Heiligabend 2025

Das „Fest der Liebe“ findet dieses Jahr in einer abstrusen Mischung aus Hass, Konsum, Krieg und in Abwesenheit einer wie auch immer gearteten Spiritualität statt.

Das Fest der Liebe in Zeiten des Kriegs - hoffentlich haben Sie trotzdem ein paar ruhige und positive Tage! Foto: unbekannt270 from Schweiz / Wikimedia Commons / CC-BY 2.0

(KL) – Nach Black Friday, Black Friday Week, Cyber Monday und der Sorge um den Erfolg des Einzelhandels, in weitgehender Abwesenheit der Advents-Traditionen, ist heute Heiligabend. Der Christenheit ist ein Heiland geboren, doch im Konsumrausch und in der berechtigten Sorge um den Weltfrieden ist das leider ziemlich untergegangen. So sehr wir Ihnen eine ruhige, besinnliche, positive Weihnachtszeit im Kreise Ihrer Lieben wünschen, so schwer fällt das in diesem annus horribilis 2025.

Den Menschen sei Frieden, so lautet die zentrale Botschaft des Christentums. Doch noch nie seit dem II. Weltkrieg war die Menschheit weiter vom Frieden entfernt als heute. Wenn heute Abend in den Wohnungen und Häusern Geschenke unter den Weihnachtsbaum gelegt werden, wenn der Duft nach Keksen und Mandarinen in der Luft liegt, wenn leise Klänge an die Zeiten erinnern, als man am Heiligabend noch sang, leidet ein großer Teil der Menschheit unter Kriegen, Bomben, Verfolgung und Angst. Und wie immer leidet ebenfalls ein großer Teil der Menschheit unter Armut, Hunger, Kälte. Wie jedes Jahr werden wir uns auch heute Abend vornehmen, dass sich das ändern muss. Doch von selbst wird sich gar nichts ändern.

Diejenigen, die heute Abend oder morgen in salbungsvollen TV-Ansprachen an ihre jeweiligen Bevölkerungen beste Wünsche aussprechen, gehören zu den paar Dutzend Wahnsinnigen, die gerade dabei sind, die Welt in den nächsten Weltkrieg zu stürzen. Dass sie sich dann noch zu Gelegenheiten wie Weihnachten oder Sylvester trauen, uns mit treuherzigem Blick Frieden, Glück und Wohlstand zu wünschen, ist der Gipfel der Heuchelei.

Wenn wir nicht wollen, dass dieses Weihnachtsfest 2025 das letzte wird, das wir halbwegs in Frieden erleben, wird uns nichts anderes übrigbleiben, als den Kriegstreibern die Gefolgschaft zu verweigern. In Ost und West. Wir sind die Milliarden, sie sind nur ein paar Dutzend, die sich, wie in jedem Krieg, auch dieses Mal wieder eine goldene Nase verdienen werden. Müssen wir da wirklich mitmachen? Wollen wir wirklich demnächst wieder in unseren Städten und Dörfern Denkmäler „für unsere gefallenen Helden“ aufstellen?

Während dieser Weihnachtstage können wir an all dem natürlich nichts ändern. Wir können lediglich in unseren kleinen, persönlichen Umfeldern die Botschaft von Frieden und Liebe verbreiten, und das ist schon eine ganze Menge.

Genießen Sie diese kurze Pause, tun Sie sich und den Ihren Gutes, denken Sie an diejenigen, die draußen in der Kälte von der Gesellschaft und leider auch von ihren Religionen ausgegrenzt werden, freuen Sie sich an einem reich gedeckten Tisch und der Präsenz derjenigen, die Sie nicht das ganze Jahr über sehen können und denken Sie daran, dass sich das Glück dieser Erde nicht am kommerziellen Erfolg des Einzelhandels und der Stadtverwaltungen bemessen lässt!

Das ganze Team von Eurojournalist(e) wünscht Ihnen positive Feiertage, ein wenig Ruhe und Momente des Glücks!

Ihr
Kai Littmann
Chefredakteur Eurojournalist(e)

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