Hauptsache, Greta Thunberg bleibt in den Schlagzeilen

Am 31. August bricht die nächste Gaza-Kreuzfahrt mit Greta Thunberg und einer Reihe B- und C-Promis auf. Den Menschen in Gaza wird das nicht helfen, den Kreuzfahrern schon.

Ob sich die grossen Humanisten auch dieses Mal wieder weigern werden, unterwegs Schiffbrüchige aufzunehmen? Foto: freegazaorg / Wikimedia Commons / CC-BY-SA 2.0

(KL) – Was wird Greta Thunberg nur machen, wenn der Gaza-Konflikt eines Tages beendet werden wird? Wird sie sich dann wieder um die drängende Klima-Problematik kümmern, wenn es dann keinen Grund mehr geben wird, für die genozidären Ziele der Hamas zu kämpfen? So oder so, die schwedische Aktivistin wird Ende August mit einer neuen Flotte in See stechen, um wieder in die internationalen Schlagzeilen zu kommen. Dass diese „Protest-Kreuzfahrten“ den Menschen in Gaza nichts bringen, ist egal – wichtig ist nur, sich vor der Weltpresse als „Heldin“ in Szene setzen zu können.

Dieses Mal soll es eine groß inszenierte Angelegenheit werden, mit Unterstützern aus 44 Ländern und unterwegs sollen noch weitere Schiffe dazukommen, um dann gemeinsam die See-Blockade des Gaza-Streifens zu durchbrechen.

Bei so viele Kreuzfahrern wird zwar am Ende nicht viel Hilfsmaterial für die Bewohner des Gaza-Streifens übrigbleiben, wie bereits beim letzten Mal, denn die Kreuzfahrer haben ja auch Hunger und werden dann unterwegs aufessen, was für die hungernde Bevölkerung bestimmt war.

Nach allem, was man momentan in Erfahrung bringen kann, wird wohl die französische Europaabgeordnete Rima Hassan dieses Mal nicht dabei sein, vermutlich leidet sie noch an den Folgen ihres sechsstündigen Hungerstreiks, den sie tapfer nach ihrer Festnahme in Israel begonnen hatte, bevor sie, wie die anderen Aktivisten der ersten Kreuzfahrt, nach Hause ausgeflogen wurde.

Losgehen soll es in Spanien, so dass die Kreuzfahrt auch schön lange dauert und die Weltpresse die Möglichkeit hat, lange und viel über Greta und ihre Freunde zu berichten. Wahrscheinlich bringt die momentane, schwierige Luftbrücke mit Hilfslieferungen mehr für die Menschen in Gaza, doch ist klar, dass so lange Nethanjahu und die Hamas am Drücker sind, es keine Lösung geben kann. Eine duale Sichtweise ist allerdings nicht so das Ding von Greta Thunberg, deren „from the r…. to the s..“ noch in vielen Ohren klingt.

Und so wird es bestimmt wieder eine spannende Kreuzfahrt werden, mit abendlicher Gitarrenmusik und Häppchen, bis die „Flotte“ dann von der israelischen Marine aufgebracht werden wird, sich die Aktivisten todesmutig weigern werden, die vom „Feind“ angebotenen Sandwiches anzunehmen, um dann wieder ausgeflogen zu werden. Das passiert nun bereits zum dritten Mal und angesichts des Nutzens Null dieser Aktionen, sollte sich Greta überlegen, ob sie nicht künftig lieber Kreuzfahrten durch die skandinavische Schärenlandschaft organisieren will. Damit könnte sie vielen Menschen weniger auf die Nerven fallen, als mit diesen PR-Aktionen, die denjenigen, die momentan wirklich leiden, so überhaupt nichts bringen.

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