Inkompetenz, Korruption und Lügen…
… haben der Heimatschutz-Ministerin Kristi Noem den Job gekostet. Das Trump-Team beginnt zu bröckeln und das war jetzt vermutlich erst der Anfang. Pam Bondi könnte die nächste sein.
Kristi Noem ist über ihre Inkompetenz, Korruption und Arroganz gestolpert... Foto: DHSgov / Wikimedia Commons / CC0 1.0
(KL) – Paukenschlag in Washington. Die Heimatschutz-Ministerin Kristi Noem ist über ihre Inkompetenz, ihre Korruption und ihre vielen Lügen gestolpert und muss nun ihren Posten räumen. Ein echtes „MAGA-Opfer“, denn die Ministerin dachte, so wie viele ihrer Kolleginnen und Kollegen, dass die Mitgliedschaft in der Trump-Regierung eine eingebaute Straffreiheit beinhaltet. Sie hat sich getäuscht. Allerdings ist sie erst das erste Bauernopfer von Donald Trump, weitere werden folgen.
Heute hängt in Washington alles miteinander zusammen. Ob nun die Korruption von Kristi Noem, die Vertuschungen des Epstein-Skandals durch Justizministerin Pam Bondi, der Krieg im Mittleren Osten oder die angekündigte Aggression Kubas, alles hängt zusammen. Dass es nun als erste Kristi Noem erwischt hat, liegt an deren sagenhafter Arroganz und dem Umstand, dass sie wie Trump selbst die amerikanische Politik als eine Art Selbstbedienungsladen betrachtet hat. Doch die Art und Weise, wie sie dem Ehemann ihrer Pressesprecherin 143 Millionen Dollar zugeschustert hat, ging dann eben doch zu weit.
Für eine Werbekampagne für ICE, die in erster Linie der eitlen Selbstdarstellung der Ministerin diente, verballerte Noem 220 Millionen Dollar, von denen 143 Millionen Dollar an eine Produktionsfirma gingen, die acht Tage zuvor vom Ehemann ihrer Pressesprecherin gegründet wurde und die noch nie in irgendeiner Form aktiv war. Praktischerweise verzichtete Noem auf eine Ausschreibung und vergab diesen Auftrag freihändig an ihre Bekannten. Viel korrupter geht es nicht mehr.
Dazu war Noem für schnelle, unfundierte Lügen bekannt. So bezeichnete sie die von ihrer Miliz ICE ermordeten Renee Good und Alex Pretti als „einheimische Terroristen“, was eine üble Diffamierung der Opfer ihrer Truppe darstellte, eine Verhöhnung der Ermordeten und bereits zu diesem Zeitpunkt wurden die Rufe nach ihrem Rücktritt laut.
Noem wurde zum Verhängnis, dass sie dachte, dass sie ebenso agieren könne wie ihr Boss, der sich ebenfalls die Taschen füllt, als gäbe es kein Morgen. Doch es gibt immer ein Morgen und nun stehen mehrere Mitglieder der Trump-Regierung unter massivem Druck.
Die nächste auf der Liste dürfte Pam Bondi sein, die nun unter Druck 50 weitere Epstein-Dokumente veröffentlichen musste, nämlich die Zeugenaussagen von zwei 13 und 14 Jahre alten Mädchen, die in diesen Aussagen schildern, wie sie von Jeffrey Epstein und Donald Trump vergewaltigt wurden. Es handelt sich um Zeugenaussagen, aber noch nicht um eine Verurteilung, weswegen man nach wie vor und mit Bauchschmerzen die Unschuldsvermutung erwähnen muss.
Dass Bondi lange versucht hatte, diese Dokumente verschwinden zu lassen, dass nach wie vor in einem großen Teil der Epstein-Akten die Namen möglicher Täter geschwärzt, aber die Namen und Daten der Opfer veröffentlicht wurden und dass nach wie vor rund 3 Millionen Dokumente überhaupt nicht veröffentlicht wurden, könnte Pam „Blondi“ Bondi das politische Genick brechen. Sie erhielt nun eine offizielle Vorladung vor den Senat (subpoena), eine Vorladung, bei der sie unter Eid aussagen muss und nicht mehr ihre arrogante Show aus den vorherigen Anhörungen wiederholen kann, in denen sie sich schnippisch weigerte, auf Fragen zu antworten. Bei der nächsten Anhörung wird sie antworten müssen.
Dass ihr Boss jetzt von Krieg zu Krieg eilt, ist der Versuch, das Thema „Epstein“ in den USA abzuwürgen, doch das funktioniert nicht. Der Skandal zieht viel zu weite Kreise und egal, wie viele Kriege Trump auch starten mag, die Rufe nach der umfassenden und gesetzlich vorgeschriebenen Veröffentlichung der Epstein-Files werden nicht verstummen.
Natürlich ist Noem nur ein Bauernopfer und es ist nicht anzunehmen, dass ihr designierter Nachfolger Markwayne Mullin eine andere Politik führen wird als sie selbst. Der ehemalige MMA-Kämpfer Mullin aus Oklahoma gilt als strammer Trump-Unterstützer, allerdings wird er wohl aufpassen, wie er sein Amt führt, um nicht das gleiche Schicksal zu erleiden wie Noem.
Der Druck auf Trump wächst gewaltig. Zusätzlich zum Epstein-Skandal haben nun 24 US-Bundesstaaten Klage wegen seiner irren Strafzölle eingereicht, nachdem der Oberste Gerichtshof diese als „illegal“ gekippt hatte. Das dürfte teuer werden, denn die Regierung wird kaum eine andere Möglichkeit haben, als den Bundesstaaten einen dreistelligen Milliarden-Betrag zu erstatten. Woher das Geld kommen soll, ist unklar.
Auch, dass Trump die nun veröffentlichten Zeugenaussagen im Epstein-Skandal diffamiert und die Opfer als „gestört“ bezeichnet, wird ihm nicht viel helfen. Erschwerend kommt hinzu, dass Trump sich vor seiner Wahl mit zahlreichen jungen Frauen und Mädchen auf millionenschwere, außergerichtliche Vergleiche verständigt hatte, um den entsprechenden Prozessen zu entgehen – auch nicht gerade ein Anzeichen für Unschuld.
Dazu sind die Amerikaner immer noch mehrheitlich gegen den Krieg im Mittleren Osten, und dass nun auch amerikanische Soldaten dort sterben, ist genau das Gegenteil dessen, was Trump den Amerikanern versprochen hatte.
Es sieht so aus, als wäre Trump gerade dabei, sich massiv beim Versuch der Übernahme der Weltherrschaft zu übernehmen – und nach dem ersten Bauernopfer Kristi Noem werden bald weitere folgen. So lange, bis Trump selbst dran ist.
Kommentar hinterlassen