein Normalsterblicher bezahlen kann und der Abstand zu den anderen Besuchern mehr als 8 Zentimeter beträgt.
Von den vielen, netten, kleinen Weihnachtsmärkten hat es uns der in Saverne besonders angetan. Auf dem Platz vor dem großartigen Schloss der Rohan befindet sich ein kleiner Weihnachtsmarkt, wo man handgemachte Kerzen, Dekorationen und Leckerein findet, die nicht etwa „made in China“, sondern „made im Saverner Land“ sind. Es duftet nach Glühwein (aus Gewürztraminer!) und heißem Apfelsaft und der Becher geht für 3,50 € über den Ladentisch.
Es gibt Bänke, so dass man sich auch hinsetzen kann, die Menschen sind freundlich und nicht maximal gestresst wie in der großen Stadt und in der Tat, da kommt so etwas wie Adventsstimmung auf! Die Einwohner von Saverne genießen es, man trifft Bekannte, einige Touristen staunen, dass es so etwas noch gibt. Zwei Besucher aus Marseille stehen staunend vor der Krippe, schütteln den Kopf und sagen „eine Krippe! So etwas wäre bei uns nicht möglich, die würde sofort abgefackelt werden!“ Was dann auch wieder schade wäre.
Es gibt bis Weihnachten Dutzende, hunderte Weihnachtsmärkte am Oberrhein, vom Schweizer Jura über das Badnerland und den Schwarzwald und im ganzen Elsass, wobei jeder dieser Märkte einen ganz eigenen Charakter hat.
Genießen Sie genau den oder die Weihnachtsmärkte, die Ihnen gefallen, aber dennoch können wir uns einen Tipp nicht verkneifen. Wenn Sie partout am Wochenende auf einen der richtig großen Weihnachtsmärkte wollen, lassen Sie bitte ihren Hund zuhause. Denn einen Hund durch einen klaustrophobisch überlaufenen Weihnachtsmarkt zu treiben, das bewegt sich schon am Rande zur Tierquälerei…
Ansonsten – viel Spaß auf den Weihnachtsmärkten und denken Sie an Saverne – der Besuch lohnt sich!
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