In Metz öffnet sich der Weg zur europäischen Energie-Souveränität
Der Schlüssel zur europäischen Energie-Souveränität liegt zum großen Teil im Natürlichen Wasserstoff, einer Ressource, die im Departement Moselle in großen Mengen vorhanden ist.
Jacques Pironon, Patrice Harster, Philippe De Donato, François Grosdidier, Kai Littmann, Frédérique Login, Pascal Houssais und Philippe Brugère in Metz. Foto: Julie Bour / CC-BY 2.0
(KL) – Vorgestern fand in Metz ein äußerst interessantes Treffen statt. Der Bürgermeister der Stadt Metz, François Grosdidier, hatte den Verein „H2Strasbourg“ und dessen Präsidenten Pascal Houssais eingeladen, der am kommenden 16. September in Metz das „Forum H2nat Verteidigung / Zivil“ organisiert; Jacques Pironon und Philippe De Donato, die Wissenschaftler, die diese Ressource im lothringischen Untergrund entdeckt hatten; Patrice Harster, Experte für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit; Frédérique Login, Vizepräsidentin der Europamétropole Metz; Julie Bour aus dem Büro des Bürgermeisters und Oberst Philippe Brugère, Stabschef der Verteidigungszone Metz. Der Austausch über den Stand der Forschung und das Forum, das am 16. September in Metz stattfinden wird, war äußerst fruchtbar.
Seit dem „H2nat-Gipfel“, den der Verein „H2Strasbourg“ gemeinsam mit mehreren Partnern am 8. November 2024 in Straßburg organisiert hatte, bringt dieser Verein Wissenschaftler, Politiker und Industrielle zum Thema Natürlicher Wasserstoff (H2nat) zusammen, der nicht nur das Potenzial hat, die Industrie zu dekarbonisieren, sondern auch Europa aus seinen Energie-Abhängigkeiten befreien kann, die angesichts der geopolitischen Lage sowohl für die Wirtschaft, als auch für die Verteidigung immer kritischer werden.
Zu Beginn der Diskussionen wies der Bürgermeister von Metz François Grosdidier zurecht darauf hin, dass die Industrie sich momentan nicht sehr für das Thema Wasserstoff interessiert, was Philippe De Donato (emeritierter Professor der Universität von Lothringen) damit erklärte, dass noch große Verwechslungen zwischen den verschiedenen Wasserstoff-Arten bestehen. So wird Wasserstoff zumeist noch durch die Elektrolyse produziert, ein teuerer und energieintensiver Prozess, der bereits viel Energie während der Produktion verbraucht, dadurch viel zu teuer wird und damit keine wirtschaftliche Alternative für die Industrie darstellt. Im Gegensatz dazu kann Natürlicher Wasserstoff ohne Elektrolyse gefördert werden, wodurch eine Art günstige und in großen Mengen vorhandene „neue Energiequelle“ verfügbar ist – und das wiederum bedeutet, dass es sich um einen vielversprechenden Ansatz handelt, mit dem zumindest ein großer Teil der aktuellen Energie-Probleme gelöst werden kann.
Bei den Gesprächen wurde schnell klar, dass nun schnell gehandelt werden muss, denn auf der ganzen Welt wird aktuell nach Natürlichem Wasserstoff gesucht, wobei es in vielen Ländern weniger Verwaltungshindernisse gibt als diejenigen, mit denen sich die Forscher nach der Entdeckung dieses Vorkommens in Lothringen auseinandersetzen mussten. Um hier voran zu kommen, darüber herrschte in Metz Konsens, muss man sich jetzt auf zwei Ebenen konzentrieren, über die am 16. September in Metz die Experten sprechen werden: Zum einen müssen noch technische Fragen geklärt werden (Standort von Bohrstellen, Entwickeln einer Strategie für den Umgang mit anderen Gasen im Untergrund wie Methan etc.) und parallel muss ein europäischer Rahmen im Bergrecht erstellt werden, denn die Ressource kennt keine Grenzen und was das Vorkommen in Lothringen betrifft, so erstreckt sich dieses bis nach Deutschland, Luxemburg und Belgien.
Eines der Ziele des Forums am 16. September ist die Einrichtung einer Expertengruppe, die sich mit den rechtlichen Fragen des Bergrechts beschäftigen soll, denn es handelt sich hier um eine Frage, die dringend geklärt werden muss. Momentan gibt es keinen europäischen Rahmen für diese Art Projekt und bevor man mit der kommerziellen Nutzung dieser Ressource beginnen kann, muss ein europäischer Rahmen definiert werden, denn das Bergrecht ist in allen Ländern national und unterschiedlich geregelt.
Die am besten für den Fortschritt dieses Projekts auf politischer Ebene geeignete Person ist der OB von Metz François Grosdidier, der auch Präsident der „QuattroPole“ ist, in der die Städte Luxemburg, Metz, Saarbrücken und Trier organisiert sind, die alle von dieser Ressource im Boden betroffen sind. Der Verein „H2Strasbourg“ wird schon in den nächsten Tagen François Grosdidier einen entsprechenen Vorschlag unterbreiten, mit dem François Grosdidier seine Stadt auf der „Pole Position“ der internationalen Entwicklung rund um den Natürlichen Wasserstoff platzieren kann.
Dieser Austausch zwischen Wissenschaftlern auf Top-Niveau, politischen Entscheidungsträgern und Vertretern von Armee und Zivilgesellschaft war nicht nur interessant und bereichernd, sondern er zeigte auch eine Art des Umgangs mit wichtigen Themen in einer echten Co-Konstruktion.
Und natürlich gab das Treffen im Rathaus von Metz bereits eine Perspektive für das „Forum H2nat Verteidigung / Zivil“, bei dem die Organisatoren und Teilnehmer alles daran setzen werden, einen konkreten Aktionsplan zu entwickeln, mit dem dieses für das Departement Moselle, Frankreich und Europa so wichtige Thema echte Fortschritte machen kann!
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