Frankreich – der erste Wahlgang ist erledigt

In den großen Städten waren die Wahllokale bis 20 Uhr geöffnet – deswegen liegen zur Stunde erst Prognosen und Ergebnisse aus dem ländlichen Raum vor. Erkenntnisse gibt es trotzdem schon.

Die Qual der Wahl... in Strassburg ist noch alles offen... Foto: Pascal Houssais / CC-BY 2.0

(KL) – Der erste Wahlgang der französischen Kommunal- und OB-Wahlen ist vorbei. Noch liegen nur sehr wenige Endergebnisse vor, da in den großen Städten die Wahllokale bis 20 Uhr geöffnet waren und die Auszählung einer großen Anzahl Wahllokale eben einfach Zeit kostet. Im Elsass gab es, so viel steht jetzt bereits fest, einige Überraschungen. Doch die meisten Entscheidungen in den Städten fallen ohnehin erst am kommenden Sonntag bei der Stichwahl.

Während es im ländlichen Bereich des Elsass, bis auf einige Ausnahmen, vor allem ein Plebiszit für das Bestehende gab und viele Amtsinhaber auch deshalb bereits im ersten Wahlgang wiedergewählt wurden, weil nur zwei Listen zur Auswahl standen, erleben die beiden großen Städte Straßburg und Mulhouse etwas ganz neues – eine zerklitterte Politiklandschaft, in der beispielsweise in Mulhouse sechs (!) Listen über die 10 %-Hürde kamen und somit an der Stichwahl teilnehmen können.

Zum Zeitpunkt der Redaktion dieses Artikels liegt für Straßburg lediglich eine Nachwahl-Prognose des Instituts IPSOS vor, die zeigt, dass auch in Straßburg vier Listen in der Stichwahl stehen könnten, wobei die Liste von Catherine Trautmann laut dieser Prognose bei 25 % liegt, die konservative Liste von Jean-Philippe Vetter käme auf 23 %, Amtsinhaberin Jeanne Barseghian und ihre Grünen lägen bei 18,8 % und die linksextreme LFI mit Florian Kobryn bei 11,8 %. Und das wiederum würde bedeuten, dass für die Stichwahl alles offen wäre. Eine Analyse der endgültigen Zahlen und Perspektiven lesen Sie morgen hier.

Allerdings dürften jetzt die Telefone glühen, denn nach dem französischen Wahlrecht haben die Kandidaten nur bis Dienstagabend Zeit, ihre Listen für die Stichwahl bei der Präfektur einzureichen. Sollte es also zwischen jetzt und Dienstagabend neue Absprachen, Fusionen von Listen oder Ähnliches geben, dann muss man sich jetzt sehr schnell verständigen, denn danach bleiben nur noch drei Tage für einen Blitz-Wahlkampf bis zum Freitag vor der Stichwahl.

Die allererste Erkenntnis ist, dass die zersplitterte Politiklandschaft auf nationaler Ebene ihre Fortsetzung in der Lokalpolitik findet. Die zweite Erkenntnis ist, dass die Parteien fast jedes Vertrauen in der Bevölkerung verloren haben. In Mulhouse haben zwei Bürgerlisten ohne Anbindung an eine Partei zusammen 30 % der Stimmen geholt – ein interessanter neuer Aspekt. Und für das Elsass erfreulich ist die dritte Erkenntnis – das rechtsextreme Rassemblement-ex-Front National hat deutlich schlechter abgeschnitten als befürchtet. Während die Rechtsextremen auf nationaler Ebene in allen Umfragen für das Super-Wahljahr 2027 führen, steht ihr Abschneiden im Elsass unter „ferner liefen“ – so sieht es danach aus, als würde die rechtsextreme Kandidatin in Straßburg nicht einmal in der Stichwahl stehen.

Lesen Sie morgen unsere Analyse der Ergebnisse dieses ersten Wahlgangs im Elsass!

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