Jetzt fehlt nur noch eine Kleinigkeit…
Die „Koalition der Willigen“ bereitet sich auf die Entsendung von Truppen zur Sicherung des Friedens in der Ukraine vor. Schade, dass es diesen Frieden so schnell nicht geben wird.
Willig sind sie, die „Willigen“. Aber das reicht leider nicht. Foto: Christophe Licoppe, © European Union, 2025 / Wikimedia Commons / CC-BY 4.0int
(KL) – Und wieder eine Konferenz der „Koalition der Willigen“. Und wieder die gleichen Erklärungen, dass man unverbrüchlich an der Seite der Ukraine steht. Und wieder diese wunderbaren Pläne zur Sicherung eines Friedens, den es auf Jahre hinaus nicht geben wird. Und so richtig scheinen nicht einmal die „Willigen“ an den Erfolg ihrer Pläne zu glauben – Friedrich Merz sichert der Ukraine Waffen-Lieferungen und finanzielle Unterstützung „für die nächsten Jahre“ zu. Je mehr die „Willigen“ von Frieden reden, desto weiter entfernen wir uns davon. Denn nach wie vor denkt Putin gar nicht an Frieden.
Die „Willigen“ sind dabei, die Rechnung ohne den Wirt zu machen und all die vielen Konferenzen, Gipfel, bi- und multilateralen Treffen nützen momentan überhaupt nichts. Denn, wie der eine oder andere westliche Führer nach über dreieinhalb Jahren des Kriegs anfängt zu merken, Putin will gar keinen Frieden. Dazu hat die Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa auch bereits erklärt, dass westliche „Friedenstruppen“ in der Ukraine „inakzeptabel“ und nicht einmal ein Gesprächsthema seien.
Inzwischen begreift sogar der eine oder andere westliche Führer, dass es nicht zu dem in Alaska und Washington angekündigten Treffen zwischen Putin und Selenskyi kommen wird – zynisch hat Putin nun ein solches Treffen in Moskau vorgeschlagen, also an dem Ort, den Selenskyi als einzigen für ein solches Treffen ausgeschlossen hatte, wohl auch, weil er wenig Lust verspürt, von Moskau aus in einen Gulag nach Sibirien abgeschoben zu werden.
Während all dieser Gipfel, Konferenzen, bi- und multilateralen Treffen intensivieren sich die Kriegshandlungen immer weiter. In ihrer Ideenlosigkeit verhängen die westlichen Länder nun das 20. Sanktionspaket gegen Russland und ignorieren weiter tapfer, dass der Gegner nicht nur Russland ist, sondern die halbe Welt. BRICS+ und die Shanghaier Sicherheitskonferenz stehen fest an der Seite Russlands, sind auch in der Lage, eventuelle wirtschaftliche Engpässe Russlands aufzufangen, doch das hält den Westen nicht davon ab, sich selber einzureden, man habe es „nur“ mit Russland zu tun.
Dass nun aber die „Willigen“ Pläne für die weitere, jahrelange Unterstützung der Ukraine verkünden, ist ein eindeutiges Zeichen, dass niemand mehr mit Frieden oder auch nur einem Waffenstillstand rechnet. Weiterhin drückt man sich vor harten Entscheidungen – die nur das militärische Eingreifen des Westens in der Ukraine oder der zumindest temporäre Verzicht der Ukraine auf die bereits annektierten Gebiete sein können. Doch beides kommt nicht in Frage, weswegen man sich auf starke Sprüche und „Hilfen“ beschränkt, mit denen die Ukraine langsam, aber sicher, von Russland überrollt wird. Die westlichen „Hilfen“ verlangsamen diesen Prozess nur, können ihn aber nicht stoppen.
Angesichts der vielen Konferenzen, Gipfel, bi- und multilateralen Treffen der „Willigen“ dürfte Putin im Kreml grinsen. Vor allem, da er mit der Slowakei und Ungarn seine „U-Boote“ in den europäischen Instanzen hat, die ihn von dort aus sehr effizient unterstützen.
Dass sich an der Situation nichts ändert, so lange beide Seiten auf ihren Positionen beharren, ist klar. Dass Putin militärisch im Vorteil ist und daher sicher keinerlei Kompromisse machen wird, ist ebenfalls klar. Doch in Kiev muss man nun langsam nachdenken, ob die bisherigen Forderungen nach einem „gerechten Frieden“ aufrecht erhalten werden können. Wenn es so weitergeht, wird Selenskyis Ankündigung, das Land bis zum letzten Mann verteidigen zu wollen, wohl in Erfüllung gehen. Aber lohnt es sich, ein ganzes Volk für die Durchsetzung der nicht ganz transparenten Interessen der Mächtigen zu opfern?
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