Ist sich die Europäische Union der Dringlichkeit bewusst?

Die Hitzewelle nimmt in Europa immer mehr zu und die Sommer werden immer unerträglicher. Dennoch scheint die Europäische Union das Problem des Klimawandels nicht lösen zu wollen.

Sehen so die nächsten Jahre für uns alle aus? Foto: Sasener / Wikimedia Commons / CC-BY-SA 4.0int

(Mathieu Rampin) – Frankreich, Spanien und ganz Westeuropa ersticken. Kaum hat der Sommer begonnen, steigen die gefühlten und realen Temperaturen bereits auf über 40°C. Diese extremen Hitzeperioden häufen sich, werden länger und treten von Jahr zu Jahr früher auf. Hitzephasen sind in ganz Europa zur Normalität geworden. Diese Ereignisse stehen in direktem Zusammenhang mit dem durch Treibhausgasemissionen verursachten Klimawandel.

Beunruhigende Folgen – Extreme Hitze hat viele Folgen: Die Dürre trocknet die Böden aus. Landwirtschaftliche Kulturen werden durch das feindlich gewordene Klima in Schwierigkeiten gebracht. Die Bio-Diversität sowie die Bevölkerung werden ebenfalls stark beeinträchtigt: verkürzter Schlaf, Ernährungssorgen, Unmöglichkeit, tagsüber nach draußen zu gehen. Neben der Hitze treten auch mehr und vor allem intensivere Naturkatastrophen auf. Mit dem globalen Temperaturanstieg sind die Wärmeunterschiede zwischen den Luftmassen viel größer. Aus diesem Grund werden Gewitter, die von Hagel oder starkem Regen begleitet werden, immer monströser. Außerdem sind Tornados, die vor einigen Jahren in unseren Breitengraden eigentlich nicht vorkamen, heute keine Seltenheit mehr.

In der vergangenen Woche wurde Frankreich von heftigen Gewittern heimgesucht, die zwei Menschen das Leben kosteten und zahlreiche Sachschäden verursachten. Diese bereits jetzt problematischen Phänomene werden sich in den kommenden Jahren weiter intensivieren. Der Klimawandel ist bereits in vollem Gange und seine Auswirkungen sind unumkehrbar. Die Treibhausgase in der Atmosphäre werden die Temperaturen weiter ansteigen lassen, und der Mensch produziert immer noch CO2, Methan und andere Schadstoffe.

Was plant die Europäische Union? – Seit einigen Jahren hat sich Europa das Ziel gesetzt, bis 2050 CO2-neutral zu werden. Zu diesem Zweck will sich die Union Meilensteine setzen, wie die Senkung der Treibhausgasemissionen um 90 % bis 2040 oder um 55 % bis 2030. Bei diesen Ankündigungen handelt es sich um Zielversprechen und nicht um Mittelversprechen. Die Europäische Union rudert oft zurück, wenn es um die Härte dieser Regelungen geht, insbesondere bei der Zulassung des Pestizids Glyphosat bis 2033. Die Europäische Kommission begründet ihre Entscheidungen mit der Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Unternehmen. In der Tat sind die Umweltstandards in Asien, den USA und Südamerika nicht so streng. Anstatt die europäischen Produzenten vor ausländischer Konkurrenz zu schützen, bestätigt die Kommission das geplante Freihandelsabkommen zwischen Europa und dem MERCOSUR (Bündnis südamerikanischer Länder). Damit ihre Landwirte damit umgehen können, ist die Europäische Union gezwungen, ihnen mehr Handlungsspielraum zu geben.

Europa verschiebt erneut die Durchführung von Klimaschutz-Maßnahmen. Dies ist in Anbetracht der Situation unmöglich. Der Planet hat sich bereits erwärmt und wird sich weiter erwärmen. Es geht nicht mehr darum, die globale Erwärmung aufzuhalten. Das Einzige, was noch getan werden kann, ist, die Erwärmung zu verlangsamen, aber die EU scheint das Problem nicht ernst zu nehmen.

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