Frankreich – Fuß vom Gas!

Ab nächsten Montag brechen schlechte Zeiten für Raser an, dafür gibt es aber mehr Sicherheit für „normale“ Verkehrsteilnehmer. Denn das Rasen mit dem Auto wird zur Straftat.

Wer die Freiheit liebt, sollte solche Verkehrsschilder künftig sehr genau beachten... Foto: Cjp24 / Wikimedia Commons / CC-BY-SA 3.0

(KL) – Die neue Regelung, die ab Montag, den 29. Dezember in Frankreich gilt, zielt nicht auf eine kleine Übertretung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit ab, sondern auf brutale Raser, die diese zulässige Höchstgeschwindigkeit um mehr als 50 km/h übertreten. Wurde dies bislang noch als Ordnungswidrigkeit mit Punkten und zeitweisem Führerscheinentzug geahndet, stehen jetzt bis zu drei Monaten Gefängnis und ein entsprechender Eintrag ins Führungszeugnis auf dem Programm.

Grund für diese Verschärfung der französischen StVo ist der Umstand, dass alleine im letzten Jahr über 63.000 solcher heftigen Geschwindigkeits-Überschreitungen festgestellt wurden, die natürlich immer ein hohes Unfallrisiko beinhalten und wenn es bei solchen Geschwindigkeiten kracht, gehen diese Unfälle nur selten mit einem Blechschaden über die Bühne.

Deutsche Autofahrer, die sich immer noch mit der festen Überzeugung von „freie Fahrt für freie Bürger“ ans Steuer setzen, müssen besonders aufpassen. Denn wer es gewohnt ist, auf der Straße heftig aufs Gaspedal zu treten, kann ab Montag in Frankreich Bekanntschaft mit dem Innenleben französischer Gefängnisse machen. Und niemand sollte meinen, dass man in Frankreich mit der Polizei diskutieren oder gar auf Milde hoffen kann.

Natürlich sollte man im Straßenverkehr immer die jeweiligen Vorschriften beachten, aber ab Montag gibt es dafür jetzt eben einen besonders guten Grund. Fakt ist, dass jeder, der die zulässige Höchstgeschwindigkeit um mehr als 50 km/h überschreitet, eine Gefahr für sich und andere ist. Dass es dennoch Zeitgenossen gibt, die meinen, dass Verkehrsregeln nur für andere gelten, war der Grund für diese neue Verschärfung, nachdem dieses Jahr bereits die Strafen für Dinge wie Handy am Steuer ebenfalls verschärft wurden.

Dass nun Schritt für Schritt Verhalten schärfer bestraft wird, das zu zahlreichen Unfällen führt, ist nachvollziehbar. In den letzten Jahren hat sich die Autotechnik so entwickelt, dass Fahrzeuge immer sicherer werden, so dass der Hauptfaktor für Unfälle nicht mehr die Technik, sondern der Fahrer ist. Und dessen Fehlverhalten wird nun so unter Strafe gestellt, dass es sich die Raser wohl zweimal überlegen werden, ob sie eine Gefängnisstrafe in Kauf nehmen, nur um etwas schneller rasen zu können.

Also – halten Sie sich grundsätzlich an die jeweiligen Vorschriften, Höchstgeschwindigkeiten und andere Regeln, die im Verkehr gelten. Das spart eine Menge Geld, unter Umständen eine Gefängnisstrafe und vor allem – Menschenleben. Da hätten wir dann schon den ersten guten Vorsatz fürs neue Jahr – vernünftig Auto fahren…

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

*



Copyright © Eurojournaliste